Investition trotz Gegenwind: Hans Eberle AG setzt auf Automatisierung

Mit rund einer Million Euro in eine vollautomatische Schwenkbiegemaschine zeigt das Glarner Familienunternehmen, wie Schweizer Industriebetriebe auf geopolitischen Druck und veränderte Märkte reagieren.



Investition trotz Gegenwind: Hans Eberle AG setzt auf Automatisierung

Die Schweizer Industrie steht unter Druck. Geopolitische Verwerfungen, die Folgen der amerikanischen Zollpolitik und ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld haben auch die Hans Eberle AG nicht verschont. Das Unternehmen musste im vergangenen Jahr Kurzarbeit anmelden. Und dennoch: Die Glarner Metallwarenfabrik investiert. Rund eine Million Euro fliesst in einen Schröder Evo Center 3200, eine der modernsten Schwenkbiegemaschinen auf dem Markt. Die Botschaft dahinter ist klar: Wer in der Schweiz produzieren will, muss konsequent in Technologie und Effizienz investieren.

Die neue Anlage verdreifacht die Produktionsgeschwindigkeit bei gleichzeitig reduziertem Personaleinsatz. Aufträge, die bislang zwei Mitarbeitende erforderten, laufen künftig mit einer Bedienperson durch, die lediglich bestückt und entnimmt. Alles andere übernimmt die Maschine automatisch, einschliesslich der Selbsteinrichtung, die das aufwändige manuelle Bestücken mit schweren Werkzeugen vollständig ersetzt. Das entlastet die Mitarbeitenden von körperlich schwerer Arbeit und erhöht gleichzeitig die Prozesssicherheit. Besonders geeignet ist die Technik für grosse Blechteile mit verhältnismässig kleinen Abkantungen: Maschinenverdecke, Blechverkleidungen, Eckteile mit bis zu 400 mm Schachthöhe sowie Ölauffangwannen in grösseren Stückzahlen. Hinzu kommt das Steppen, das Erzeugen grösserer Radien in kleinen Segmenten, ohne jegliche Sonderwerkzeuge.

«Ja, wir haben Kurzarbeit. Ja, die amerikanischen Zölle und die geopolitische Lage haben uns getroffen. Aber wir sitzen nicht einfach ab und warten. Wir investieren jetzt, damit wir morgen wieder die richtigen Märkte erreichen, mit der Qualität, die wir liefern können, und zu einem Preis, der stimmt. Das ist die einzige Antwort, die ich kenne.»Andreas Zweifel, Geschäftsführer Hans Eberle AG.

Die Investition steht in der 70-jährigen Tradition des Unternehmens. Von der handwerklichen Metalldrückerei in Glarus hat sich die Hans Eberle AG zum führenden Blechbearbeitungsbetrieb der Ostschweiz entwickelt. Über 160 Mitarbeitende am Produktionsstandort Ennenda decken heute das gesamte Spektrum ab, von der Konstruktionsunterstützung über Stanzen, Lasern, Schweissen und Veredeln bis zur fertig montierten Baugruppe. Kunden aus Maschinenbau, Medizinaltechnik, Schienentechnik und Elektronikindustrie verlassen sich seit Jahrzehnten auf diese Kompetenz.

Effizienzgewinne durch Automatisierung sind das eine. Wettbewerbsfähiges Pricing das andere. Wer schneller und kostengünstiger produziert, kann auch in einem Marktumfeld, das von Währungsdruck und internationalen Konkurrenten geprägt ist, mit Schweizer Qualität bestehen. Genau auf diese Kombination setzt die Hans Eberle AG mit dem Schröder Evo Center 3200.