Die Schweiz ist in sprachlicher Hinsicht sehr vielseitig. Nicht nur haben wir vier offizielle Landessprachen, auch unser Schweizerdeutsch unterscheidet sich deutlich von dem Hoch- oder Standartdeutsch. Ausserdem wechseln wir je nach Medium zwischen Mundart und Hochdeutsch. So führen wir unsere mündliche Kommunikation weitestgehend in Mundart oder in unserem Dialekt. Dagegen führen wir unsere schriftliche Kommunikation in der Regel in Hochdeutsch. Das dieser Wechsel der Sprachen vor allem für Kinder und Jugendliche nicht immer einfach von Statten geht, dürfte einleuchtend sein.
Schriftsprache nicht immer gleich Hochdeutsch
Durch die neuen elektronischen Kommunikationsmittel wurde diese strikte Trennung aufgeweicht. Immer häufiger verfassen vor allem Kinder und Jugendliche ihre SMS oder Mails nicht mehr in Hochdeutsch sondern im Dialekt. Dadurch kann es zu Unsicherheiten und Fehlern beim Erstellen eines Textes in Hochdeutsch führen.
Nicht nur in der Orthographie haben sich in den letzten Jahren Defizite bei Schülern gezeigt. Laut der PISA-Studie und nachfolgender Studien zeigt sich beim grössten Teil der Schweizer Schülern ein Schwäche in der Kompetenz des Textverstehens. Diese Schwäche kann sich auch auf die Leistung beim Lösen von Textaufgaben in der Mathematik aber auch in den natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern führen.
Schon früher Hochdeutsch
Um diesen Problemen entgegenzuwirken, führt der Kanton die Unterrichtssprache „Hochdeutsch“ bereits in der ersten Primarschule ein. Schon im Kindergarten sollen die Kinder mit der „neuen“ Sprache bekannt gemacht werden. Die Weisung wird per Ersten Januar 2008 in Kraft gesetzt. Bereits im Schuljahr 2007/08 soll der Anteil des Hochdeutsch ein Drittel betragen und im folgenden Schuljahr auf zwei Drittel erhöht werden. Weiterhin sollen Mundartsequenzen im Unterricht eingegliedert sein. Diese werden aber künftig deutlich als solche angekündigt und abgegrenzt werden. Dadurch soll erreicht werden, dass die Schüler einen natürlichen und unverkrampften Umgang mit dem Hochdeutsch pflegen. Da die Schule der einzige Ort ist, wo die Schüler das Argumentieren und Reagieren in Hochdeutsch üben können, erhofft sich der Kanton mit der früheren Einführung, die Kompetenzen der Schüler steigern zu können. Die frühere Bekanntschaft mit dem Hochdeutsch soll sich aber auch auf die weitere Sprachförderung positiv auswirken.
Welche Auswirkungen die Einführung auf den Lehrplan hat und in wie weit Lehrpersonen eine Weiterbildung benötigen, ist bisher nicht bekannt.
Petition will die Aufweitung endlich vom Tisch fegen



