Vor 96 Jahren wurde das Unternehmen Sernf-Niederenbach Kraftwerk gegründet. In nur eimeinhalb Jahren wurden die Staumauer am Garichtisee sowie die dazugehörigen Stollen und Ausgleichsbecken gebaut. Für die damalige Zeit eine grandiose Leistung. Heute nennt sich das Unternehme SN-Energie und liefert Strom hauptsächlich an die Stadt St. Gallen und mehreren St. Galler Gemeinden. Die Führung durch das Werk in Schwanden war eindrücklich und die Informationen über die Geschichte vom Bau bis heute sehr interessant.
Bilder vom Bau der Staumauer zeigten, wie mühsam und aufwendig es damals war, ein solches Bauwerk zu errichten. Am Fundament ist die Mauer 30 Meter dick und verjüngt sich bis oben auf nur 3 Meter.
Über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen täglich dafür, dass es nicht dunkel wird. Dies ist nicht immer so einfach, erfuhren die Industriespione durch fachkundiges Personal, die mit beachtlichen Zahlen und Fakten einen Einblick hinter die Kulissen der Anlage gaben. Wussten Sie zu Beispiel, dass das Wasser aus der Druckleitung mit über 500 km/h auf die Turbinen triff? Eine unglaubliche Kraft. Beim Rundgang durften die Spione direkt am Ende der Druckleitung stehen. Der Schieber zur Turbine war geschlossen. Aber sich vorzustellen, dass sich dahinter ein Druck von vielen hunderten Elefanten befindet, war schon etwas eigenartig. Auch die Generatoren in der grossen Halle waren imposant. 45 000 PS leisten sie bei Volllast.
Bevor es aber zum Apéro ging, erklärte ein Mittarbeiter noch, was mit dem produzierten Strom eigentlich passiert. Natürlich geht er zuerst an die Industrie und die Haushalte. Doch was einige Besucher und Besucherinnen erstaunte, in den Büros in Schwanden geht es zu wie an einer Börse. Es wird Strom produziert, verkauft und gehandelt. Ein kompliziertes Verfahren. Und was auch noch erstaunlich ist, der Stromhandel ist sehr wetterabhängig. Wird zum Beispiel über einer Schweizer Stadt am nächsten Tag ein grösseres Gewitter prognostiziert, bietet Schwanden Hilfe. Da bei schlechter Wetterlage die Fotovoltaik-Anlagen nur wenig oder gar keinen Strom liefern, kann Schwanden aushelfen. Das ist sehr einfach erklärt, aber ein ausgeklügeltes und kompliziertes System.
Alles in allem. Der Besuch bei SN-Energie in Schwanden war beindruckend und jedem zu empfehlen. Wie ein Mittarbeiter zum Schluss noch meinte, man soll mit der Energie sorgsam umgehen und auch den gesunden Menschenverstand benutzen.
Ein Danke geht an Visit-Glarnerand für die Organisation. Wollen auch Sie einmal bei einer spannenden Industriespionage dabei sein, so können Sie sich auf der Webseite https://glarnerland.ch/de/glarnerland/industriespionage.html informieren.



