Hundert Jahre Kulturgesellschaft Glarus – die Jubiläumsschrift

Die Kulturgesellschaft Glarus feierte ihr hundertjähriges Bestehen unter anderem mit der Herausgabe einer Jubiläumsschrift. Interessierte werden vieles nachlesen können, was mit dem Werden und Wachsen zu tun hat, was aus heutiger Sicht untrennbar mit der glarnerischen Kultur verbunden ist. Anlässlich der Jubiläumsfeier präsentierte Swantje Kammerecker, Redaktionsverantwortliche, die wesentlichen Inhalte.



Textbeiträge verfassten neben  der Redaktorin Swantje Kammerecker, auch Martin Zimmermann, Jakob Brauchli – Feusi, Jakob Strebi, Caroline Trümpi -Althaus, Corinna Reusser, Angelika Echsel und Barbara Balba Weber.  Für Gestaltung und Layout zeichneten Nadja Slongo, Glarus (art&weise), für Gestaltung und Druck Dafi Kühne, Näfels verantwortlich., Martin Leutenegger, Präsident der Kulturgesellschaft schrieb das Vorwort, Regierungsrat Benjamin Mühlemann das Geleitwort.

Die Geschehnisse der ersten fünfzig Jahre hat Jakob Brauchli – Feusi zusammengefasst. Die Gründer Hans Tschudi, Dr. Rudolf Gallati, Dr. Ernst Fritzsche und Jacob Gehring setzten sich am 27. September 1920 im Hotel Glarnerhof Glarus mit damals 35 interessierten Musikfreunden für die damalige Musikgesellschaft ein. Es wurde, so der Verfasser, nachhaltig und wirksam gearbeitet.. 51 Personen traten der Gesellschaft bei, einzelne Gründungsmitglieder gehörten dem Vorstand über Jahrzehnte hinweg an. Im Jahre 1920 betrug der Mitgliederbeitrag beachtliche fünfzehn Franken. Für einen Konzerteintritt waren zwei Franken zu entrichten. Die Kammermusiken fanden grösstenteils im Saal des Gemeindehauses Glarus statt. An Vortrags- und Autorenabenden traten unter anderem Golo Mann, Georg Thürer, C. G. Jung, Thomas Mann, Meinrad Lienert, Adolf Muschg und Maurice Zermatten auf. Mit «Ausblick und Herausforderungen im Jahre 1970» schliesst der erste Teil.

Jakob Strebi und Martin Zimmermann befassen sich mit «Musik in der Kulturgesellschaft Glarus» und «Höhepunkten der Konzertprogramme 1970 – 2020». Vieles wurde stark beachtet. Das Fotomaterial und die Wiedergabe verschiedener Konzertprogramme zeigen, dass kulturell Herausragendes angeboten war. Heinz Holliger, James Galway, Martina Joos, Matthias Weilenmann, Hans Brupbacher, das Bazin Quartett, der Concentus Musicus Wien unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt und andere Namen lassen aufhorchen.

Gleiches lässt sich von den Theateraufführungen sagen. Caroline Trümpi – Althaus und Swantje Kammerecker  befassen sich mit «Klassiker übers Kindermärchen bis zu Theater der Postmoderne», den Zeitraum 1970 bis heute umfassend. Das Regierungskonzert ist ein

fester Wert im kulturellen Bereich. Nahtlos geht es mit «Ds dritt Programm in der Kulturgesellschaft» weiter. Der Reichtum an Kleinkunst ist gross. Mad Dodo Quattro, Ursus und Nadeschkin, Gardi Hutter, Sarah Hakenberg, Starbugs, Nina Dimitri & Silvana Gargiulo mit «Buon Appetito»,  Reeto von Gunten, Gilbert & Oleg, Gülsha Adilij, Schertenlaib + Jegerlehner wecken Erinnerungen – dank kurzen Textangaben und vielen Fotos.

Hauptversammlungen finden  nicht selten im Freulerpalast Näfels samt anschliessendem Kurzprogramm statt. Nochmals lässt sich bei den  Kapiteln «Verändern, um zu erhalten» und «Das Netzwerk der Kulturgesellschaft» innehalten, erkennend, wie wertvoll und willkommen die Arbeit der Kulturgesellschaft – und anderer kulturellen Institutionen – ist. Und wer sich um alles verdient gemacht hat, ist dem sorgsam gegliederten Namensverzeichnis am Schluss der Jubiläumsschrift zu entnehmen. Und wenn in dieser Art weiter organisiert und angeboten wird, braucht man um die Zukunft der Kulturgesellschaft nicht zu bangen. Es ist einfach «rundumme schüü», was da geschieht.