KISS steht für «Keep it small and simple»: Genossenschaftsmitglieder unterstützen sich auf einfache, unbürokratische Art im Alltag. Die Freiwilligen sammeln dabei Zeitguthaben, die sie später selbst nutzen oder weiterverschenken können.
Ihren Anfang nahm KISS Glarus 2015 an einem Experten-Workshop zu Generationenprojekten, an dem die damalige frisch gewählte Gemeinderätin Andrea Trummer «so begeistert war, dass wir das unbedingt im Kanton Glarus haben mussten». Bald darauf folgte ein öffentlicher Anlass mit über 100 Interessierten und 2016 wurde im «ReVier» Ennenda die Genossenschaft KISS Glarus gegründet.
Neben der Nachbarschaftshilfe gehören auch gesellige Anlässe zum Programm der Genossenschaft: Regelmässige Spielnachmittage und Jass-Treffen im «ReVier», thematische Kaffee-Anlässe etwa zu Zahnhygiene oder Hirngesundheit, Besuche einer Sternwarte, einer Orgelbauwerkstatt, des Franziskanerklosters sowie des Alterszentrums Letz. Ein Sommerausflug in die Weissenberge, ein Abendanlass für berufstätige Mitglieder und der traditionelle KISS-Weihnachtskaffee mit musikalischer Umrahmung.
Erfolgsgeschichte
Von den 22 KISS-Genossenschaften oder -Vereinen, die es schweizweit gibt, ist KISS Glarus mit 870 abgeschlossenen Mitgliedschaften die grösste. Von Susanna Fassbind, Gründerin des Vereins KISS Schweiz, wurde eine Grussbotschaft vorgelesen. Sie würdigte KISS Glarus als grosses Vorbild und hob den «enormen Einsatz, die Menschenkenntnis und das Fachwissen» von Präsidentin, Geschäftsstelle und Mitgliedern hervor und dankte allen öffentlichen und privaten Unterstützenden für ihr «unbezahlbares Engagement».
Landammann Markus Heer überbrachte die Glückwünsche der Kantonsregierung und würdigte das Jubiläum als Beweis, «dass eine einfache Idee Grosses bewirken kann». Bei KISS gehe es nicht um Profit, sondern um Menschen, Nachbarschaftshilfe und das Geben und Nehmen zwischen den Generationen: «Wer Zeit schenkt, bekommt Zeit zurück, nicht in Franken und Rappen, sondern eben in Zeitnachweisen.» So entstehe ein lokaler «Kreislauf der Solidarität», persönlich bereichernd und menschlich wertvoll.
Der Abend war als grosses Dankeschön an die Genossenschafterinnen und Genossenschafter gestaltet. Feines Essen aus der «Trigonella»-Küche, ein Überraschungsgast, der Poet Fred Mac Farland, und fröhliche Gespräche an langen Tischen ergaben einen äusserst gelungenen Anlass.




