Ja zum Grundsatzentscheid 7ner-Modell

An der gut besuchten Gemeindeversammlung von Glarus Süd entschieden sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nach eingehender Diskussion zum Grundsatzentscheid Gemeindeführungsmodell 7ner-Modell im Departementssystem. Ebenfalls angenommen wurde ein Bruttokredit von 49 Mio. für die Sanierung der Abwasseranlage ARA Glarnerland.




Zwei Geschäfte gaben an diesem Freitagabend im Gemeindezentrum Schwanden zu diskutieren und waren sicher auch die Ursache, dass 319 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sich über den Ausgang interessierten. Zu Beginn bat Gemeindepräsident This Vögeli um mehr Rücksichtsnahme und Toleranz im Umgang mit den Politikern und der Behörde. «Behandle die Fehler des andern mit ebenso viel Milde wie deine eigenen.»

Ja zum Grundsatzentscheid 7ner-Modell


Bereits im Vorfeld wurde intensiv über den Antrag auf ein Grundsatzentscheid Gemeindeführungsmodell 7ner-Modell im Departementssystem diskutiert. Der Antrag kam, wie Vizepräsident Mathias Zopfi zu Beginn seiner Ausführungen erklärte, vom Gemeinderat selber und nicht, wie eher üblich, aus der Bevölkerung. Im Anschluss wurde eingehend, aber stets fair diskutiert. Zu Beginn stellte Kurt Reifler den Antrag auf Rückweisung. Als Nächster stellte Yannick Schiess den Antrag auf Ablehnung und Beibehalten des 15er-Modells. Diesem Antrag schloss sich später auch Landrat Jacques Marti an. Toni Gisler bat die Anwesenden im Namen der SVP dem Antrag auf das 7ner-Modell zuzustimmen. Auch Hansjörg Marti sprach sich im Namen der FDP für dieses neue Modell aus. Heinz Hürzeler stellte dazwischen den Antrag auf ein 5er-Modell, wie es zurzeit besteht. Vor der Abstimmung erklärte Zopfi, dass seinerzeit bei der Einführung des 15er-Modells klar betont wurde, dass nach einem gewissen Zeitpunkt dieses Modell überdacht werde. «Nun ist die Zeit dazu gekommen und auch nach der Annahme haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger später die Möglichkeit, wieder auf diesen Entscheid zurückzukommen.» Bei der anschliessenden Abstimmung entschieden sich die Anwesenden relativ deutlich für das 7ner-Modell.

Ja zum Bruttokredit von 49 Mio. Franken

«Heute Abend werden wir auch an den Gemeindeversammlungen in Glarus und in Glarus Nord über einen Bruttokredit in der Grössenordnung von 49 Mio. Franken für die Sanierung und Erhöhung Reinigungskapazität der mechanischen und biologischen Reinigung sowie Ergänzung mit einer Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigung abstimmen.» Wie Präsident Vögeli ausführte, setze sich dieser Betrag wie folgt zusammen: 21,5 Mio. für Abwasser (mech. und bio. Reinigung), 9,0 Mio. für Schlammbehandlung und 18,5 Mio. für die Elimination von Mikroverunreinigung. Fridolin Marti stellte den Antrag auf Rückweisung zur erneuten Überarbeitung. «Vor allem kann ich nicht akzeptieren, dass über eine mögliche Abweichung von +/-20 Prozent abgestimmt wird.» Dies entspreche nicht den Statuten, in denen von max. 5 Prozent die Rede sei. Auch habe er den Eindruck, dass es sich bei der Anlage zur Elimination von Mikroverunreinigung um ein Pilotmodell handle. Gemeinderat Christian Marti betonte dagegen, dass es sich auf keinen Fall um eine Pilotanlage handle, da ein gleiches Modell bereits erfolgreich im Einsatz sei. «Ich bin überzeugt, dass die Berechnung der Kosten von versierten und ausgewiesenen Fachkräften vorgenommen wurde und die 20 Prozent lediglich als vorsichtige Formulierung zu betrachten ist.» Im Anschluss stimmten die Anwesenden grossmehrheitlich dem Antrag auf Genehmigung des Bruttokredites zu.

Ohne Wortmeldung wurde das Budget 2017 und die Investitionsrechnung 2017 genehmigt und die Finanzplanung 2018–2020 zur Kenntnis genommen. Ebenfalls diskussionslos wurde dem Antrag auf einen Bruttokredit von 1312 Mio. Franken für die Werkleitungssanierung Adlenbachstrasse in Luchsingen zugestimmt.

Als Delegierte für den Rest der Amtsdauer bis 2018 in den Abwasserverband Glarnerland wurden neu Kaspar Bäbler, Bruno Hunziker und Christian Marti gewählt. Als Abgeordnete für den Rest der Amtsdauer bis 2018 im Zweckverband Kehrichtgebühren Glarnerland wählten die Anwesenden Kaspar Bäbler, Eugen Streiff und Hanspeter Zweifel.

Kurz nach 22.00 Uhr konnte der Präsident die ruhig verlaufene Gemeindeversammlung schliessen, mit dem Hinweis, dass die Polizeistunde um 02.00 Uhr sei.