Grosszügiger Gastwirt und Gastgeber

Wie bewältige ich zwei Tage ohne Geld? Diese Frage oder dieser Herausforderung stellten sich drei Pfadfinderinnen aus Zug diese Woche im Glarnerland. Kein leichtes Unterfangen, aber dank der Glarner Gastfreundschaft ein erfreuliches Erlebnis mit einem glücklichen Ende.



Die Pfadi Zytturm aus Zug führte vergangene Woche ihr jährliches Sommerlager auf dem Zeltplatz im Richisau durch. Die Mädchen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren hatten in dieser Woche eine wichtige Gruppenaufgabe zu erledigen. Das Thema konnten sie dabei selbst auswählen, musste aber im Rahmen des Machbaren liegen.

Zwei Tage im Glarnerland ohne Geld


Die Aufgabe hatten sich Ronja, (Nesquik), Lea (Fidelio) und Chiara (Nova) nach kurzer Besprechung ausgewählt. Sie starteten frohen Mutes am vergangenen Mittwoch mit dem Bus nach Glarus. Ziel war, einen Job mit Übernachtung bei einem Gastrobetrieb in der näheren Umgebung von Glarus zu finden. Als Gegenleistung für die kostenlose Übernachtung und auch für einen Teil der Verpflegung waren sie bereit, diese abzuarbeiten. Erste Kontakte der drei Mädchen waren leider aus verschiedenen Gründen erfolglos, sodass sie Hilfe und Unterstützung im Glarussell in Glarus suchten. «Wir fanden die Idee sehr gut und boten ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten spontan Hilfe an», erklärte ein Mitarbeiter und griff sofort zum Telefon. Erste Versuche scheiterten aber auch bei ihnen, sodass die Hoffnung auf Erfolg immer mehr schwand und die Mimik der drei Mädchen immer trauriger wurde.

Letzte Hoffnung Restaurant Horgenberg Mitlödi


Einer spontanen Idee folgend, praktisch als Rettungsanker, erfolgte ein Telefonanruf bei Stojan, dem Inhaber vom Restaurant Horgenberg in Mitlödi, dem Tor zu Glarus Süd. Und genau so spontan war die Antwort vom Gastwirts; «noch verstehe ich nicht alles um was es geht, bin aber selbstverständlich gerne bereit, diese drei Pfadfinderinnen zu empfangen und bei mir übernachten zu lassen.» Noch war ihm nicht klar, wie er die drei Mädchen für die kurze Zeit einsetzen konnte, aber für ihn war es eine Selbstverständlichkeit, ihnen in dieser Situation zu helfen. Nach dieser Zusage hellten sich die etwas traurigen Gesichter der drei Mädchen auf und sie bedankten sich für die Hilfe im Glarussell und machten sich, bepackt mit drei «grossmächtigen» Rucksäcken, auf den Weg nach Mitlödi.

Nachgelebte Gastfreundschaft


«Mir war eigentlich rasch klar, dass ich für die drei Mädchen in dieser kurzen Zeit keine wichtigen Arbeiten oder Aufgaben bereitstellen konnte, mir ging es aber darum, spontan zu helfen.» Wie er betonte, sei auch ihm mehr als einmal spontan geholfen worden und das habe ihn auch entsprechend geprägt. Selbstverständlich wurden doch noch verschiedene Aufgaben gefunden. Fenster putzen, bei der Wäsche oder beim Anrichten helfen und mit diesen kleinen Gesten konnten die drei Mädchen doch noch einen kleinen Beitrag leisten. «Für uns war es ein ganz spezielles Erlebnis, wussten wir doch nicht, was auf uns zukommt. Wir werden aber gerne an diese zwei Tage und auch an die Gastfreundschaft im Glarnerland zurückdenken», betonte Ronja (Nesquik) nach einem kurzen Gespräch im «schönsten Gartenrestaurant im Glarnerland» im «Horgenberg». Am andern Morgen hiess es dann den Rucksack zu packen und zurück ins Zeltlager im Richisau.