Hochüberlegener Sieg von Sven Schurtenberger

Der Luzerner Sven Schurtenberger dominierte das Schwyzer Kantonalschwingfest in Bennau. Der 27-Jährige gewann alle sechs Gänge. Im Schlussgang setzte er sich gegen den Ausserschwyzer Überraschungsmann Joel Kessler durch. Einen starken Auftritt zeigte Roger Rychen im Rang vier.

 



Für Sven Schurtenberger war es der fünfte Kranzfestsieg seiner Laufbahn, den ersten am Schwyzer. Schurtenberger war der hochüberlegene Athlet im Skidorf und gewann alle sechs Gänge. Mit Christian Schuler im Anschwingen und Roger Rychen im vierten Gang bezwang er zwei Eidgenossen. Schurtenberger und Rychen führten zur Halbzeit mit je drei Siegen, womit die Gästepaarung zwischen dem Luzerner und dem Glarner unumgänglich war. Nach diesem Sieg war eine Vorentscheidung zugunsten des Luzerners gefallen. «So einfach wie es die Schlussgangliste hergibt, war es nicht. Ich musste meine Siege hart erkämpfen», sagte Schurtenberger nach dem Fest.

Weiter siegte Schurtenberger auch in den Duellen gegen Philipp Schuler, Martin Grab und im fünften Gang gegen den Zuger Dominik Waser. Schurtenberger ist der erste Luzerner Sieger am Schwyzer Ehrentag seit 69 Jahren (1950 John Christoffel).

Kessler, die Überraschung

Die Überraschung des Tages bildete Joel Kessler. Der 21-Jährige bezwang unter anderem die höher eingestuften Stefan Gasser und Stefan Ettlin, wodurch er sich die Schlussgangteilnahme redlich verdiente. Auch profitierte er davon, dass viele Favoriten im fünften Gang stellten. So stellten um den Schlussgangeinzug Benji von Ah mit René Suppiger, Erich Fankhauser und Matthias Herger wie auch Stefan Arnold und Michael Gwerder. Kessler, Sohn vom ehemaligen bekannten Kranzschwinger Hans Kessler, nutze gegen Stefan Ettlin seine Chance. Der Märchler wusste bereits am Hallenschwinget Niederurnen positiv zu überzeugen, nachdem er in den vergangenen Jahren etwas stagnierte.

Beherzter Auftritt

Unterschiedlich schwangen die zehn angetretenen Eidgenossen. Nebst Schurtenberger gehörte Roger Rychen zu den Lichtblicken. Der Glarner schwang stark und besiegte schon im Anschwingen Eidgenosse Mike Müllestein. Mit weiteren Siegen gegen Carlo Gwerder und Michael Gwerder lag er zur Halbzeit ganz weit vorne. Nach einem harten Kampf unterlag der Glarner Sven Schurtenberger. Gegen den unbequemen Wolhuser Damian Egli folgte der vierte Erfolg. Rychen verpasste den Schlussgang nur um einen Viertelpunkt. Ein «Vierteli», das ihm bei seinem platten Wurf gegen Carlo Gwerder aus unerklärlichen Gründen nicht gutgeschrieben wurde. Im Duell um den Ehrenplatz stellte der Molliser seinen letzten Gang gegen den defensiven Franz-Toni Kenel, womit er sich mit 57,00 Punkten im Rang vier widerfand. Mit einem äusserst beherzten Auftritt machte sich Rychen gleich selbst ein Hochzeitgeschenk, heiratet er doch kommenden Samstag. Für Rychen ist es der zweite Schwyzer Gast-Kranz nach 2016 in Schindellegi. 

Schwyzer auf verlorenem Posten

Auch Reto Nötzli, Erich Fankhauser, Benji von Ah, René Suppiger und Alex Schuler sicherten sich in der Endabrechnung noch Spitzenplätze. Hingegen erlangten die Routiniers Andreas Ulrich und Christian Schuler mit 56,25 Zählern nur mit Glück gerade noch den letzten Kranzrang. In der Regel benötigt es dazu 56,50 Zähler. Mike Müllestein reihte sich mit 56,75 Zählern im Mittelfeld ein. Für die gastgebenden Schwyzer war es ein biederer Auftritt. Alle fünf Eidgenossen: Reto Nötzli, Alex und Christian Schuler, Mike Müllestein und Andreas Ulrich konnten nie um den Sieg mittun. Zahlreiche Rücktritte (Gebrüder Laimbacher/Martin Grab) haben den jahrelang führenden Kanton aus der Innerschweiz arg geschwächt. Vom Nachwuchs konnte nur Michael Gwerder wirklich überzeugen. Die Vormachtstellung haben die Schwyzer im ISV-Hoheitsgebiet endgültig an die Luzerner verloren. Mit Romeo Bienz (Küssnacht) und Reto Schärli (Langnau b. Reiden) gab es zwei Neukranzer unter den insgesamt 39 Kranzgewinnern. 

Pianta begann gut

Einen guten Start verbuchte auch Neukranzer Christian Pianta. Er bezwang zum Auftakt Lukas Reichmuth, ehe im gleich Mike Müllestein vorgesetzt wurde, dem er unterlag. Mit dem zweiten Sieg gegen Samuel Suter war er wieder beiden Leuten. Im zweiten Teil folgten zwei Gestellte gegen Beat Kennel und Simon Achermann. Mit der Niederlage im fünften Gang gegen Ueli Hegner entschwand der Kranz. Am Ende belegte der Molliser mit 54,50 Punkten Rang 14h. Der dritte im Bunde, Christian Jöhl, fand nie richtig ins Fest. Im Anschwingen unterlag der Molliser zwei Mal. Ein Sieg und zwei Gestellte folgten, doch zum Abschluss setzte es gegen Bruno Fink eine dritte Niederlage ab. Im blieb mit 53,25 Zählern Rang 19h.

Bennau SZ. Schwyzer Kantonalschwingfest (238 Schwinger, 3850 Zuschauer). Schlussgang: Sven Schurtenberger (Nottwil) bezwingt Joel Kessler (Siebnen) nach 2.00 Minuten mit Kreuzgriff. 1. Schurtenberger 59,50. 2. Reto Nötzli (Pfäffikon SZ) und Erich Fankhauser (Hasle LU), je 57,50. 3. Matthias Herger (Bürglen UR), Rainer Betschart (Walchwil), Stefan Arnold (Attinghausen), Roland Kälin (Schönenberg ZH), Andreas Höfliger (Feusisberg) und Ueli Hegner (Siebnen), je 57,25. 4. Joel Kessler (Siebnen), Benji von Ah (Giswil), René Suppiger (Sursee), Alex Schuler (Rothenthurm), Franz-Toni Kenel (Goldau), Jonas Brun (Entlebuch), Dominik Waser (Alosen), Roger Rychen (Mollis), Fabian Herger (Altdorf UR), Stefan Heinzer (Muotathal) und Michael Gwerder (Brunnen), je 57,00.