Interview mit Martin C. Mächler



glarus24: Können sie uns ein wenig aus ihrem bewegten Leben erzählen?

Martin C. Mächler: Geboren bin ich 1960 in Luzern und bereits vier Jahre später sind meine Eltern nach Glarus umgezogen. Gewohnt haben wir am Fusse des Sonnenhügels, also in unmittelbarer Nähe zum Buchholz. Deshalb vermutlich meine Leidenschaft zum Fussball und insbesondere zum FC Glarus, darauf werden wir ja zu einem späteren Zeitpunkt noch zurückkommen. In Glarus habe ich bis 1991 gelebt und auch eine Lehre als Betriebsbeamter SBB absolviert. Im Jahre 1986 habe ich geheiratet und ab 1991 meine Frau – sie ist in Netstal aufgewachsen - im konsularischen Dienst ins Ausland begleitet. Erste Station war Wien und es folgten die Stationen San Francisco, Addis Abeba, Mailand und seit 2004 Sofia. Was die nächste Station auf der Dienstreise meiner Frau ist kennen wir noch nicht. Üblich ist, dass man sich für ein Land bewirbt, oft wird man aber in ein anderes Land delegiert. Wir lassen es jeweils auf uns zukommen. In all den Jahren habe ich mich als Hausmann betätigt, aber immer wieder verschiedene Nebenjobs ausgeübt. Dies aber in der Regel immer ohne Entschädigung, sondern aus Freude und um die Zeit zusätzlich sinnvoll zu nutzen.

glarus24: Wann ist ihnen der Entschluss gereift ein Buch zu schreiben? War immer klar, dass es sich um Kurzgeschichten und Gedichte handelt oder bestand auch die Idee eines Romanes?

Martin C. Mächler: Treibende Kraft war eigentlich meine Frau, ich von mir aus wäre vermutlich nie auf die Idee gekommen ein Buch mit Kurzgeschichten und Gedichten zu schreiben. Wie heisst es doch so schön; hinter jedem starken Mann, steht auch eine starke Frau; bei mir ist es genau umgekehrt. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich vor zwölf oder dreizehn Jahren meine allererste Geschichte geschrieben. Beim Durchlesen fand meine Frau die Geschichte lustig, sodass ich in längeren Abständen weitere humorvolle Geschichten verfasste. Meine Frau hat mich immer wieder aufgefordert, mit den mittlerweilen vielen Kurzgeschichten und Gedichten ein Buch aufzulegen. Konkret wurden die Pläne aber erst vor zwei Jahren und ich entschloss mich das Wagnis einzugehen. Ich möchte betonen, und darauf lege ich grossen Wert, dass wir – meine Frau und ich – dieses Buch auf eigene Kosten und ohne jegliche fremde Hilfe aufgelegt haben. Ich bin deshalb in meinen Handlungen komplett frei, habe aber mit Frau Ferndriger von der Buchhandlung Baeschlin ein ideales Abkommen treffen können. Ein Roman stand zu keiner Zeit zur Diskussion. Ich könnte ein solches Werk auch nicht erarbeiten, meine Stärke liegt in den Kurzgeschichten, denn hier kann ich schnell auf den Punkt kommen. Selbst lese ich sehr viel und gerne, wobei ich zur Entspannung hauptsächlich Krimis und Thriller lese. Da kann das Buch nicht dick genug sein, dies ganz im Gegensatz zu meinen Geschichten.

glarus24: Wann haben sie mit dem Schreiben des Buches „der Sprung aus der Badewanne“ und weshalb dieser Titel?

Martin C. Mächler: Mit dem eigentlichen Verfassen des Buches habe ich 2005 begonnen, wobei wie schon erwähnt, die ersten Geschichten Jahre zurück geschrieben wurden. Der Titel stand zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fest, dieser wurde wirklich erst ganz am Schluss „geboren“. Das Buch war fertig, ein Titel war noch nicht bestimmt. Der Titel sollte aber etwas aussergewöhnlich sein, gleichzeitig aber die Neugier der Leser wecken. So entstand schlussendlich der Titel „der Sprung aus der Badewanne“

glarus24: Sie sind, wie wir erfahren haben, ein grosser Fan des FC Glarus. Wie ist es zu dieser Beziehung gekommen und haben sie ab und zu Gelegenheit ein Spiel zu besichtigen?

Martin C. Mächler: Ich bin wie eingangs erwähnt im Buchholz respektive im Sonnenhügel aufgewachsen was zwangsläufig dazu führte, dass vor allem in der Jugend Fussball gespielt wurde. Selbst habe ich nie in einer Mannschaft aktiv mitgespielt, bin aber ein bekennender FC Glarus Fan und zwar durch Dick und Dünn, Hoch und Tief. Wann immer es die Zeit erlaubte, ob Sonnenschein oder Regen, ich war immer bei den Spielen anzutreffen. Selbst als ich meinen Wohnsitz ins Ausland verlegte, bin ich wann immer möglich nach Glarus gefahren um die Spiele live mitzuerleben. Vor allem während der Zeit in Mailand bin ich oftmals nach Glarus gefahren, während viele Glarner gleichzeitig den Weg ins SanSiro Stadion unter die Räder nahmen. Lediglich während der Zeit in Addis Abeba hatte ich praktisch keine Möglichkeiten zu den Spielen nach Glarus zu fahren. Der Weg und der Zeitaufwand wäre doch etwas sehr gross gewesen. Aber Dank dem Internet bin ich ständig über die Resultate auf dem Laufenden. Zurzeit verbringe ich meinen Urlaub in Glarus, was mir erlaubte an der spontanen Feier vom Sonntag teilzunehmen, aber auch das letzte Heimspiel „meiner Mannschaft“ im Buchholz zu besuchen. Selbst bin ich aktiver Bowlingspieler und dies zum Teil mit doch recht schönem Erfolg. So war ich zweimaliger Meister von Aethiopien und habe vor kurzem an einem internationalen Bowlingturnier in Sofia den zweiten Rang belegt.

glarus24: Sie haben am kommenden Freitag um 18.30 Uhr in der Buchhandlung Baeschlin in Glarus eine Vernissage und Autorenlesung. Hoffen sie dabei wieder alte Freunde und Bekannte aus ihrer Zeit in Glarus zu treffen?

Martin C. Mächler: Während meinem Urlaub treffe ich immer wieder alte Bekannte und Freunde an. Viele werden sicher auch an die Autorenlesung kommen. Ich freue mich aber auch neue Gesichter zu sehen und mit Leuten in Kontakt zu kommen. Ich schreibe aus reiner Freude und auch dieser Autorenabend bestreite ich aus eben dieser Freude. Wie mir gesagt wurde, wird mit 50 bis 60 Besuchern gerechnet, was ich als schönen Erfolg für mein Buch werte.

glarus24: Was sind in nächster Zukunft ihre weiteren Pläne? Neues Land, neue Stadt und neues Buch?

Martin C. Mächler: Wohin uns die Arbeit meiner Frau im konsularischen Dienst führt kann zur Zeit niemand sagen, deshalb lassen wir es auf uns zukommen. Meine Hauptaufgabe besteht aber in erster Linie darin, meine Frau zu unterstützen. Ich habe bereits ein neues Buch – ebenfalls wieder mit Kurzgeschichten – in Arbeit. Der Arbeitstitel des gesellschaftssatirischen Projektes lautet vermutlich “einmal Reklamieren bitte“. Dabei gehe es inhaltlich um Probleme, welche eigentlich keine sind. Das Ganze wieder im gewohnt humoristischen Stil, und klar wieder als Kurzgeschichten von zwei bis drei Seiten. Das Buch erscheint dann, wann es fertig ist, ich setze mich diesbezüglich nicht unter Druck.

Glarus24 bedankt sich beim Autor Martin C. Mächler für dieses lockere und offene Gespräch und freut sich schon heute auf die Autorenlesung vom kommenden Freitag.