Die Glarner Wirtschaft habe aktuell viele Herausforderungen zu stemmen, betonte Johannes Läderach, Präsident der Glarner Wirtschaftskammer, bei seiner Rede an der Hauptversammlung am letzten Donnerstag im «Schützenhaus» Glarus. «Kriege oder ausländischen Zöllen können wir selber nicht beeinflussen. Anderes liegt aber auch in unserer Hand.» Speziell meinte er die Verkehrssituation im Kanton Glarus, die sich mit der neuen Querspange nicht verbessert, sondern eher verschlimmert hat. Man begrüsse, dass der Kanton hier nach Lösungen sucht, grosse Erfolge habe man aber bisher noch nicht verbuchen können. «Wir brauchen kurz und mittelfristige Lösungen, bevor die grossen Projekte realisiert werden können.» Gemeint sind damit die Umfahrungen von Näfels, Netstal und vielleicht ja auch Glarus selbst.» Darüber und viele andere Aspekte, die den Verkehr in der Zukunft beeinflussen können, sprach der Direktor des ASTRA Jürg Röthlisberger. Er ist dabei kurzfristig für den gesundheitlich verhinderten Bundesrat Alber Rösti eingesprungen, der ursprünglich vor den Mitgliedern der glwk zu diesem Thema referieren wollte.
Glarus leistet gut Vorarbeit
«Der Individualverkehr wird auch in Zukunft den grössten Teil der Mobilität stellen», erklärte Röthlisberger gleich am Anfang. Wie dieser angetrieben wird und wie intelligent die Fahrzeuge dann auch immer sein werden. «Dafür müssen wir Infrastruktur wie Ladestationen, aber auch Systeme für die Datenverarbeitung und -Zurverfügungstellung aufbauen.» Für ihn sei es dabei wichtig, dass man die verschiedenen Mobilitätskonzepte und -möglichkeiten nicht gegeneinander ausspielt. «Es gibt keine alleinige Lösung, sondern im Verbund muss man die besten Lösungen erarbeiten.» Dazu komme noch der politische Prozess, der hier verzögernd oder verhindernd eingreifen. «Bei STEP oder der abgelehnten Erhöhung der Autobahnvignette haben wir das stark am eigenen Leib erfahren.» Und das jeweilige Nein aus dem Kanton Glarus habe man dabei auch registriert. «Dabei arbeiten die Vertreter des Kantons mit viel Herzblut an den Umfahrungsprojekten.» Und dies sei auch für das ASTRA von grosser Bedeutung. «Je besser die Vorarbeiten, desto einfacher können wir Projekte in unser Programm aufnehmen.» So sei die Umfahrung Näfels für den Baustart 2030 sehr gut auf Kurs. Und schon ein grosser Erfolg, sei es, dass Netstal – eventuell mit Glarus – auf dem Portfolio 2050 ist. «Dadurch ist es sichtbar und wird bei einem guten Stand gerne realisiert.» Auf Fragen aus der Versammlung betonte er, dass man jetzt auf einem guten Weg für Lösungen ist. Wenn man aber jetzt wieder diskutiert, ob diese Lösungen die besten sind, stelle man das bisher Erreichte wieder in Frage. «Ab einem gewissen Punkt, muss man einfach endlich etwas machen, sonst erreicht man nie überhaupt etwas. «
Dank für grosses Engagement
Im Vorfeld des Referats führten Johannes Läderach und Geschäftsführerin Simone Eisenbart durch die statuarischen Aufgaben der Versammlung. Auch das Jahresprogramm der Glarner Wirtschaftskammer 2025 wurde vom ESAF 2025 geprägt, in dessen Vorfeld das Linthforum durchgeführt wurde. Das Grossereignis habe gezeigt, was möglich ist, wenn alle zusammen an einem grossen Projekt arbeiten und am gleichen Strick ziehen. Das dieser ESAF-Geist an anderen Orten aufleben kann, hofft auch Regierungsrätin Marianne Lienhard. Bei den Wahlen hiess es aber auch Abschied zu sagen. Nach fast 30 Jahren im Vorstand gab Caspar Jenny auf diese Versammlung seinen Rücktritt. Ehrenpräsident Peter Rufibach ehrte das nicht nur lange, sondern sehr grosse Engagement des Scheidenden und wünschte ihm nicht nur für die Zukunft, sondern speziell für seinen heutigen Geburtstag alles Gute. Ebenfalls ihren Rücktritt gab Cecile Vion-Lanctuit. Ihre Stelle bei Kopter/Leonardo verlangt es immer mehr, dass sie ihre Zeit im Ausland verbringen muss und so ihre Aufgabe im Vorstand nicht mehr in gleichem Masse erfüllen kann. Vion-Lanctuit habe viel Internationalität und wichtige Inputs für die Kommunikation und die Sozialen Medien eingebracht, würdigte Läderach ihr Engagement. Neu in den Vorstand wurden Regula Spälti, Reta Schnellmann und Remo Goethe gewählt.























