Herzog ohne Stewy: voller Erfolg

Mit einem Konzert der Jazz-Sängerin Nicole Herzog und ihrer Begleitgruppe wurde auf der Kulturbühne Lihn die Saison 2020 eröffnet. Der bekannte Berner Pianist Stewy von Wattenwyl musste sich kurzfristig abmelden, weil er in jenen Stunden Vaterfreuden entgegenblickte. Allerdings konnte rechtzeitig ein Ersatz für ihn gefunden werden.



Angekündigt war das Konzert unter dem Titel «Nicole Herzog – Stewy von Wattenwyl Group» – einem Namen, der in der Welt des Jazz seit Langem einen guten Klang hat und der 2014 den «Swiss Jazz Award» gewann, den einzigen schweizerischen Jazzpreis, bei dem das Publikum über die Siegerband eines Musikwettbewerbs entscheidet. Von Wattenwyl wurde kurzfristig ersetzt durch den Pianisten Ueli Kempter. Die beiden anderen Mitmusiker waren Schlagzeuger Kevin Chesham und Bassist Christoph Utzinger, der auch vom Swiss Jazz Orchestra her bekannt ist.

 

Am Mittag am Radio – am Abend live

Das erste Konzert des diesjährigen Programms der Kulturbühne Lihn war gut besucht. Denkbar, dass der eine oder die andere an diesem 25. Januar um 13.45 Uhr «Radio Swiss Jazz» eingeschaltet hatte, aus dem Lautsprecher eine faszinierende Stimme hörte und auf dem Display las: «What a Difference a Day Made», mit Nicole Herzog und Stewy von Wattenwyl. Herzog machte ihre Ansagen am Abend zwar in breitem Thurgauer Dialekt, wohnt aber mit ihrer Familie in Dänemark und singt in ihrer ausdrucksvollen Art akzentfrei in mehreren Sprachen – vor allem Englisch, aber auch auf Französisch oder Brasilianisch-Portugiesisch. An ihrem Glarner Konzert interpretierte sie Melodien aus ihren drei letzten Alben «Intimacy» und «I Love(s) You Billie» (in Erinnerung an Billie Holiday, die als «Mutter des modernen Jazzgesangs» gilt). Die letzte CD war George Gershwin gewidmet, dem Schöpfer der Jazzoper «Porgy and Bess». Eines der letzten Stücke an diesem eindrücklichen Konzert – das unverwüstliche «Summertime» – stammte denn auch aus diesem Werk.

 

Das nächste Konzert im Seminarhotel Lihn findet am 27. März statt: Das Appenzeller Trio «Anderscht» will zeigen, wie vielfältig das traditionelle Hackbrett in verschiedenen Stilrichtungen eingesetzt werden kann. Am 24. April spielen Jeff Wilkinson & The Shutterdogs Melodien aus dem Bereich American Folk, Blues and Rock.