Grüne verzichten auf Kandidatur für den Regierungsrat

Die Grünen des Kantons Glarus stellen keine Kandidatin oder keinen Kandidaten für den Regierungsrat auf. Umso mehr werden die neu vorgeschlagenen Kandidierenden sowie die Bisherigen genau unter die Lupe genommen. Denn die Grünen sind mit der Leistung des Regierungsrates in der zu Ende gehenden Legislatur nicht zufrieden.




Die Grünen haben intern intensiv über eine mögliche Kandidatur verhandelt. Insbesondere der amtierende Grüne Landratspräsident, Mathias Zopfi, überlegte sich die Kandidatur sehr ernsthaft. Gemeinsam entschied man sich aber letztlich, bewusst nicht anzutreten. Mathias Zopfi möchte sich dieses Jahr voll seinem Amt als Landratspräsident widmen können und Artikeldie Parteileitung ist der Ansicht, dass die Grünen auch weiterhin ohne Regierungsrat eine progressiv-kritische, aber konstruktive Politik für den Kanton Glarus machen können. Bei einer nächsten Vakanz wird eine Kandidatur wiederum geprüft. Schliesslich haben die Grünen des Kantons Glarus einen beachtlichen Stimmenanteil.

Die Grünen werden die Kandidatinnen und Kandidaten der anderen Parteien genau unter die Lupe nehmen. Dies gilt auch für die Bisherigen. Die bisherige Bilanz der Legislatur ist eher enttäuschend. So wurde das Wassergesetz, welches für den Kanton Glarus fundamental ist, wiederum hinausgeschoben und die wichtigen Fragen der Wasserrechte sowie des Wasserbaus sind nach wie vor unbefriedigend gelöst. Ebenso enttäuschte der Regierungsrat die Grünen durch mangelhafte Kommunikation, so zum Beispiel jüngst in der Ankündigung, ganze Dörfer nicht mehr mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen. Es würde dem Regierungsrat gut anstehen, eine etwas selbstkritischere Haltung einzunehmen und eine bessere Kommunikation zu pflegen.

Der aktuelle Regierungsrat hat zwar über viele Jahre gute Rechnungsabschlüsse präsentieren können, was die Grünen erfreut zur Kenntnis genommen haben. Eine Gesamtstrategie für den Kanton Glarus ist aber nicht auszumachen. Es scheint, dass der Regierungsrat etwas progressiven Schwung gut vertragen kann. Die Grünen werden deshalb gut abwägen, welche Kandidaten eine Vision für den Kanton versprechen und nicht einfach verwalten wollen.