Die 75-jährige Heidi Eicher arbeitete bis zu ihrer Pensionierung als Detailhandelsfachfrau im Goldschmiede-Atelier Mawidor in Glarus. In ihrem Beruf war ihr der Kontakt zu Menschen schon immer sehr wichtig. Auch ist sie seit bald 50 Jahren im Samariterverein tätig. Unter anderem als Präsidentin. Im März wurde ihr vom Verein die Ehrenmitgliedschaft des Kantonalverbands verliehen. Die Jungen dort meinten kürzlich, dass sie für sie ein gutes Vorbild sei.
Die Anfänge
Vor zehn Jahren wurde Heidi Eicher von Pro Senectute Glarus angefragt, um beim Programm Senioren für Senioren tätig zu werden, bei dem sie kleine Jobs für Senioren vermittelte. Vor acht Jahren empfahl ihr Peter Zimmermann, der ehemalige Geschäftsleiter von Pro Senectute, sich dem Thema Handykurse zu widmen. Die Idee war geboren und sie entschloss sich, dies in die Tat umzusetzen. Als Kursraum diente zuerst die Bibliothek des Alterszentrums Bergli in Glarus.
Vielfältige Kursinhalte
Heute findet der Kurs alle zwei Wochen im eigenen Pro-Senectute-Kursraum in Glarus statt, wo Interessierte die Möglichkeiten der Benutzung eines Smartphones lernen können. Von Nachrichten per WhatsApp schicken über die Bearbeitung von Fotos oder SBB-Billette lösen, die Kursinhalte sind vielfältig. Alle fünf Kursleiter könnten ihre Stärken zum Einsatz bringen und sich gegenseitig in einer guten Atmosphäre unterstützen. Heidi Eicher hält die Truppe zusammen und sorgt dafür, dass die Kursteilnehmer ihre Ängste ablegen können. Ebenso ist sie für manche eine Art Hauspsychologin, denn Heidi Eicher hat immer ein offenes Ohr für alle Sorgen und Probleme.
Manchmal müsse sie die männlichen Kursleiter ein wenig bremsen in ihrem Eifer, alle Details der Geräte zu erklären. Es gehe primär um das Erlernen der grundlegenden Fähigkeiten. Jeder sei zu den kostenlosen Kursen willkommen, meint die engagierte und durch die zahlreich abgehaltenen Kurse mittlerweile kantonal bekannte Persönlichkeit.
Sozialer Aspekt des Digitalen
Vielen Menschen hat sie die Angst vor moderner Technik genommen. Nachrichten schicken können oder wissen, wie man gute Fotos hinbekommt hat nicht nur einen technischen Aspekt, sondern auch einen sozialen, denn mehr am Leben der Kinder und Enkel digital teilnehmen zu können, hat schon vielen älteren Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Publikumsabstimmung
Die Nominierung hat sie so sehr überrascht, dass sie sich noch keine Gedanken übers Gewinnen gemacht hat. Nach kurzem Zögern fügt sie aber hinzu, dass ein allfälliger Sieg nicht für sie persönlich wäre, sondern für alle Personen stehen würde, die im Kanton Glarus Freiwilligenarbeit leisten.




