Hinter den Kulissen: Wir liefern alle Beilagen Ernst Gygli AG, Früchte und Gemüse Teil 1

Es war eine lange, aber sehr interessante Nacht, die ich bei der Firma Ernst Gygli aus Näfels verbracht habe. Wieder einmal hat es sich gezeigt, wie viel Arbeit hinter vermeintlich einfachen Dingen steckt.



Hinter den Kulissen: Wir liefern alle Beilagen Ernst Gygli AG, Früchte und Gemüse Teil 1

Es war kurz vor 1 Uhr nachts und es schneite. Doch ich war wieder einmal unterwegs, um hinter die Kulissen einer Firma zu schauen. Diesmal treffe ich mich mit Alain Pavin-Gygli, dem Inhaber und Geschäftsführer. Einige Details zur Firmengeschichte: Seit 1943 ist die Familie Gygli im Handel mit Früchten und Gemüse tätig. 1955 übernahm Ernst Gygli die Aktienmehrheit und gründete die heutige Ernst Gygli AG. Bis heute ist es ein Familienbetrieb. 2017 übernahm Alain Pavin-Gygli mit seiner Familie die operative Geschäftsführung.

Alain Pavin nahm mich in Näfels in Empfang und zeigte mir erst einmal die An- und Auslieferung. Bereits um diese Zeit wurde gearbeitet. Bestellungen für den heutigen Tag wurden bereitgestellt. Noch fehlte aber ein grosser Teil, nämlich alle Früchte und auch Gemüse aus dem Grossmarkt in Zürich. Der Lastwagen, der alles abholt, war bereits unterwegs. Und das war auch mein Ziel. Alain Pavin nahm sich speziell für Glarus24 Zeit, um mir den Grossmarkt in Zürich zu zeigen. Als grösster Frischmarkt der Schweiz bietet der Zürcher Engrosmarkt an der Aargauerstrasse 1 in Zürich ein Vollsortiment an Früchten, Gemüse, Tiefkühl- und Molkereiprodukten. Rund 40 Importeure und Grosshändler sowie gut zwei Dutzend Inlandproduzenten sorgen für transparente Marktverhältnisse und konkurrenzfähige Preise. Ich war sehr gespannt. Um etwas Zeit zu sparen, fuhren wir mit dem PW. Kurz vor 2 Uhr erreichten wir den Markt. Da standen schon viele LKWs aus allen Herren Ländern. Aber hauptsächlich aus Spanien und Italien, die ihre Waren anlieferten. Natürlich gab es auch LKWs aus der Schweiz – Händler, die ihre Waren abholten. So stand auch der LKW von Ernst Gygli schon an der Rampe, und es wurde bereits verladen.

Alain Pavin nahm mich nun mit und zeigte mir die Hallen. Ich kam aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Auf rund 6000 m2 werden Früchte, Gemüse, Tiefkühl- und Molkereiproduckte angeboten. Alles sehr frisch. Frischer geht es kaum. Ob Einheimisches oder auch Exotisches, es gab fast nichts, was es nicht gab. Früchte und Gemüse so weit das Auge reichte. Da ich sehr gerne koche, war dies für mich natürlich ein Paradies. Ich weiss nicht, was ich alles aufzählen soll. Es gab so vieles. Besonders erwähnen möchte ich die Looye Honigtomate, von denen ich probieren durfte. Die kleine Tomate ist im Geschmack ganz gross. Ihre Süsse verführt einen zum Naschen. Fast wie eine Praline. An einem anderen Stand stieg mir ein weiterer herrlicher Duft in die Nase – Trüffel aus Alba. Nicht nur der schwarze, auch der viel seltenere weisse Trüffel war erhältlich. Da sah ich noch etwas, was ich aus Südkorea kenne und immer gerne gegessen habe – die Nashi Birne. Sie hat einen einzigartigen Geschmack und Alain Pavin fackelte nicht lange, nahm drei Birnen und schenkte sie mir. Freude herrscht!

Die Zeit verflog. All die vielen Eindrücke und was mir besonders auffiel, alles ging ruhig und geordnet vonstatten. Keine Hektik, kein Geschrei. Verkäufer und Händler gingen sehr kameradschaftlich miteinander um. Man kennt sich und es blieb immer etwas Zeit, um sich auszutauschen. Als ich Alain Pavin darauf ansprach, erzählte er mir, dass es auch sein Verdienst war, wie jetzt miteinander umgegangen wird. Als Aktionär vom Engrosmarkt sei es ihm ein Anliegen, dass die Stimmung gut sei. Das fördere die Kameradschaft und sei für den ganzen Handel von Vorteil.

Nun durfte ich noch einen Blick in die riesige Gefrierhalle werfen. Lange hielten wir uns dort aber nicht auf. Es war zu kalt. Alain Pavin zeigte mir noch einen Ort, an dem nur sehr wenige Zutritt haben. Die Bananen-Reiferei. In verschiedenen Kammern reifen die Bananen, die alle grün angeliefert werden. Je nach Kundenwusch reifen die Bananen kürzer oder länger.

In der Zwischenzeit war auch der Lastwagen von Ernst Gygli beladen und machte sich auf den Weg nach Näfels. Für mich war der Besuch auf dem Grossmarkt aber noch nicht vorbei. Wie es weiter ging, erzähle ich Ihnen im zweiten Teil. Es gibt noch viel Interessantes zu berichten. Schon jetzt möchte ich mich bei Alain Pavin-Gygli herzlich für diesen sehr spannenden Einblick in seine Arbeit und den Grossmarkt bedanken. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, dürfen sich auf den zweiten Teil freuen. Bis bald!