Hanspeter Bäni mit Geschichten aller Art

In der stadtglarnerischen Kulturbuchhandlung Wortreich weilte unlängst ein weitgereister Gast, der als Videojournalist lange unterwegs war, auf viele Leute traf und von deren Leben Dokumentationen erstellte, die unter anderem vom Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurden und auf hohe Beachtung stiessen. Hanspeter Bäni hat unter dem Titel «Der Reporter – Geschichten jenseits der Dreharbeiten» ein Buch verfasst. Einige Inhalte – mit kurzen Filmsequenzen verdeutlicht, stellte er den vielen Besucherinnen und Besuchern vor.



Hanspeter Bäni mit Geschichten aller Art

Bei der Begrüssung deutete Christa Pellicciotta an, dass der Gast mit einem Dokumentarfilm bereits einmal im Glarnerland geweilt habe. Hanspeter Bäni mit Jahrgang 1956 lebt in Zürich. Über vier Jahre hinweg bereiste er Lateinamerika. Er war Tourenleiter, organisierte viele Reisen und stieg 1990 in die Medienlandschaft ein, zuerst bei Privatradios, dann – ab 1997 – beim schweizerischen Fernsehen war er ab dem Jahr 2000 anfänglich für das Polit- und Wirtschaftsmagazin «Rundschau» tätig, später als Videojournalist für die Sendungen «Reporter» und «Dok» – dies bis 2021. Für seine stark beachteten Reportagen wurde er mit mehreren Medienpreisen ausgezeichnet.

Seine Tätigkeit hat ihn an verschiedenste Orte geführt, ergab Kontakte zu vielen Personen, die bereit waren, über ihr Leben zu erzählen. Sie liessen sich nicht selten über Jahre hinweg begleiten. Bäni schilderte in bewegender, ehrlicher Art, gestattete damit Einblicke in Unerwartetes. Mit kurzen Filmsequenzen und dem Lesen der entsprechenden Episoden aus seinem Buch führte er zuerst nach Kamerun zum schwarzen Prinzen und der weissen Königin und erweckte das Eheleben einer enorm leichtgläubigen Schweizerin und deren Heirat mit dem angeblichen Prinzen; ein tragisches Schicksal tat sich auf, endete mit dem Tod der 52-jährigen leichtgläubigen Bernerin.

Weiter ging die Reise nach Kenia, samt Autopanne in unwegsamstem Gebiet. Man erfuhr, wie intensiv Lotti Latrous Sterbenskranke pflegte – unermüdlich, beseelt und beeindruckend positiv. Die Einblicke in dieses kraftvolle, unermüdliche Helfen waren enorm bewegend.
Kurze Ausführungen betrafen Bänis Aufenthalt in Argentinien, Staatskrise, Heckenschützen, höchst Bedrohliches, weiterührend mit offenen Erfahrungen während der eigenen Jugendzeit. Derartiges floss in Bänis Schaffen nachhaltig ein.
Dass seine Arbeit zuweilen stark kritisiert und kommentiert wurde, hielt ihn vom Weiterführen des Suchens und Auseinandersetzens mit jenen nicht ab, die seinem Anfragen jeweils zustimmten. Da wäre beispielsweise das Leben einer Bergbauernfamilie im Maderanertal, der Fall Carlos, Walter Roderer ebenso zu erwähnen wie die Treffen in Deutschland anlässlich eines langen Aufenthaltes beim ZDF; eine Reise nach Nicaragua und die Spurensuche nach einem adoptierten Kind, das von der Leihmutter zurückgenommen worden war; Gespräche und ausgestrahlte Aufzeichnungen mit Betrügern und Waffenbesitzern mit gar seltsamen Ansichten waren weitere Inhalte dieses Abends.

Bäni wurde mehrfach bedroht, es sei auch Munition in seinen Briefkasten gelegt worden. Er wurde 2021 pensioniert und begab sich mit einem Freund auf eine 1300 Kilometer lange Wanderung. Auch in dieser Zeit ergaben sich wertvolle, nicht selten innige Begegnungen – mit neuen Dokumentationen.
Nach der Pensionierung geht es für Bäni weiter, Innehalten ist so etwas wie ein Fremdwort. Er unterrichtet, bringt sein neues Buch unter die Leute, pflegt Kontakte, ist unermüdlich, liebenswürdig, belesen, kreativ, behutsam fragend und medientauglich umsetzend.

Es gab viele Fragen zu beantworten, beispielsweise Wahrung des Persönlichkeitsschutzes, Finanzierung eines Projekts, Nachfolger seiner Arbeit, Halbierungsinitiative, Formen des Recherchierens, Weiterführen von Langzeitprojekten. Es wurde kompetent und in willkommener Kürze geantwortet.
Viele Bücher hatte Hanspeter Bäni zu visieren – bevor auch er das Verweilen an der hauseigenen Bar und einen willkommenen Gedankenaustausch geniessen konnte.