Historischer Triumph des Glarner Tambourenvereins Näfels

Nach monatelanger Vorbereitung und dem Vizeschweizermeistertitel 2023 im Gepäck machten sich die Glarner auf nach Appenzell an das Ostschweizerische Verbandsfest. Nach dem Wiederaufbau des Vereins in den 90er-Jahren wagte man vom ersten Festsieg in der Vereinsgeschichte bislang nur zu träumen. Doch ausgerechnet an diesem Wochenende sollte dieser Traum in Erfüllung gehen.



(Bild: zvg)
(Bild: zvg)

Vom 3. bis 5. Juli 2026 fanden in Appenzell die 25. Ostschweizer Tambouren-, Pfeifer- und Claironwettspiele statt. Freitags messen sich die Tambouren jeweils in den Einzelwettspielen. Der Tag startete aufgrund eines Regenschauers während dem Einspielen denkbar schlecht. Doch davon liessen sich die Glarner Einzeltambouren nicht beirren und zeigten ihr Können eindrucksvoll. Bei den Jüngsten (T3J) sicherten sich Laurin Parli und Marlo Weber mit Rang 13 eine Zweigauszeichnung. Im T2J durften sich gleich drei Glarner über die Finalteilnahme und somit über eine Kranzauszeichnung freuen. Andrin Kälin trommelte sich aufs Podest und belegte den sensationellen 2. Rang. Ihm fehlten lediglich drei Zehntel auf die Spitze und damit auf den Ostschweizermeistertitel. Knapp hinter dem Podest klassierten sich Janis Hösli auf Rang 4 sowie Robin Schirmer auf Rang 6. In der mit nationalen Gästen gespickten Kategorie T1J (U20) durfte der GTV ebenfalls zwei Teilnehmer im Final stellen. Dort trommelte sich Kian Meyer mit einer bärenstarken Leistung auf den 2. Rang und sicherte sich als bester Ostschweizer den Ostschweizermeistertitel. Nevio Bäbler zeigte ebenfalls eine hervorragende Leistung und kürte sich mit dem 8. Rang zum Vizeostschweizermeister. Die weiteren Kranzgewinner im T1J sind Levio Maggiacomo (15.), Livio Tran (21.) und Noe Schirmer (26.). Das neuste Mitglied der Glarner Trommelfamilie, Beat Liscioch, startete bei den Veteranen TV2 und holte sich dort dank dem starken 7. Rang ebenfalls die Kranzauszeichnung.

Doch die Augen und Hoffnungen ruhten an diesem Freitag vor allem auf dem momentan stärksten Einzeltambour aus dem Glarnerland: Pascal Grossmann. Dieser zeigte in der Vorrunde zwar noch Nerven, qualifizierte sich aber dennoch souverän für den Final im T1 am Freitagabend, wo er zum grossen Schaulaufen ansetzte. Er zeigte zwei perfekte Vorträge und legte dabei eine Technik an den Tag, wie sie selten zuvor zu sehen war. Mit seiner Leistung trommelte er sich auf den 5. Rang des nationalen Top-Felds und krönte sich hochverdient zum Ostschweizermeister. Die weiteren Kranzgewinner im T1 sind Marc Zweifel (22.) und Tobias Luchsinger (25.). Letzterer bestritt sein erstes Wettspiel bei den Erwachsenen und holte sich sogleich die Kranzauszeichnung.

Nach den starken Einzelwettspielen am Freitag folgte am Samstag mit den Sektionswettspielen das nächste Highlight. Tobias Luchsinger kam zu seinem Debüt als Jungtambourenleiter und feierte gleich beim ersten Wettspiel mit seinen Jungen den Sieg im S2J.

Die Aktiven des GTV Näfels starteten in der Höchstkategorie S1 unter der Leitung von Michael Knobel und haben sich ein Jahr vor dem nächsten Eidgenössischen Tambouren- und Pfeiferfest mit den besten Sektionen der Schweiz gemessen. Noch nie startete eine Glarner Sektion mit so vielen Tambouren an einem Sektionswettspiel. Insgesamt 24 Tambouren standen in den Reihen des GTV Näfels. Dieser Umstand ist jahrelanger harter Aufbauarbeit zu verdanken und alles andere als selbstverständlich. Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Wettspiel standen gut, aber es gab auch gewisse Zweifel aufgrund der starken Verjüngung der Sektion. Nach dem Wettspiel konnte die eigene Leistung nicht richtig eingeordnet werden. Zwar zeigte man drei sehr gute Vorträge, doch das Potenzial konnte nicht vollumfänglich ausgeschöpft werden. So blieb den Glarnern nichts anderes übrig, als das Rangverlesen am Sonntag abzuwarten. Kurz nach 15.30 Uhr wich die Anspannung schliesslich grenzenlosem Jubel: Der Glarner Tambourenverein Näfels sicherte sich den ersten Festsieg seiner Vereinsgeschichte und darf sich gleichzeitig für vier Jahre Ostschweizermeister nennen. Ein historischer Moment.