Hohe Besucherzahlen in der Tektonikarena Sardona

Rechtzeitig zum Start der Wandersaison sind die Zahlen des im letzten Sommer erstmals durchgeführten Besuchermonitorings im UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst. Das Pilotprojekt zeigt, dass im Traumsommer 2018 mehr als 100 000 Besuchende im Welterbe Sardona auf sechs untersuchten Wegen unterwegs waren, zu 90% in der Wanderausrüstung. Die verschiedenen Gebiete wurden jedoch sehr unterschiedlich genutzt.




Automatische Zählgeräte erfassten Wanderer und Biker 

Während der Sommersaison 2018 wurden an sechs ausgewählten Standorten im und rund um das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) verschiedene Zählgeräte installiert. Von Juni bis Oktober 2018 registrierten diese sämtliche Bewegungen durch Wanderer und Biker auf dem jeweiligen Wanderweg. Als Standorte ausgewählt wurden Wildseeluggen auf der 5-Seen-Wanderung im Pizolgebiet, der Sardona-Welterbe-Weg oberhalb Weisstannen, das Raminer Stäfeli oberhalb Elm, der untere Segnesboden nahe der Segneshütte, der Wanderweg bei Calanshüttli im Gebiet Flumserberg sowie der Mülibach Oberstafel. Die Auswertungen liefern interessante Ergebnisse über das Besucherverhalten und erstmals fundierte Besucherzahlen für das Welterbe Sardona. 

Grosse Unterschiede nach Standorten 

Insgesamt erfassten die 6 Zählgeräte in der untersuchten Periode 101 000 Besuchende. Das ist eine sehr hohe Zahl, höher als bei vergleichbaren Erhebungen im Schweizerischen Nationalpark (80 000) oder im Aletschwald (57 000). Die Unterschiede zwischen den einzelnen Standorten im Welterbegebiet waren jedoch sehr gross. Der Standort Wildseeluggen wurde mit über 45 000 Besuchenden am stärksten frequentiert. Der 9. September 2018 weist mit 1751 Zählungen den Spitzenwert auf. Ebenfalls stark besucht wurde der Untere Segnesboden mit fast 25 000 Zählungen. Die Messstelle im Spitzmeilengebiet passierten immerhin rund 20 000 Personen. Die anderen drei Standorte fielen mit wenigen tausend Zählungen deutlich ab. Hochgerechnet auf den gesamten Welterbeperimeter und die gesamte Sommersaison waren wohl, gestützt auf die Studie sowie Einschätzungen des Managements, etwa 150 000 Besuchende im Welterbe Sardona unterwegs. 

Biker am Samstag, Wanderer am Sonntag 

Die Auswertung nach Besuchergruppen zeigt, dass mit über 90% die Wanderer dominierten. Nur auf dem unteren Segnesboden und beim Standort Mülibach Oberstafel treten die Biker mit 12 resp. 14% im zweistelligen Prozentbereich in der Statistik auf. Interessant ist die Tatsache, dass Biker jeweils samstags ihren Besucherhöhepunkt haben, Wanderer dagegen sonntags. In den Tourismusgebieten zeigen sich ferner Saisongänge stärker als an anderen Standorten. So sind die Sommerferien für Wanderer wichtig, in den Herbstferien tritt ein zweiter Besucherpeak auf. 

Zeitlich und räumlich konzentrierte Nutzung 

Die an Wochenenden zwischen 9 und 15 Uhr vor allem auf die Tourismusgebiete konzentrierten Besucherströme lassen gemäss den Einschätzungen des Managements vermuten, dass das Welterbegebiet zu den meisten Zeiten und an den meisten Orten wenig begangen ist. Die vergleichsweise hohe Besucherzahlen täuschen somit auf den ersten Blick darüber hinweg, dass die Tektonikarena Sardona insgesamt nach wie vor eine äusserst ursprüngliche Berglandschaft repräsentiert. Allerdings prognostizieren die Studienautoren grosse Herausforderungen im Bereich Besuchermanagement, wenn die Besucherzahlen weiterhin stark steigen oder sich die Besucherverteilung oder die Art der Nutzungen verändern.