Informationsabend zum Thema «Wildbrethygiene beim Wildschwein»

Unter dem Patronat des Glarner Jagdvereins fand zum Thema «Wildbrethygiene beim Wildschwein» ein interessanter, lehrreicher Informationsabend statt.

In Zusammenarbeit mit dem «Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit GR/GL» mit dem Thema «Entnahme von Trichinenproben beim Wildschwein» wurde am 25. Juni ein Informationsabend durchgeführt.

 



Die Teilnehmer hören gespannt zu
Die Teilnehmer hören gespannt zu

Trichinenuntersuchungen sind gerade beim Wildschwein, zum Schutz vor dem Befall mit gefährlichen Fadenwürmer, gesetzliche Pflicht. Die fachgerechte Entnahme von «Trichinenproben» beim erlegten Wildschwein darf nur durch ausgebildete Jäger/-innen durchgeführt werden. Diese Proben müssen in einem weiteren Schritt in einem veterinärmedizinischen Labor untersucht werden. Bei einem negativen Befund, was praktisch bis gegen 100% der Fall ist, kann das Wildschwein weiter verarbeitet und in den Verkehr beziehungsweise den Verzehr gebracht werden. In jüngster Vergangenheit sind vereinzelte Wildschweine mit Trichinellen in Brandenburg/D festgestellt worden.

Im Namen des Vorstandes des Glarner Jagdvereins begrüsste Fritz Stüssi, die rund 30 Teilnehmer und wies auf die Tatsache hin, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis das Wildschwein, übrigens eine faszinierende Tierart, auch den Kanton Glarus durchstreift. Wurden bereits vor Jahrzehnten, vorwiegend im unteren Kantonsteil, einzelne Wildschweine erlegt, so wurde nun vor wenigen Wochen in Bilten bei einem «Wildunfall» ein Wildschwein überfahren. Die SG Nachbargemeinden, Weesen, Schänis verzeichnen Wildschweine bereits als «Standwild». Mit den nun entstehenden «Wildtierkorridoren», gerade beim «Biberlichopf», werden sicher Wildschweine auch bei uns «einwandern». Ein bereits recht grosser Teil der Glarner Jägerschaft bejagt Wildschweine in Revieren des Schweizerischen Mittellandes oder im grenznahen Ausland. Die fachlich korrekte Entnahme von Trichinenproben, eine entsprechende Ausbildung ist Voraussetzung, ist ebenso Teil der Wildschweinjagd.

Auf kompetente, informative Art wurde die anwesende Jägerschaft durch die zuständige Tierärztin, Sarah Langner, Leiterin öffentlicher Veterinärdienst, in dieser Materie ausgebildet.

Die Information umfasste von den gesetzlichen Grundlagen über die notwendige Dokumentation bis hin zur Vermarktung unter dem Titel «Übernahme von Verantwortung bezüglich Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit durch die Jägerschaft» ein breites aber notwendiges Spektrum.

Natürlich war die zeitgemässe Wildbrethygienie einer der Schwerpunkte an diesem Informationsabend. Das vom Gesetz aber auch von unseren «Kunden» geforderte genusstaugliche Wildbret ist (noch) bedeutender geworden. Das sehr wertvolle und sicher auch gesunde Bio-Fleisch unserer Wildtiere gilt es ab Bejagung, unter anderem mit einem möglichst korrekten Schuss, über eine baldige Kühlung bis hin zu einer zeitgemässen Verarbeitung und Lagerung, entsprechend zu behandeln. Die sehr gute Nachfrage nach «Wildfleisch» gilt es in der Praxis vorschriftskonform und «kundenfreundlich» umzusetzen.

Nach der Überreichung des Zertifikats im Rahmen des abschliessenden Umtrunks, der unter der bewährten Organisation von Marco Blumer, Vizepräsident Glarner Jagdverein, stand, erfolgte mit der Referentin noch ein wertvoller Gedankenaustausch.