Hochwasserschutz Guppenrunse steht kurz vor der Vollendung

In nur rund anderthalb Jahren Bauzeit haben Planer und Baufachleute das monumentale Projekt «Hochwasserschutz Guppenrunse» im Bereich Enneteggen–Schwändiberg realisiert. Eine Parforceleistung aller involvierten Beteiligten, die nicht genug Hochachtung und Anerkennung verdient. Am «Tag der offenen Baustelle» vergangenen Samstagnachmittag konnte sich die Bevölkerung vom gelungenen imposanten Werk überzeugen.




Die Guppenrunse bei Schwändi ist seit jeher als gefährlicher Wildbach bekannt. Immer wieder waren es Schlagwetter und anhaltende Niederschläge, welche zu grösseren Murgängen führten und dabei gewaltige Schäden an bestehenden Verbauungen und Rückhaltebecken hinterliessen. Im Winter fürchteten die Einheimischen die Grundlawinen, deren Ausläufer vielfach bis in den Talboden reichten und öfters musste die Strasse Schwanden–Schwändi wegen akuter Lawinengefahr gesperrt werden. Ein Blick auf eine aktuelle Gefahrenkarte zeigt, dass sich grosse Teile der Dörfer Mitlödi und Schwanden sowie das Quartier Allmeindli von Schwändi in einem Gefahrengebiet befanden. Grosse Risiken und Schutzdefizite gefährdeten Menschen und Tiere in diesen Zonen. Die Guppenrunse wurde im Laufe der Jahre stark verbaut. Auslöser für die Verbauung war ein Murgang-Ereignis im Jahre 1889.

Hochwasserschutz dringend notwendig

Immer wieder kam es in den folgenden Jahren zu kleineren und grösseren Murgängen sowie Lawinenniedergängen, die bis weit ins Gefahrengebiet hinein reichten. Ein letztes grösseres Ereignis waren die Murgänge vom 20. Juli 2010 und Oktober 2011. Nach dem Murgang vom Oktober 2011 war die Wildbachsperre im Sienentobel praktisch wirkungslos. Grundsätzlich musste davon ausgegangen werden, dass wiederum ähnlich grosse Murgänge entstehen können wie im Jahr 1889. In den letzten fünf Jahren hatten weitere kleine Murgang-Ereignisse den Zerfall der Verbauung definitiv beschleunigt. Die Situation im Einzugsgebiet der Guppenrunse war dramatisch. Es bestand dringender Handlungsbedarf. Ein Vorprojekt mit einem Wiederaufbau der Sperrentreppe wurde wegen den hohen Kosten von Bund und Kanton abgelehnt. Also musste sich die Guppenrunse-Korporation wohl oder übel mit einem neuen Projekt befassen.

Zwei neue riesige Geschiebe-Rückhalteräume

Nach einer längeren Evaluations- und Planungsphase und nach Einholung aller gesetzlich vorgeschriebenen Bewilligungen begann die Bauarbeiten im April 2018 mit dem Bau von zwei riesigen Geschiebe-Rückhalteräumen im Bereich Enneteggen–Schwändiberg. Die zwei riesigen Dämme wirken als Auffangdämme. Sie sind so konzipiert, dass sowohl Lawinen wie auch Murgänge in die Schutzdämme prallen können, ohne dass diese beschädigt werden. Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur 17 Monaten konnte das Projekt «Hochwasserschutz Guppenrunse» am vergangenen Samstagnachmittag im Beisein der Bevölkerung bei Gratisgetränken, Wurst und Brot feierlich seiner Zweckbestimmung übergeben werden.