„Haydn trifft Heidi“ – Orchester „con brio“ an musikalischem Grossprojekt beteiligt.

Klassik trifft Volksmusik: Mit dem Projekt „Haydn trifft Heidi“ möchten die über 140 Mitwirkenden unter der Leitung der Churer Dirigentin Seraina Hartmann zwischen zwei scheinbar völlig unterschiedlichen Musikstilrichtungen eine musikalische Brücke schlagen.



„Haydn trifft Heidi“ – Orchester „con brio“ an musikalischem Grossprojekt beteiligt.

Es gibt Anhänger der klassischen Musik, es gibt Freunde der Volksmusik. Normalerweise haben die Vertreter der jeweiligen Stilrichtungen nicht gerade viel miteinander am Hut. Denn welcher Klassikfan besucht schon freiwillig ein Jodelkonzert, und welcher Jodler lässt sich einfach so auf einem Klassikkonzert sehen? Vielleicht gibt es vereinzelte, deren Herz tatsächlich für beide Stilrichtungen schlägt, doch bei den Meisten würde es wohl einiges an Überredungskunst brauchen, um sie für einen Besuch der„Konkurrenz“ zu begeistern.
Initiantin dieses musikalischen Grossprojektes ist die Chorleiterin und Dirigentin Seraina Hartmann. Sie kommt ursprünglich vom klassischen Bereich her und hat Ende 2003 ausserdem den Jodelgesang entdeckt. Seither tritt sie auch als Solo- und Duettjodlerin auf und hat den Sprung gewagt, auch das Älplerchörli Obervaz zu dirigieren. Diese musikalische Vielschichtigkeit bringt es mit sich, dass Hartmann geradezu dafür prädestiniert ist eine Brücke zwischen diesen beiden Musikrichtungen zu schlagen.

Über 140 Mitwirkende

Die bunt gemischte Liste der mitwirkenden Musikerinnen und Musiker macht deutlich, dass sich die Initiantin einiges vorgenommen hat. Also da wären: Der Männerchor Frohsinn aus Chur, unterstützt von einem Ad-hoc-Frauenchor, das für seine Vielseitigkeit und Experimentierfreudigkeit bekannte Orchester „con brio – Regionalorchester Glarnerland, Gaster, March“ unter der Leitung von Mathias Elmer, die Jodlerin Nadja Räss als Solistin und schliesslich das Älplerchörli Obervaz. Das Konzertprogramm für die drei geplanten Auftritte in Lenzerheide, Chur und Glarus hat es in sich. Unter dem Motto „Jahreszeiten“ werden vier Chöre aus Josef Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ und diverse Instrumentalmusiken durch das Orchester „con brio“ zum Thema aufgeführt. Höhepunkt des Projektes und gleichzeitig der gewagteste Teil ist aber wohl die Uraufführung vom „Jahreslauf der Natur“ von Heinz Willisegger und Edi Kurmann. Diese Komposition existiert zwar schon für Jodlerchor und Blasorchester, ist aber noch nie in symphonischer Besetzung aufgeführt worden. Sie ist damit sozusagen die angestrebte Vernetzung von Klassik und Volksmusik in Perfektion.

Probe-Weekend

Am vergangenen Wochenende trafen sich die über 140 Musikanten, Sängerinnen und Sänger auf der Lenzerheide zu einem Probe-Weekend. Erstmals haben Sie dabei gemeinsam für das musikalische Grossprojekt geprobt. Dass dieses auf grosses Interesse stösst bewies auch die Anwesenheit von Tele-Südostschweiz, welche mit einer Aufnahme-Crew einen TV-Betrag vorbereitet hat.

Neues Konzerterlebnis

Beim Projekt „Haydn trifft Heidi“ wird eine enorme Bandbreite an Musikliebhabern angesprochen. Es soll damit ein komplett neues Konzerterlebnis geschaffen werden. Ein Konzerterlebnis, das vielleicht den einen oder anderen Klassikfan zum Volksmusikfreund und den einen oder anderen Volksmusikfreund zum Klassikfan werden lässt. Einen publikumsmässigen Grossaufmarsch hat schon alleine die einzigartige Idee dieses Pilotprojektes verdient.

Aufführungen
Sonntag, 8. April 20.00h kath. Kirche San Carlo, Lenzerheide
Samstag, 14. April 20.00h Martinskirche Chur
Sonntag, 15. April 17.00h Aula Kantonsschule Glarus