Grüne Glarus begründen den Rückzug ihres Versammlungsantrags

Organische Abfälle aus Garten und Küche sind hochwertige Rohstoffe, die nicht verbrannt, sondern wiederverwertet werden sollen. Im Jahr 2009 stimmte die Gemeindeversammlung Glarus einen Antrag der Grünen zu, wonach die Gemeinde ein Angebot zur Wiederverwertung der organischen Abfälle bereitzustellen hat, welches für die Einwohnerschaft ohne besonderen Aufwand nutzbar ist. Die Umsetzung dieses Versammlungsbeschlusses war aus Sicht der Grünen zunächst völlig ungenügend, weshalb sie Anfang 2015 mit einem zweiten Antrag nachhakten.




Seit Anfang 2017 werden organische Stoffe einschliesslich Speisereste vor dem eigenen Haus abgeholt und der Verwertung als Biogas und Dünger zugeführt. Das ist ein wesentlicher Fortschritt. Eine Schwäche des Sammelsystems besteht in der faktisch eingeschränkten Nutzbarkeit: Man muss dafür über einen genormten Grüncontainer verfügen, der von seiner Mindestgrösse her für Mehrfamilienhäuser und Gartenbesitzer geeignet ist, nicht aber für Einzelhaushalte. Interessierte Mieter und Stockwerkeigentümer sind auf den Goodwill der Liegenschaftsverwaltungen bzw. der Mitbewohner angewiesen. Daneben besteht nach wie vor nur die Möglichkeit, die organischen Abfälle in Kleinmengen in die Werkhöfe zu tragen, was manchen Leuten nicht möglich ist.

Als Massnahmen zur besseren Ausschöpfung des Wiederverwertungspotenzials bieten sich namentlich die aktivere Bewerbung des Sammelangebotes und die Bereitstellung von dezentralen Sammelstellen an. Durch eine Übernahme des Sammelsystems in den Gemeinden Glarus Süd und Nord könnten Synergien genutzt werden, insbesondere bei den ausserkantonalen Transporten des Abfallgutes. Nötigenfalls wären andere Ansätze zu wählen, wie die Abholung von organischen Abfällen auch aus kleinen Behältern, die von Einzelhaushalten autonom bereitet werden könnten, oder die Einführung eines gebührenpflichtigen Bioabfall-Sackes.

Die Wiederwertung des Bioabfalls ist in Glarus auf dem richtigen Weg. Auch ist aus Sicht der Grünen in der jüngeren Zeit die Motivation der Gemeinde für diese Sache spürbar grösser geworden. Insbesondere wurde in Aussicht gestellt, bei eigenen baulichen Vorhaben und im Rahmen der Bewilligung grösser privater Bauprojekte für die Installierung von abschliessbare Unterflurcontainern zur Sammlung von organischem Abfallgut besorgt zu sein. Das hierzu ein schrittweises Vorgehen erforderlich ist, leuchtet ein. Deshalb verzichten die Grünen auf eine Abstimmung über ihren zweiten Versammlungsantrag und ziehen diesen, auch in Anbetracht der schon bisher sehr langen Verfahrensdauer, zurück. Sie werden die weitere Entwicklung des Sammelangebotes aufmerksam verfolgen und sich nötigenfalls erneut bei der Gemeinde einbringen.