Innovation lohnt sich

Innovative Unternehmen sind die Triebfeder für eine gesunde Volkswirtschaft. Aus diesem Grund unterstützt der Bund mit Fördergelder Firmen, die in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Institutionen neue Produkte entwickeln. Über diese Möglichkeiten auch für Glarner Firmen informierte die Kontaktstelle für Wirtschaft am letzten Dienstag in der lintharena sgu in Näfels.



Studenten und Professoren sind nicht nur Akademiker, welche einfach Wissen verwalten. Sie können wichtige Impulse oder Grundlagen für innovative Ideen und Produkte liefern. Ein gutes Beispiel, wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigte Stefan Trümpi am Unternehmerforum der Glarner Wirtschaftsförderung am letzten Dienstag in der lintharena auf. Aus seiner Doktorarbeit an der ETH resultierte dabei nicht nur der angestrebte Titel, sondern auch die Grundlage für seine Firma Jackcontrol in Glarus. Ein wichtiger Aspekt dabei, laut Trümpi, sei, die Abgeschiedenheit. «In der Hochschule kann man sich auf ein Thema konzentrieren, ohne vom Alltag der Firma ständig abgelenkt zu werden.» Für ihn sei somit die Zusammenarbeit mit Hochschulen aus vielerlei Hinsicht fruchtbar. Man ist immer auf dem neusten Stand des Wissens und hat den beruflichen Nachwuchs im Auge. Und auch für die Entwicklung von neuen Produkten oder Methoden sind die Hochschulen eine gute Anlaufstelle. «Hier befinden sich wichtige Einrichtungen wie Labors mit dem geeigneten Personal.»

Förderung durch den Bund


Auch für den Bund ist die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wichtig, wie Hanspeter Bär, KTI-Innovationsmentor ausführte. Zwar sei die Schweiz eines der innovativsten Länder der Welt, gerade aber im Bereich der KMUs bestehe noch Handlungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Kommission für Technologie und Innovation mit den Mentoren ein neues Instrument geschaffen. Diese sollen den KMUs auf der einen Seite den Zugang zu den Hochschulen erleichtern, auf der anderen Seite stehen der KTI im Jahr rund 140 Millionen an Geldern für die Unterstützung von innovativen Projekten zur Verfügung. «Dabei fliesst das Geld nicht in die Unternehmen, sondern es werden Kosten an den Institutionen übernommen», führte Bär weiter aus. Auch richte sich der Betrag an den finanziellen Mitteln, welche das Unternehmen selber in die Hände nimmt. «Maximal beteiligen wir uns bis zur Hälfte. Aber falls sich die Entwicklung im Sand verläuft, muss nichts zurückgezahlt werden.»

Neue Schnittstelle im Kanton


Bis anhin ist die Glarner Wirtschaft an diesem Topf noch nicht partizipiert. Damit sich dies in Zukunft ändert, hat die Wirtschaftsförderung mit dem KMU-Innovationscoach eine neue Schnittstelle zwischen Kanton und Wirtschaft geschaffen. Frank A. Gross schilderte den rund 30 Unternehmern am Forum, wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt. Auf der einen Seite werde er aktiv das Gespräch mit vielen Unternehmen suchen, auf der anderen Seite sei er aber auch immer bereit, wenn ein Unternehmen von sich aus an ihn gelangt. «Im Kanton Glarus hat es viele Firmen mit grossen Kompetenzen in gewissen Bereichen. Gerade in den Bereichen Kunststoff, Metallbearbeitung oder Holz könnten vielleicht Synergien oder Kompetenzzentren gebildet werden.» Standortförderer Christian Zehnder hoffte, dass mit innovativen Ideen und tatkräftigen Unternehmen positiv an die neue Wirtschaft geglaubt wird und nicht alten Zeiten nachgetrauert wird.