Grosses Netz für Kinder

Welch breites Angebot die Gesundheitsversorgung von Kindern umfasst, zeigte das Symposium «Gesunde Kinder – Gesundes Glarus».




Für die Gesundheitsversorgung von Kindern existiere ein grosses Netz. In der jüngsten Zeit sei aber fast nur von der Kinderarztpraxis gesprochen worden, sagte Dr. med. Christoph Helbling am Symposium für medizinische Fachpersonen vom vergangenen Donnerstagabend im «Schützenhaus» Glarus. Die Gruppe «Gesundes Glarus» wolle nun zeigen, was es sonst noch alles gebe. Es sei einiges in Bewegung.

Gemeinderätin Andrea Trummer erinnerte daran, was sich in der Gemeinde Glarus seit 2014 alles entwickelt hat. Unter anderem wird die bevorstehende Gemeindeversammlung im Rahmen der Legislaturplanung über drei Schwerpunkte befinden. «Glarus stellt sich den Herausforderungen im Gesundheitswesen», lautet einer davon. Ein Ziel ist die Vernetzung der verschiedenen medizinischen Leistungserbringer. Genau dies verfolgt die Gruppe «Gesundes Glarus» mit ihren Anlässen.

Von der Geburt bis ins Schulalter

Die rund 40 Anwesenden bekamen unter englischen Titeln eine Fülle an Informationen über Angebote für Kinder von der Geburt bis ins Schulalter. Hier eine Übersicht.

«New born»: Helene Creo, seit 45 Jahren als Hebamme tätig und seit 23 Jahren frei praktizierend, zeigte den Wandel in ihrem Beruf auf. Im Jahr 2011 wurden 126 Frauen aus dem Kanton von einer frei praktizierenden Hebamme der Regiogruppe Glarus betreut. 2017 waren es 304 (fast 90 Prozent der total 338 Geburten im Kanton). Noch diesen Herbst soll die Gründung der Sektion Glarus erfolgen.

«Growing up»: Rebecca Feldmann und Sabine Jacober stellten die Mütter- und Väterberatung Glarnerland als präventive Stelle mit den zwei Teilbereichen Beratung und Betreuung vor. Die Fachstelle für Säuglinge und Kleinkinder ist gut vernetzt. Sabine Jacober wies speziell auf die neuen Kinderspieltreffs in Schwanden, Glarus, Näfels und Niederurnen hin. Zudem präsentierte sie den kantonalen Verband familienergänzende Kinderbetreuung Glarus.

«First steps»: Bettina Grünenfelder behandelt in der Kinderphysiotherapie nebst behinderten Kindern immer mehr gesunde mit Haltungsauffälligkeiten. Die Interventionen sind komplex und aufwendig, die spielerische und kreative Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Familie. Eindrücklich war das Beispiel eines Kindes mit einem schiefen Kopf.

«Ready for takeoff»: Mit ihrem «ergotherapeutischen Blick» zeigte Angelika Echsel Beispiele aus dem Kinderalltag und betonte, dass die gelingende Betätigung im Fokus stehe. Auch sie arbeitet spielerisch und mit vielen Bildern, was sie zum Beispiel anhand der «Trickfabrik» eines Knaben aufzeigte. Ziele sind die Verbesserung der Gesundheit und die Steigerung der Lebensqualität.

«Keeps the doctor away»: Kurt Fuchs legte dar, wie die klassische Homöopathie («ähnliches Leiden») Impulse gibt, um den Heilungsprozess anzukurbeln. Wichtig bei Kindern ist die Vorgeschichte respektive die Beobachtung der Mutter, damit der Homöopath das richtige Mittel finden kann. Und er muss wissen, was dann passiert.

«Stay cool»: Zu vorgerückter Stunde stellten Dorothee Schweer und Ruth Marbach schliesslich den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst BTS Glarus vor. Das niederschwellige Angebot ist zuständig für Abklärungen und Behandlungen von Entwicklungsauffälligkeiten und psychischen Problemen von Kindern und Jugendlichen bis zu 18 Jahren. Behandelt werden auch traumatisierte Patienten. Wichtig ist, das System miteinzubeziehen.

Nach der Präsentation des breiten Angebotes standen Apéro und Networking auf dem Programm – ebenfalls ein wichtiger Punkt für die angestrebte Vernetzung.