Jagdhunde – ohne sie läuft nichts!

Der Glarner Jagdverein lud seine Mitglieder am letzten Donnerstag zu einem Informationsabend in den Saal des Brauereigasthofs Adler in Schwanden ein. Auf dem Programm standen zwei Referate mit den Themen «Die Ausbildung des Jagdhundes im Schwarzwild-Gewöhnungsgatter Elgg» und «Der Beitrag des Jägers bei der Nachsuche».



Rund 50 Mitglieder des Glarner Jagdvereins folgten der Einladung des Vorstandes zur traditionellen Weiterbildung im Brauereigasthof Adler in Schwanden. Umso mehr waren die Teilnehmer an der Veranstaltung glücklich und froh, endlich wieder einmal unter Gleichgesinnten zu weilen. Jagdvereinspräsident Fritz Stüssi hiess die Anwesenden herzlich willkommen. Zum Auftakt spielte die Jagdhornbläsergruppe Fryberg unter der musikalischen Leitung von Manfred Bertini.

Der Jagdhund und seine Fähigkeiten

Für einmal stand der Jagdhund im Zentrum des Interesses. Mit den Themen «Die Ausbildung des Jagdhundes im Schwarzwildgatter Elgg» und «Der Beitrag des Jägers bei der Nachsuche» trafen die Verantwortlichen vom Interesse her den Nagel auf dem Kopf. Deshalb auch die tolle Resonanz für diesen Informations- und Ausbildungsabend. Viele der Teilnehmer sind selbst im Besitze eines Jagdhundes und selbst daran interessiert, seinen treuen Begleiter auf der Jagd sinnvoll und richtig einzusetzen. Mit den beiden Referenten Jean. A. Vuilleumier, Präsident des Schwarzwild-Gewöhnungsgatters Egg und dem einheimischen Wildhüter Samuel Gantner, ein Jäger und Nachsucheführer mit riesiger Erfahrung, standen zwei Koryphäen vor dem Mikrofon, die ihr Metier von A–Z verstehen.

Die Schwarzwildpopulation muss reguliert werden

Als erster Referent präsentierte Jean A. Vuilleumier das neu erstellte Schwarzwild-Gewöhnungsgatter Elgg in der Nähe von Winterthur. Eingefleischte Jäger wissen: Wildschweine zu jagen ist gar nicht so einfach, sehr aufwendig, nervenaufreibend und manchmal sogar ein recht gefährliches Unterfangen sowohl für den Jäger als auch für den Hund. Die Problematik mit Schwarzwild kennt man im Kanton Glarus zwar nicht. «Noch nicht», wie Referent Vuilleumier vielsagend bemerkte. Es wurden zwar in der unmittelbaren Nachbarschaft kleinere Schwarzwildpopulationen festgestellt, und diese gilt es im Auge zu behalten. Vergleiche bestätigen, dass die Wildschwein-Population in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen ist. Vergleiche aus den letzten 50 Jahren sprechen da eine deutliche Sprache. So wurden 1970 erst 60 Stück Schwarzwild registriert. Zwanzig Jahre später waren es bereits mehr als 1000 Tiere. Heute im 2020 wurden bereits über 10 000 Wildschweine registriert. Eine ungeheure Zunahme, die unbedingt reguliert werden muss. Dazu dient die Jagd auf das Schwarzwild. Das neue Schwarzwild-Gewöhnungsgatter in Elgg trägt wesentlich dazu bei, dass bei der Jagd auf Wildschweine die eingesetzten Hunde richtig reagieren und Mensch und Tier zu einer Einheit wachsen. Die Hunde sollen auf der Stöberjagd, aber auch bei der Nachsuche eingesetzt werden können. Die Ausbildung der Hunde findet in vier Phasen statt. Als erstes macht der Hund Bekanntschaft mit den Tieren durch das Gitter. Dann wird er an der langen Leine gehalten. Als nächstes folgt die Suche im freien Gehege und zum Abschluss des Lehrganges begibt sich der Hund auf die Suche in einen speziellen Gatterteil. Den Aspekten des zeitgemässen Tierschutzes wird bei der ganzen Ausbildung absolut Rechnung getragen Der Hund wird dabei beurteilt, ob er die Anforderungen für die Jagd auf Schwarzwild erfüllen kann oder nicht. Diese Ausbildung wird allen Jagdhundeführern wärmstens empfohlen. Informationen und Auskunft unter [email protected].

Liebe und Respekt zu seinen Hunden

Bei seinem Referat «Der Beitrag des Jägers beider Nachsuche» konnte Wildhüter Samuel Gantner aus einem riesigen Fundus, bestehend aus langjährigen Erfahrungen und zahlreichen Einsätzen bei der Nachsuche, aus dem Vollen schöpfen. Bestandene anwesende Jäger hingen während Gantners Referat wie gebannt an seinen Lippen, denn was der langjährige Nachsucheführer zu erzählen wusste, hatte Hände und Füsse und die Anwesenden fühlten sich auch angesprochen. Anhaltender Applaus bestätigte dem Referenten, dass seine Ausführungen, Anregungen und Tipps angekommen sind. Ein sehr lehrreiches Referat, von dem die Glarner Nimrode in der jagdlichen Zukunft profitieren können. «Jagd zeigt Charakter» lautet eines der Zitate von Wildhüter Gantner. In der Tat ist Jagen eine Charaktersache. Dies gelte es auch immer wieder zu beachten. Respekt vor der Natur, Respekt vor dem Wild sind Grundvoraussetzungen auch für den «Glarner Jäger». In diesem Sinn und Geiste allen Glarner Jägerinnen und Jäger ein kräftiges «Weidmanns Heil» für die Jagd 2020!