In der Kürze liegt sehr viel Würze

Am kommenden Samstag findet die Hauptversammlung des von Fridolin Beglinger, Mollis, präsidierten Glarner Heimatschutzes (GLH), der Vereinigung für unsern Lebensraum, im Areal der Spinnerei Linthal statt - mit Beginn um 14.00 Uhr, einem Kurzvortrag über den Transport der Spinnereimaschinen nach Brasilien und einer anschliessenden Dorfführung (u.a. Landvogt-Schiesser-Haus, alter Kirchturm, Stachelberg und Orgelmusik in der reformierten Kirche).



Das Geschäftshaus von Ferrari Haushaltwaren in Schwanden ist ein gutes Beispiel
Das Geschäftshaus von Ferrari Haushaltwaren in Schwanden ist ein gutes Beispiel

Der Jahresbericht umfasst diesmal „nur“ acht Seiten im Format A4, dies im Gegensatz zu den dicken Heften der letzten Jahre. Finanzielle Überlegungen führten zu dieser Neugestaltung. Aber diese acht, reich bebildeten Seiten enthalten eine Unmenge von Informationen und Meinungen, über die wir im Folgenden berichten wollen.

Freude

Freude hat natürlich der Landratsbeschluss, die Erarbeitung des ersten Bandes der Kunstdenkmäler an die Hand zu nehmen, ausgelöst. Der Heimatschutz hat zur Meinungsbildung der Landräte beigetragen. Auch die Ablehnung der Initiative auf Abschaffung des Verbandsbeschwerderechts begrüsst der GHL. Er macht aufmerksam auf das Moratorium der hiesigen Denkmalpflege-Beiträge; es sei Manches liegen geblieben.
Noch hängig sei die Unterschutzstellung der Linthschlucht, und wünschbar wäre auch diejenige des umgebauten Gäsi-Kiosks als Baudenkmal aus den 1950er Jahren. Der Wiederaufbau des Kupfernstegs über den Escherkanal erfreut; er ist Teil des Landesfussweges, den einst die Kerenzerbergler auf dem Kirchgang nach Bilten benutzten. Das Glareanhaus in Mollis werde, wie die Planungsarbeiten zeigten, „spektakulär“ werden.

Die Berichte der örtlichen Stiftungen

Die örtlichen Stiftungen haben ebenfalls viel zu berichten. Die Stadtglarner Anna Elsa Zopfi-Baer Stiftung macht auf die Renovationsbedürftigkeit der Brunnen aufmerksam. Die Stiftung Pro Elm will weiterhin gegen die touristische Nutzung Hengstboden kämpfen. Gelungene Renovationen gab es in Ennenda. Die Hammerschmiede Mühlehorn, wo Christian Zimmermann seine Kunstwerke schafft, kann auf Grund einer offiziellen Lärmmessung in Betrieb bleiben. Da die Gesellschaft für Ingenieurbaukunst im Hänggiturm Ennenda keine Ausstellungen mehr durchführt, müssen neue Nutzer gesucht werden. Mollis hat u.a. Gestaltungsmassnahmen für die Oberdorfstrasse beschlossen. Mit der Renovation des Hauses Ferrari - ein altes Anliegen des GLH - ist der Schwander Dorfkern erhebliche aufgewertet worden. Sorgen bereitet der „dauernd verschlechterte Zustand“ der Vorburg in Oberurnen.

Forderungen

Der GLH verlangt im Jahresbericht Vorgaben und Gestaltungsbestimmungen für Solaranlagen. Nicht immer hätten die Bauherren Verständnis für das Ortsbild. Die Bauvorschriften in den drei neuen Gemeinden sollten auf den Charakter der einzelnen Dörfer Rücksicht nehmen („artspezifische Rücksicht in Bau- und Gestaltungsregeln“). Gefragt sei eine echte Raum- und Nutzungsplanung. Die lokalen Ortsbilderstiftungen seien als Bauberatungsgremien ins kantonale Baugesetz oder in die Bauordnung aufzunehmen.