Halbzeit im KantiKulturGarten der Kanti Glarus

Vor zwei Monaten bauten und bepflanzten Kantischüler/-innen im Rahmen des Gesamtschulanlasses Hochbeete, jetzt ist Ernten und Essen angesagt. Gleichzeitig wird der Garten auch für diverse kulturelle Darbietungen der Schüler/-innen genutzt.




Die einen Schüler/-innen ernten Salat und Kohlrabi, andere zupfen Kefen ab, eine weitere Gruppe bindet die Tomatenpflanzen an die Rankhilfen. Die Kleingruppe, die für die Krautstiele zuständig ist, ist etwas unsicher: Handelt es sich bei diesen Blättern mit rotem Stiel tatsächlich um Krautstiele oder sind es nicht doch Randenblätter? Andere beissen in einen frisch geernteten Fenchel, damit sie überhaupt wissen, was sie da vom KantiKulturGarten in die Mensaküche der Kanti Glarus tragen.

Vor gut zwei Monaten startete an der Kantonsschule Glarus der Gesamtschulanlass 2018, ein Anlass, der alle sechs Jahre durchgeführt wird. Das Thema dieses Jahres: KantiKulturGarten. Das Ziel: in insgesamt 37 jahrgangsgemischten Gruppen und mit Unterstützung einer Lehrperson ein Hochbeet bauen, dieses bepflanzen, sich vorher kundig machen über die diversen Pflanzen und sich dann als Gruppe um das Beet kümmern. Der Bautag Ende April war ein tolles Erlebnis, es wurde gesägt und geschraubt, Möbel entworfen, damit man sich im Garten auch niederlassen kann. In den Gruppen brachten sich die 1.-Klässler genauso ein wie die 6.-Klässlerinnen, alle übernahmen Verantwortung für das Projekt und füreinander. Etwas schwieriger gestaltet(e) sich im Anschluss die Organisation der Pflege: Wer geht wann giessen, wie weiss man, wenn was reif ist, wer ist wann in den Sommerferien da und kümmert sich? Eine besondere Herausforderung sind dabei die Aussenbeete: In Absprache mit der Gemeinde Glarus, die sich sofort auf das Projekt einliess, stehen vier Hochbeete auf Gemeindegebiet, so beim Stampf oder auf dem Zaunplatz. Sie begrünen zusätzlich die Innenstadt.

Der KantiKulturGarten umfasst auch einen kulturellen Aspekt: Jede Gruppe organisiert für die Mitschüler/-innen eine Aktivität in und um den Garten. Vom Gartenquiz über einen gemeinsamen Grillabend bis hin zu einer Garten-Diskussion ausgehend von Ideen des antiken Philosophen Epikur gab es bis anhin allerlei zu besuchen, wobei das Publikumsaufkommen sehr unterschiedlich ausfällt.

Das in der Mensaküche abgelieferte Gemüse wird gleichentags in die Spitalküche gebracht und landet ein bis zwei Tage später bereits auf den Tellern der Kanti-Mensa. Mit grosser Flexibilität und hohem Engagement hat sich das Team der Mensa-/Spitalküche auf dieses Experiment eingelassen. Die Krautstiele aus dem KantiKulturGarten jedenfalls mundeten sehr gut!

Noch gut zwei Monate werden die Beete stehen. Mitte August dann, nach Beginn des neuen Schuljahres, ist die Schlussernte angesagt. Möglichst viel davon soll an der traditionellen Schuljahreseröffnung mit gemeinsamem Mittagessen genossen werden können.

Für September ist der Abbau der Beete geplant, wobei nicht alle zerlegt werden müssen. Zwölf davon haben bereits Abnehmer gefunden. Weitere wären zu verschenken.

Der Abbau wird wie der Aufbau ein logistisches Grossereignis. Beim Aufbau konnte die Kantonsschule auf die logistische Hilfe vom Zivilschutz, Jakober Gärten, Gärtnerei Landolt und die Bauunternehmung Trümpi zählen. Hoffentlich gibt es diese Unterstützung auch beim Abbau.