Geboren 1928 mit Leib und Seele bin ich Solothurner.
Seit 1961 bin ich aber auch ein Glarner.
Seit ich lebe aber bin ich nur mich selber und sehe
alles so wie es mir passt.
Mein Leitsatz: Tue recht und scheue niemand
ausser das Werkt und die Allmacht Gottes
Mit diesen Worten begann dann unser Interview.
glarus24.ch: Wie Sie ja eingangs erklärten, sind Sie kein echter Glarner. Wie lange leben Sie und Ihre Familie nun schon im Glarnerland und was waren die Gründe, dass Sie ins Glarnerland gezogen sind?
W. Dobler: Mein Sohn Daniel, welcher im Jahre 1960 geboren wurde hatte starkes Bronchialasthma und auf Anraten unseres Hausarztes zogen wir 1961 ins nebelfreie Glarnerland. Bereits nach fünf Monaten Kuraufenthalt in Braunwald konnte Daniel als komplett genesen entlassen werden. In diesem Jahr fiel dann auch die Mittelfase des Kraftwerkbaus KLL. Als Polier und Bauführer fand ich während drei Jahren einen Arbeitsplatz. Da mir das Glarnerland und vor allem auch die Glarner Bevölkerung in seiner Eigenheit gefiel, fand ich hier meine zukünftige Heimat. Ich fand in dieser Zeit viele Freunde. Und wo man Freunde hat ist man auch zu Hause.
glarus24.ch: Wie viele Künstler haben Sie einen Beruf erlernt und über einen längeren Zeitraum ausgeübt. Wann reifte in Ihnen der Wunsch sich vollumfänglich der Kunst zu widmen?
W. Dobler: Ich war auch in meiner Zeit als Selbständigerwerbender nie ein Materialist, sondern hatte bereits in dieser Zeit den Hang zum Künstler und zum Kreativen in mir. Dies schien mir, sehr zum Leidwesen meiner Frau Erika, wichtiger als die Jagd nach Geld. Nach einem geschäftlichen Kollaps kehrte ich in mich ein und zog mich während drei Jahren buchstäblich von der Aussenwelt zurück. Dies um mich neu zu orientieren und das verlorene Selbstwertgefühl wieder zurückzugewinnen. Am Schluss dieser Selbstfindung brach der Wunsch mich in Zukunft nur noch kreativ zu betätigen wie ein Vulkan aus.
glarus24.ch: Was sind heute Ihre wesentlichen Kunstrichtungen? Wie wir in Erfahrung gebracht haben erteilen Sie auch Malunterricht. Wer sind hier Ihre Schüler?
W. Dobler: Ich lasse mich in meinem kreativen Schaffen in keine Stilrichtung oder Schablone einengen. Ich muss auf alle Seiten offen und unabhängig sein. Die einzige Auflage welche ich mir und meinen Werken gebe: Alles was ich in der Kunst schaffe muss eine Seele haben. Ich führe vor allem für Kinder immer wieder Malkurse durch. Kinder sind sehr dankbar, denn sie haben ihren Werken gegenüber keine Vorurteile. Wie immer auch das Bild ausgefallen ist, die Kinder zeigen immer die Freude am Ergebnis. Diese Freude ist gleichzeitig der Dank an mich.
glarus24.ch: Ihr Name steht stets in Verbindung mit der Skulptura. Wie oft haben Sie die Skulptura bereits durchgeführt? Wie sieht die Zukunft der Skulptura aus und wie wurden die bisherigen Ausstellungen von der Glarner Bevölkerung aufgenommen?
W. Dobler: Skulptura ist in der Tat mein Kind, welches die Geburtsstunde 1999 in Glarus erlebt hat. Aussteller waren Glarner Schüler, Kindergärten, Behinderte und Glarner Steinbildhauer. Kunst im herkömmlichen Sinne war nicht der zentrale Gedanke, sondern das Schaffen Glarner Kreativität in allen Stilrichtungen. Damals war Schang Hutter der Hauptaussteller und Anziehungspunkt. Zu jener Zeit hat der Künstler mit seinem Werk „Joah“ – aufgestellt und in einer Nacht- und Nebelaktion auf dem Bundesplatz wieder entfernt - gewisse Leute provoziert. Diese Figur hat damals die Bevölkerung sensibilisiert, in Glarus aber wurde sie mit Blumen beschmückt.
Die zweite Skulptura im Jahre 2004 war dann eher nationalen und internationalen Künstlern gewidmet. Ziel war den Level der Ausstellung zu erhöhen. Auch diese Skulptura mit einer grossen Anzahl von Künstlern wurde von der Glarner Bevölkerung anerkannt. Sie war ein grosser Erfolg, und das auch über die Kantonsgrenzen hinaus.
glarus24.ch: Wenn man Sie sprechen hört, ist Ihr Schaffensdrang noch lange nicht am Ende. Was ist Ihr nächstes grosses Ziel?
W. Dobler: Im Jahre 2009 ist eine weitere Skulptura geplant. Wir werden dabei nicht den Fehler machen, die Asche zu verehren, sondern wir wollen das Feuer weitergeben. Bereits heute hat sich eine Interessengemeinschaft mit namhaften Persönlichkeiten aus dem Glarnerland gebildet, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Ich werde mich mit voller Energie hinter dieses interessante Ziel stellen.
glarus24.ch: Wie stehen Sie heute, nach den vielen Jahren zum Kanton Glarus und der Bevölkerung?
W. Dobler: Wie eingangs erwähnt:Geboren 1928, mit Leib und Seele bin ich Solothurner, seit 1961 bin ich aber auch ein Glarner. Ich wünschen dem Glarner den Blick nach vorn, um den Jungen eine gute Chance im Kanton zu bieten. Es gäbe in dieser Hinsicht noch viele Wünsche. Da ich aber sowieso alles besser weiss, werde ich den Anderen auch in Zukunft in weiteren Leserbriefen in mein „Allwissen“ einweihen. „Der Kreis hat kein Anfang und kein Ende, um etwas zu Schaffen muss man den Mut haben, von diesem Kreis zu springen.“
Mit diesen etwas ironischen Worten schloss dieses Interview. Nicht aber ohne ein eigenes Zitat von Werner Dobler draufzusetzen:“ Hätteich mehr Zeit gehabt, hätte ich weniger geschrieben“. glarus24.ch hofft, dass diese Worte nicht auf dieses Interview zutrifft.
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