Herausforderungen an den Detailhandel liegen im Spannungsfeld von Tradition und Innovation

Sämtlichen Geschäfte an der GV der Glarner Detaillisten passierten diskussionslos. Im Vorfeld vermittelte Mathias Oeschger, Geschäftsleiter der Brauerei Adler, Schwanden, im hauseigenen Getränkemarkt einen spannenden Einblick in den klassischen Familienbetrieb und die Veränderungen im Bierkonsum.



Christoph Müller begrüsst im Getränkemarkt der Brauerei Adler. (Bilder: willi baumgartner)
Christoph Müller begrüsst im Getränkemarkt der Brauerei Adler. (Bilder: willi baumgartner)

Für einmal stand das Vergnügen vor der «Arbeit». Mathias Oeschger, Geschäftsführer der Brauerei Adler und seit zehn Jahren im Geschäft dabei, gab einen sehr interessanten Einblick in die heute noch einzige übriggebliebene Brauerei im Glarnerland. Adler Bräu ist seit 1828 in Familienbesitz und wird bereits in der vierten Generation geführt.

Dank der Flexibilität als Kleinbrauerei kann sie sich immer wieder schnell der aktuellen Marktsituation anpassen. Bereits vor 14 Jahren hat die Brauerei Adler begonnen, sich auf spannende Bierkreationen zu konzentrieren, ohne die Klassiker zu vernachlässigen. Insgesamt werden in Schwanden 15 verschiedene Biersorten hergestellt.

Branche im Umbruch hüben …

«Das Konsumverhalten hat sich total verändert. Bereits ca. 50% der Generation Z trinkt keinen Alkohol mehr. Restaurants und Gasthöfe verschwinden immer mehr. Das Umfeld ist im Umbruch», so Oeschger weiter. «Doch das Unternehmen ging stets mit der Zeit und erfüllte die neusten technischen Anforderungen. Und wir wollen es bleiben, dank unserem Leitsatz: Tradition und zeitgemässe Technologie im Einklang». 2/3 des Verkaufs findet im Glarnerland statt, fünf Beizen in Basel, aber auch in Zürich oder Winterthur, führen das Bier aus dem Glarnerland. Den Bekanntheitsgrad ausserkantonal weiter zu fördern, ist eine herausfordernde Aufgabe

… aber auch drüben

«Die Detaillisten des Kantons Glarus sind bestrebt, durch tägliche Dienstleistungen der Bevölkerung in der Umgebung ein ruhiges und beständiges Umfeld zu schaffen», so Präsident Christoph Müller bei der Begrüssung zu GV im Brauereigasthof Adler. «Wir helfen so, die nicht direkt zu beeinflussenden Unsicherheiten in der Welt erträglicher zu gestalten».

In seinem Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr erwähnte Müller verschiedene Aktionen wie die kantonale ProBon-Weihnachtsaktion oder der Besuch der QV-Feier in der Aula der Kantonsschule. Vier junge Detailhandels-Berufsleute hatten die Note 5,3 und besser erreicht und durften nebst einem Blumenstrauss auch einen Gutschein in Empfang nehmen.

«Der beliebte ProBon ist auch in seinem 37. Jahr ein absoluter Renner und eine echte Herzensangelegenheit», so Angelo Ferrari. «Von 47 Detaillisten geben 24 Geschäfte diesen ab. Das älteste Treuepunkte-System der Schweiz – mit einem Markenbekanntheitsgrad von 45% – macht das regionale Einkaufen noch attraktiver. Zudem warten bei den zahlreichen Verlosungen attraktive Preise».

Die weiteren statuarischen Geschäfte gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Gemäss Kassier Roger Brunner stehen die Glarner Detaillisten finanziell gut da. Darum wurden die Mitgliederbeiträge in bisheriger Höhe belassen. Nach weniger als einer Stunde konnte Präsident Christoph Müller die von ihm speditiv geleitete Versammlung schliessen und zum gemütlichen Teil überleiten.

Dort fanden die Teilnehmenden beim feinen Nachtessen genügend Zeit für einen regen Austausch.