Inauen-Schätti AG mit Strom ab Seil im Hochgebirge

Ihr Seilbahn- und Montage-Know-how nutzt die Glarner Inauen-Schätti AG perfekt für die Solarstromproduktion im Hochgebirge. Mit Panels am Seil wird während der Strommangellage im Winter Energie ohne grosse Eingriffe in die Landschaft gewonnen.



Solarpanels an der «Wäscheleine» - Solarwerke für das Hochgebirge der Inauen-Schätti AG. (Bilder: zvg)
Solarpanels an der «Wäscheleine» - Solarwerke für das Hochgebirge der Inauen-Schätti AG. (Bilder: zvg)

Kompaktsolarseil-System KSS nennt die Inauen-Schätti AG in Schwanden ihre alpinen Solarkraftwerke.Mit Panels am Seil kann im Hochgebirge viel Strom gewonnen und damit die Strommangellage gemildert werden. Wie CEO Patrick Inauen erklärt, entspricht dies ganz dem Solarexpress des Bundes.  

Im Hochgebirge liegt die Jahresproduktion von Solaranlagen 50% höher als im Mittelland und dies im kritischen Winterhalbjahr. Mit hochalpinen Solarpanels am Seil wird die längere Sonnenbestrahlung optimal genutzt. Dabei schont das KSS-System die Landschaft und Natur, weil die Verankerungen nicht einbetoniert werden.

Durchdachtes KSS-System

Die Seilfeldlänge mit 34 Solarmodulen beträgt 32 m, die zwei Solarstützenhöhen bis 7 m. Die Unterkante der Solarmodule ist über 3,5 m vom Boden entfernt, sodass weiterhin eine landwirtschaftliche Nutzung mit Tieren möglich und im Winter genügend Reserven für den Schnee geschaffen ist. Mehrere Solarreihen können hintereinander platziert werden. Wie CEO Patrick Inauen betont, eignet sich das clevere Abspannungs- und Lastverteilungskonzept an den Stützen sowie Seilen bestens bei hohen Windlasten und unstetem Gelände.

Hochalpine Solarwerke mit 17 000 Panels

Eine Modellrechnung für eine grosse, mit 17 000 Solarmodulen bestückte KSS-Hochgebirgsanlage benötigt nur 550 Solarseilstützen mit 1544 Verankerungspunkten, ohne Betonfundamente, sondern nur mit Bohrungen. Damit ist das System umweltfreundlich und bei einem Rückbau fallen keine Betonrückstände an, die abgeführt werden müssen. Der Reihenabstand wird variablen an das Gelände angepasst und die installierte Leistung läge bei 7300 KWp. Daraus ergibt sich ein mittlerer Jahresertrag von 11,3 Gigawattstunden, womit über 2500 Haushalte versorgt werden können.

Testanlage in Schwanden hat sich bewährt

Bereits steht die erste Test- und Demonstrationsanlage bei der Inauen-Schätti AG im glarnerischen Schwanden. Zwar ist das Zeitfenster für die Montage von hochalpinen Anlagen kurz, dank dem erarbeiteten Know-how bei der Seilbahnmontage im Hochgebirge kann Inauen-Schätti AG die Zeitfenster aber optimal nutzen.