Grosszügige Spende ermöglicht zwei neue Lehrmittel

Der Rotary Club Glarus übergab am vergangenen Montag 15 000 Franken an den Verein Child Aid Papua. Der Betrag setzt sich aus dem Gewinn der Produkteverkäufe und Barspenden am Weihnachtsmarkt 2018 in Glarus sowie aus der Unterstützung der Rotarier des Districts 2000 zusammen. Der Verein mit den Umweltlehrern und Entwicklungshelfern Jonas Müller und Hannes Elmer realisiert damit zwei Lehrbücher.




Der Rotary Club Glarus sammelt seit Jahren an den regionalen Weihnachtsmärkten Geld für soziale Projekte und Institutionen im Glarnerland, in der Schweiz oder auch auf der ganzen Welt. Der Erlös aus dem Winter 2019 wurde am letzten Montag an Jonas Müller und sein Verein Child Aid Papua überreicht. «Unser Moto in diesem Jahr lautet ja ‘Rotary verbindet’. Und hier haben wir eine Verbindung, die über 12500 Kilometer reicht», meinte Urs Tscholl, Präsident Rotary Club Glarus, bei seiner Begrüssung. Auch Magdalena Frommelt, District Governor, freute sich über das Engagement. «Für mich ist es etwas vom besten, wenn man in Kinder und ihre Bildung investiert.» Für sie sei es somit schnell klar gewesen, das Engagement namhaft zu unterstützen. 

Selbst Gebackenes und Verkauftes bildet

6000 Franken der Spende machen der Gewinn und die vielen Barspenden am Weihnachtsmarkt 2018 aus. Die durch die Glarner Rotarier selbst hergestellten Glarner Nusstorten, Glarner Honig-Leckerli, Birnbrote und Schokolade finanzieren nun Bildungsmaterial. Der Rotary Club Glarus dankt den Kunden und Spendern, die mitgeholfen haben, Nachhaltiges zu ermöglichen. Seit drei Jahren besteht für die einzelnen Clubs die Möglichkeit, für ihre Projekte zusätzliche Unterstützung des Districts zu erhalten. Es handelt sich um Geld, das solidarisch von allen Mitgliedern einbezahlt und für besonders unterstützungswürdige Projekte eingesetzt wird. Entsprechend äusserte sich Frommelt: «Ich bin sehr stolz und erfreut, dass der Rotary Club Glarus sich für Child Aid Papua einsetzt und der District 9000 Franken leistet. Die sinnvollste Zukunftsinvestition für Kinder sind Bücher und Bildung». 

Mangel an Schulbüchern ist Herausforderung 

Der Schulunterricht in Raja Ampat im indonesischen West-Papua ist herausfordernd. Ein grosser Schritt zur Verbesserung der Bedingungen war die Eröffnung des neu gebauten Bildungs- und Umweltzentrums im vergangenen August. Im Zentrum werden inzwischen Kinder und Jugendliche aus mehreren Dörfern unterrichtet. Eine grosse, bisher nicht gelöste Herausforderung ist das fehlende Schulmaterial in indonesischer Sprache. Bis anhin erstellt das Lehrerteam des Vereins Child Aid Papua das Unterrichtmaterial selbst, berichtete der Live zugeschaltete Jonas Müller. «Mit den rotarischen 15 000 Franken können wir zwei neue Lehrmittel realisieren. Die beiden Bücher ergänzen das seit der Schulgründung im Jahr 2017 kreierte Buch «Ocean Warriors, Plastic in Paradise». Zusammen mit einem lokalen Buchautor kümmern sich Jonas und Hannes um Text, Gestaltung und Realisierung der beiden Bücher. Die Auflage umfasst pro Buch 100 Stück. Sie werden nur ausgeliehen und haben dadurch einen langfristigen Nutzen. Das eine Buch thematisiert die Folgen des stark zunehmenden Tourismus auf Natur und Umwelt. Tiere und Kinder beschreiben die Abfallberge im Meer, der Massentourismus an den Tauchspots und das brutale Abschneiden der Flossen am lebendigen Hai. Das zweite Buch streicht in einer Kurzgeschichte die Wichtigkeit einer guten Schulbildung hervor. Ab dem kommenden Sommer dienen die Bücher dazu, den in West-Papua weit verbreiteten Analphabetismus (Unvermögen und Defizite beim Lesen und Schreiben), wovon geschätzte 70 Prozent der Bevölkerung betroffen sind, zu vermindern.