Hygiene ist der Hauptfaktor

Seit letztem Montag gehen die Kinder und Jugendlichen im Kanton Glarus wieder in die Schulen und konkret in ihre Klassenzimmer. Dies war aber nur möglich, weil viele Schutzmassnahmen umgesetzt wurden, wie die Gemeinde Glarus am letzten Freitag zeigte.



«Priorität hat der Schutz der Kinder und der Lehrperson», erklärte Hauptabteilungsleiter Bildung und Familie Martin Bilger, am letzten Freitag am Beispiel der Schule Erlen den Medien. Auf der Grundlage von Verordnungen von Bund und Kanton wurde ein Massnahmenkatalog erarbeitet, welcher an den einzelnen Schulstandorten umgesetzt wurde, damit am vergangenen Montagmorgen, die Kinder wieder richtig in die Schule gehen konnten. In der Zwischenzeit fand der Unterricht digital und zu Hause statt. Es sei eine gewisse Gratwanderung, meinte Bilger weiter, damit Unterricht möglich sei, aber auch die Verbreitung des Corona-Virus möglichst unterbunden werden kann. Die wichtigsten Aspekte hier sind vor allem die Hygiene und die Unterbindung der Durchmischung der einzelnen Klassen. «Dies beginnt schon vor dem eigentlichen Unterricht», führte Lorenzo Conte, Schulleiter Primarschulen Glarus, konkret aus. So empfängt jede Lehrperson ihre Klasse vor Schulbeginn auf dem Pausenplatz, anschliessend gehen die Klassen gestaffelt ins Gebäude und zu ihren Zimmern. «Dies auch, weil der Platz in den Gängen und den integrierten Garderoben begrenzt ist.» Zudem könne die Lehrperson auch das Händewaschen zum Unterrichtsbeginn so gut kontrollieren. Das Händewaschen findet dabei in jedem Zimmer einzeln statt, auch um eine Kontamination auf den Handläufen und anderen Ablagen im Korridor zu vermeiden. Die Trennung der Klassen wird auch in den Pausen mit separaten Bereichen aufrechterhalten und zusätzliche Pausenaufsichten stellen sicher, dass dies auch immer eingehalten wird.

«Je nach persönlichem Sicherheitsempfinden konnten die Lehrpersonen zusätzliche Bedürfnisse wie Masken, Schutzvisiere oder Plexiglas-Scheiben anmelden», erklärte Bilger weiter. Da dies aber in allen Schulen in der ganzen Schweiz zum gleichen Zeitpunkt geschehen ist, kam es zu Lieferverzögerungen und somit konnten zum Start noch nicht allen Bedürfnissen komplett entsprochen werden. Anpassungen braucht es auch beim Turn- und Musikunterricht, da hier der Luftausstoss der Materie entsprechend höher ist. «Aktuell verzichten wir im Turnen auf sogenannte Kontaktsportarten wie Fussball, da hier der Abstand nicht realistisch eingehalten werden kann», schildert Conte weiter. Zudem werden hier die Garderoben und Duschen noch nicht benutzt. Wenn Turnunterricht auf dem Stundenplan steht, kommen die Kinder in ihrer Turnbekleidung in die Schule. Geduscht wird zuhause. Beim Musikunterricht werde der Schwerpunkt mehr auf die Theorie gelegt und das eigentliche Singen, wenn möglich im Freien durchgeführt. «Je jünger die Kinder, desto schwerer ist es, immer den Abstand zu wahren.» Da muss mal bei der Jacke oder beim Schuhe binden geholfen werde, oder man muss helfen, wenn sie zum Beispiel stürzen und sich eine Schramme einfangen.

«Ein grosser Dank gebührt aber auch dem Gebäudeunterhalt», betonte Bilger noch zum Abschluss der kurzen Besichtigung. Die Mitarbeiter sind aktuell ständig unterwegs und desinfizieren die neuralgischen Stellen in allen Schulgebäuden der Gemeinde. Grundsätzlich zeige er sich sehr glücklich, wie der Unterrichtsbeginn unter den speziellen Bedingungen angelaufen sei, dies auch dank der Unterstützung der Eltern, welche aktuell sehr auf den auch sonst nicht so gern gesehenen Taxidienst verzichten. Auch wurden nur eine Handvoll Kinder durch ihre Eltern vom Unterricht ferngehalten. Nicht nur er freue sich aber wohl sehr, wenn schon bald wieder ganz normal Schule sein kann.