Hotel Schwert in Netstal steigt wie Phönix aus der Asche

Eine Besichtigung in Begleitung der «Schwert»-Wirtin Marlene Weber in den Räumlichkeiten des Hotels am vergangenen Dienstag, elf Tage nach dem folgenschweren Ereignis, zeigt beeindruckend die zerstörerischen Ausmasse, welche die Elemente Wasser und Feuer im altehrwürdigen Hotel Schwert hinterliessen.



Die grössten Schäden finden wir im Bereich des Dachstocks, wo man auch den Ausbruch des Feuers vermutet. Traurig der Anblick des einst als Prunkstück bezeichneten «Schwert»-Saals. Hier hatte vor allem das Löschwasser ganze Arbeit geleistet. Nach dem Brand hing die Gipsdecke durch und musste, wie auch zum Teil die anderen Räumlichkeiten, von einer einheimischen Spezialfirma komplett entfernt werden. Zu Hoffnung Anlass geben das Foyer, die Küche und das Restaurant inklusive die Wiggisstube. Da halten sich die Schäden in Grenzen und hier sieht das Wirte-Ehepaar Weber eine echte Chance für eine baldige Wiedereröffnung. Allerdings werden auch hier wie überall die Instandstellungsarbeiten noch Wochen dauern. Die Brandermittlungsbehörden sind immer noch daran, die Ursachen des Brandes bis ins letzte Detail abzuklären. Wie es mit den oberen Stockwerken, wo sich die Hotelzimmer befinden und den Dachstockwohnungen weitergeht, wird in der Entscheidungsfindung der Besitzer liegen. Ich wurde von Jürg und Marlene Weber sehr freundlich zu dieser Besichtigung empfangen und durch die vom Brand beschädigten Räumlichkeiten geführt. Herzlichen Dank an dieser Stelle.

Unglaublich dankbar und berührt

Marlene Weber, immer noch schockiert von den Ereignissen und vom Erlebten, aber unglaublich dankbar, dass keine Menschenleben beklagt werden mussten, ist schon wieder voller Zuversicht und Optimismus. Ziel- und zukunftsorientiert und mit der leisen Hoffnung, dass ihr über alles geliebtes Hotel Schwert bald wieder ihre Türen für ihre Gäste öffnen kann, setzen sie und ihr Mann Jürg selbst Hand an bei den Aufräumarbeiten! Wahrlich ein starkes Wirte-Ehepaar – ich bin tief beeindruckt! Marlene führte mich durch die von Feuer, Rauch und Wasserschaden schwer gezeichneten Hotelräumlichkeiten, angefangen im Parterre mit dem Restaurant bis hinauf zum Dachstock, wo das Feuer ausgebrochen ist. Beim anschliessenden Interview mit Gastwirtin Marlene Weber interessierte mich vor allem, wie sich Jürg und Marlene Weber nach den tiefschürfende Ereignissen fühlen, wie sie mit der schwierigen Situation umgehen und wie sie ihre eigene Zukunft und die des Hotel Schwert sehen. «Wir fühlen uns im Moment sehr leer. Erst hatten wir grosse Freude, endlich nach der Corona-Krise wieder öffnen zu könnten. Mit uns freuten sich auch unsere Gäste, die es kaum erwarten konnten, unsere gute Küche wieder zu geniessen. Entsprechend waren die Anmeldungen an diesem Pfingstsamstagabend. Dann kam der grosse Schock mit dem Brand. Gleichentags und bis heute durften und dürfen wir immer noch auf einer unglaublichen Welle der Sympathie und Solidarität reiten. Das gibt uns Kraft für die Zukunft zum Weitermachen». Auf die Frage, was jetzt mit dem Hotel Schwert passiert, meinte Marlene: «Wir hoffen, dass wir unser Restaurant wie bis anhin weiterführen können, denn unser «Schwert» ist unser Leben. Wir leben für die Gastronomie und für unsere Gäste, deren Zufriedenheit und Wohlergehen unser oberstes Gebot ist. Was mit den oberen Stockwerken geschieht, wird der Besitzer entscheiden müssen. Aber auch hier sind wir sehr zuversichtlich». Abschliessend war es dem «Schwert»-Wirte-Ehepaar ein grosses Anliegen, sich nochmals bei allen Einsatzkräften für ihren tollen Einsatz und allen Gästen, Familien, Freunden und der Bevölkerung von Netstal und dem ganzen Kanton Glarus für die grosse Solidarität und Unterstützung in schweren Zeiten von Herzen zu danken. «Das war für mich und meinen Man Jürg sehr berührend», erklärte sie am Ende des Interviews.

Nach dem aufschlussreichen Gespräch mit «Schwert»-Wirtin Marlene Weber können wir abschliessend mit grosser Freude feststellen, dass sie und ihr Mann Jürg gemeinsam mit den Mitarbeitern des Hotel Schwert im wahrsten Sinne des Wortes mit grosser Motivation und Freude dereinst wie «Phönix aus der Asche» steigen werden. Wir wünschen ihnen dazu viel Kraft, Glück und Erfolg!