In der Zukunft angekommen

Sie gehört wie der Jakobsblick, das Schwesternhaus des Kantonsspitals und die St.-Fridolinskirche zu den Glarner Bauten der Moderne. Mit ihr bekamen die Molliser Katholiken 1965 – nach fast 500 Jahren – wieder ein eigenes Gotteshaus. Am kommenden Sonntag, 22. Februar, feiert die Marienkirche ihr 50-Jahr-Jubiläum. Mit Pontifikalamt, Vortrag und Orgelkonzert.



Von Süden flutet Licht das Kirchenschiff, die Sonne bringt die Farben der Glasfenster von Ferdinand Gehr zum Leuchten, Blumen in variierten Formen über Hügeln mit Himmel. Weitere Farbakzente setzen die violetten Amethyste an Tabernakel und Taufstein, geschaffen von Bruder Xaver Ruckstuhl aus Engelberg. Deshalb wird Abt Christian Meyer OSB aus Engelberg die Festpredigt im Pontifikalamt (Beginn: 09.30 Uhr) halten, um zirka 10.45 Uhr gibt es Apéro riche im Mariensaal.

Auf der Orgel – die 1991 in die Kirche kam – wird am Sonntagnachmittag ab 14.30 Uhr Organist Martin Kälin konzertieren. Und Albin Vuichard, Präsident der Stiftung Marienkirche, wird in einem Vortrag die bewegte Geschichte der Marienkirche nachzeichnen. Das 50-Jahr-Jubiläum ist also auch eine gute Gelegenheit, die Marienkirche einmal näher kennenzulernen.

Als die Molliser Marienkirche gebaut wurde, befand sich die Katholische Kirche in Aufbruchstimmung. Das 2. Vatikanische Konzil hatte den Gottesdienst erneuert, die moderne Baukunst und die zeitgenössische Kunst hielten Einzug. Das spürt man dieser Kirche an, sie ist offen und ungekünstelt und stellt den Pfarrer ins Zentrum der Gläubigen. Der Altar steht auf einer offenen Bühne, wo bei Familiengottesdiensten die Kinder Szenen vorspielen können, man kann ihn mit drei kurzen Schritten erreichen, und an der Wand hängt, bewusst aus der Vertikalen verschoben, das Kreuz und daran ein Christus, der zum Himmel weist.

Vieles an der Molliser Kirche zeugt vom Optimismus der damaligen Zeit: So stellte man Architekt Hans Morant die Aufgabe, eine Kirche mit 300 Sitzplätzen zu planen, welche man auf 700 bis 800 Plätze erweitern könnte, was bisher nicht geschah. Aber es ist ein Zeichen, dass man auf das Wachstum an Glauben setzte, ein Zeichen, das Mut macht für die Zukunft.