«JA zu mehr bezahlbaren Wohnungen»




Am 9. Februar stimmen wir über die Volksinitiative «JA zu mehr bezahlbaren Wohnungen» ab. Im Namen des Mieterinnen- und Mieterverbandes empfehle ich Ihnen ein JA in die Urne zu legen. Mit durchschnittlich 21 Prozent sind die Kosten für das Wohnen der grösste Posten im Budget der Mieterinnen und Mieter. Und die Mieten steigen aber weiter an, viel schneller als Löhne und Renten.
Die Spekulation treibt die Mieten in unserem Land nach oben. Es kommt schon drauf an, ob eine Familie für eine 4-Zimmer-Wohnung 2000 Franken bezahlen muss oder 1500. Das sind 500 Franken, die sie jeden Monat an einen renditeorientierten Vermieter abliefern.
Die Hypotheken sinken, aber die Mieten halten nicht Schritt. Berechtigte Reduktionen der Mieten werden nicht gewährt, müssen oft erstritten werden. Mit jedem Mieterwechsel steigen sie noch weiter an. Wegen der angestrebten Renditen sind die Marktmieten deutlich höher als jene von Wohnbaugenossenschaften, Gemeinden oder gemeinnützigen Stiftungen.
Die Initiative des Mieterverbandes fordert nichts Unmögliches. Mindestens 10 Prozent genossenschaftliche, also bezahlbare Wohnungen beim Neubau sowie faire Kaufbedingungen für Kantone und Gemeinden für geeignete Grundstücke. Und schliesslich sollen klimaschonende, sprich energetische Sanierungen nur dann vom Staat unterstützt werden, wenn keine Luxussanierungen gemacht werden.
Gemäss Südostschweiz am Wochenende vom 18. Januar beträgt der Anteil der gemeinnützigen Wohnbauten bei Glarner Mehrfamilienhäusern zurzeit rund 1 Prozent. Das ist ein tiefer Wert. Das hat auch der Gemeinderat Glarus erkannt und will genossenschaftliches Bauen weiter fördern. Damit keine falschen Bilder aufkommen sei erwähnt: Genossenschaften sind keine Sozialwohnungen. Doch es sind bezahlbare Wohnungen, weil sie im Schnitt rund 20 Prozent weniger kosten und der Spekulation entzogen werden. Damit profitieren Familien und der Mittelstand besonders und die soziale Durchmischung der Quartiere wird besser.
Wohnen ist ein Menschenrecht, aber in vielen Städten und Regionen der Schweiz nicht mehr bezahlbar. Zugegeben, die Situation ist im Glarnerland noch nicht so dramatisch wie in Genf oder Zürich, noch nicht. Deshalb braucht es am 9. Februar ein «JA für mehr bezahlbare Wohnungen».