Im Kanton Glarus besteht keine Überhitzungsgefahr

An einer Veranstaltung in Näfels orientierte die Credit Suisse über Perspektiven im Immobilienmarkt mit besonderem Blickwinkel auf die Situation im Kanton Glarus.

 



Thomas Rieder als Senior Economist im Economic Research der Credt Suuisse referierte in Näfels über die neuste Immobilienstudie. (Bild: a.lombardi)
Thomas Rieder als Senior Economist im Economic Research der Credt Suuisse referierte in Näfels über die neuste Immobilienstudie. (Bild: a.lombardi)

Alle Jahre veröffentlicht die Credit Suisse (CS) eine recht umfangreiche Studie über den Immobilienmarkt in der Schweiz. Die soeben erschienene neuste Ausgabe gab der CS Gelegenheit, einige Kunden am vergangenen Mittwochvormittag zu einem Informationsanlass in die lintharena sgu in Näfels einzuladen. Nach der Begrüssung durch Urs Eichenberger, Leiter KMU-Geschäft Marktgebiet Rapperswil/Glarus, konnte Senior Economist Thomas Rieder als Mitverfasser der jährlichen CS-Immobilienstudie aus dem Vollen schöpfen. «Der finanzielle Aufwand für Wohneigentum war noch nie so tief wie jetzt», erklärte er. Das habe eine sehr starke Nachfrage nach Wohneigentum ausgelöst, von der vor allem das Glarner Mittel- und Unterland profitiert habe. In der Gemeinde Glarus ist der Wohnungsbestand seit 2000 jährlich um durchschnittlich 0,6 Prozent, in Glarus Nord sogar um 0,9 Prozent gewachsen.

Wieder Zuwanderung


Die Preise für Einfamilienhäuser (EF) spiegeln das Nord-Süd-Gefälle im Kanton wieder. Das EF bliebt in Glarus Nord mit 6137 Franken pro Quadratmeter erschwinglich. Das immer noch tiefe Preisniveau bringt dem Kanton Glarus ein überschaubares Potenzial für weitere Zuzüger. Die Preise für Wohneigentum sind im Grossraum Zürich in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass der Erwerb aufgrund der hohen Kapitalanforderungen zunehmend schwieriger wird.

«Die Strukturprobleme und die verhältnismässig schwierige Erreichbarkeit von Grosszentren haben für den Kanton Glarus auch etwas Positives», fuhr Rieder fort. So weist der Kanton im Jahre 2010 erstmals seit 1991 wieder eine Nettozuwanderung aus andern Kantonen auf, was auf eine Steigerung der Attraktivität gegenüber andern Kantonen hinweist. Im Glarner Mittel- und Unterland lag die Zuwanderung prozentual über dem schweizerischen Mittel.

Keine Überhitzungsgefahr

Im Blick auf die Wohnbauproduktion in der Schweiz sprach Rieder von einer «prall gefüllten Pipeline». 75 000 Wohnungen kommen noch auf den Markt und müssten abgebaut werden. Trotzdem könne man mit Ausnahme von den Grossräumen Zürich und Genf in der Schweiz noch nicht von einer Immobilienblase sprechen. «Im Kanton Glarus besteht keine Überhitzungsgefahr», erklärte der Referent.

Der Leerwohnungsbestand konnte in den letzten Jahren im Glarner Hinterland kontinuierlich abgebaut werden. Im Glarner Mittel- und Unterland liegt er noch etwas über dem schweizerischen Durchschnitt. «Wie geht es auf dem Immobilienmarkt weiter?» fragte Rieder gegen Schluss seines Referates die Zuhörenden. Entscheidend für den Immobilienmarkt war bisher das tiefe Zinsniveau. Nachdem der Bundesrat verschärfte Hypothekar-Bestimmungen für die Banken eingeführt hat, wird den Zins über kurz oder lange ansteigen und etwas verändern.