Imposante Rettung

Am Samstag, 9. Mai, war die Tschinglenschlucht Schauplatz einer zwar inszenierten, aber deswegen nicht weniger beeindruckenden Rettung.

100 Meter über der Schlucht wurden vier Personen aus der Gondel geborgen.

 



gemütlich starten die vier Figuranten die Fahrt mit der Tschinglenbahn. (Bild: Barbara Bäuerle-Rhyner)
gemütlich starten die vier Figuranten die Fahrt mit der Tschinglenbahn. (Bild: Barbara Bäuerle-Rhyner)

Alle drei Jahre müssen Ernstfälle bei Stilstand jeder Bergbahn geübt werden. Heuer trafen sich zehn erfahrene Retter der Alpinen Rettung Glarnerland ARGL, SAC Rettungsstation Elm, um dies bei der beliebten Tschinglenbahn durchzuführen.

Nachdem die ausgebildeten Bergretter bereits den Vormittag nutzten, um im oberen Teil der Luftseilbahn Übungen näher am Boden zu vollziehen, fuhr nach dem Mittag die Gondel zu einem Punkt hoch über der Schlucht.

Vier sich zur Verfügung stellende Personen, darunter zwei Kinder, befanden sich darin, als diese rund hundert Meter über dem Abgrund stehen blieb.

Während auf der linken Seite der Schlucht, über dem Wanderweg, Anker für die Seilrettung in den Felsen gebohrt wurden, seilten sich zwei Bergretter vom oberen Seilbahnmasten rund zweihundert Meter am Bahnseil bis zur Gondel.

Ruhig und konzentriert verfolgten die Fachmänner von unten das Geschehen, jeder fest auf seine Aufgabe und seinen Posten fixiert.

In der Höhe wurde die Bahn geöffnet, alle Insassen gesichert und ein Seil zu Boden gelassen, welches ein weiterer Retter des «Bodentrupps» aus der Schlucht hoch zum Wanderweg holte.

Gut eingepackt, mit Auffanggurten und Gstälti gesichert kam langsam die erste Person aus der Bahn und schwebte zwischen den Felsen hoch über dem rauschenden Tschinglenbach.

Um die Gondel in keine Schieflage zu bringen, wurde zunächst in die Tiefe geseilt und erst weiter unten anhand des Zugseils zur Seite Richtung Weg gezogen.

Volle Konzentration und gleichmässiges Ziehen der Bergretter am Seil brachten alle vier Figuranten langsam aber sicher auf den Weg.

Knapp zwei Stunden nachdem die vier an der Talstation die Gondel bestiegen, verliessen sie die imposante Schlucht gesund und munter.

Viele Meter Seil, unzählige Karabiner, Helme und Rettungsgurte werden eingepackt und ins Tal getragen.

Die Rettungskolone Elm um eine erfolgreiche Übung – und die Figuranten um ein mutiges Abenteuer reicher.