Jahresrechnung 2014 erneut schwarz statt rot

Die Jahresrechnung 2014 schliesst bei einem Aufwand von 376,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 391,4 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 14,6 Millionen Franken ab. Damit erhöht sich der Ertragsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 Millionen Franken. Gegenüber dem Budget resultiert eine Verbesserung um 25,5 Millionen Franken.



Der Kanton Glarus verzeichnet damit zum zehnten Mal in Folge einen positiven Jahresabschluss. Die Nettoinvestitionen betragen 21,5 Millionen Franken und fallen damit um 8,9 Million Franken höher aus als im Vorjahr. Die Selbstfinanzierung beläuft sich dank des Ertragsüberschusses und den hohen Einlagen in Fonds auf 50,2 Millionen Franken und der Finanzierungsüberschuss beträgt 28,6 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 233 Prozent. Das Eigenkapital beträgt 411,5 Millionen Franken, der Kanton weist ein Nettovermögen von 216,3 Millionen Franken bzw. von 5480 Franken pro Einwohner auf.

Ergebnis im Detail


Die gestufte Erfolgsrechnung weist auf der ersten Stufe ein operatives Ergebnis von 20,2 Millionen Franken aus. Es setzt sich aus dem Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit von -20,7 Millionen Franken und dem Finanzierungsergebnis von 40,9 Millionen Franken zusammen. Auf der zweiten Stufe resultiert ein ausserordentliches Ergebnis von -5,6 Millionen Franken, was zusammen das Gesamtergebnis von 14,6 Millionen Franken ergibt.

Das Budget sah einen Aufwandüberschuss von 10,9 Millionen Franken, eine Selbstfinanzierung von 5,2 Millionen Franken, einen Finanzierungsfehlbetrag von 16,6 Millionen Franken, und einen Selbstfinanzierungsgrad von 24 Prozent vor.

Verbesserungen
gegenüber dem Budget ergeben sich u. a. aufgrund einer Marktwertanpassung der Beteiligung an der Glarner Kantonalbank (+15,5 Mio. Fr.), beim Nettoertrag der Kantonssteuern (+12,7 Mio. Fr.), beim Nettoaufwand Öffentlicher Verkehr (+2,8 Mio. Fr.), beim Gewinn aus Verkauf von Aktien aus dem Portefeuille der Heimfallverzichtsabgeltung KLL (+1,9 Mio. Fr.) sowie beim Nettoaufwand Individuelle Prämienverbilligungen (+1,6 Mio. Fr.).

Verschlechterungen
gegenüber dem Budget sind u. a. aufgrund des Ausfalls der Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (-3,3 Mio. Fr.), beim Nettoaufwand Sozialdienst (-1,9 Mio. Fr.) und bei den Ergänzungsleistungen zur AHV (-1,3 Mio. Fr.) zu verzeichnen.

Hauptgründe für die Verbesserung


Zwei Faktoren sind dafür verantwortlich, dass die Jahresrechnung deutlich besser abschneidet als budgetiert: der Börsengang der Glarner Kantonalbank (GLKB) und die höheren Steuererträge.

Der Börsengang der GLKB führt zu einem Kursgewinn von 15,5 Millionen Franken. Es handelt sich dabei aber nur um einen Buchgewinn, der gemäss den Rechnungslegungsvorschriften erfolgswirksam zu verbuchen ist. Der Effekt ist in dieser Grössenordnung einmalig. Schwankungen im Börsenkurs der Kantonalbankaktie werden sich künftig in der Jahresrechnung niederschlagen. Die GLKB ging Mitte Jahr an die Börse, was im Zeitpunkt der Budgetierung noch nicht bekannt war.

Das Budget ging bei der Prognose der Steuererträge nicht von einem Wachstum aus. Diese Annahme erwies sich als falsch. Haupttreiber sind Mehrerträge bei der Einkommenssteuer der natürlichen Personen. Die geplante Änderung bei der Dividendenbesteuerung führt zu einem positiven Sondereffekt, der allerdings nicht nachhaltig ist. Wie gross er ist, ist schwierig zu beziffern. Es ist anzunehmen, dass die Steuereinnahmen 2015 nicht mehr ganz das Niveau von 2014 erreichen werden. Schliesslich besteht eine (verzögerte) Wechselwirkung der Steuererträge mit dem Bundesfinanzausgleich (NFA). Eine überdurchschnittliche Entwicklung der Glarner Steuererträge würde sich mit zeitlicher Verzögerung in Mindereinnahmen beim NFA auswirken.

Anstieg der Ausgaben


Die Mehrerträge dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kanton rund 36 Millionen Franken mehr Ausgaben hatte als im Jahr 2013 und insbesondere deutlich mehr als budgetiert. Die Ursachen für den Ausgabenanstieg sind vielfältiger Natur. Besonders ins Gewicht fallen die nach wie vor wachsenden Ausgaben im Gesundheits- und Sozialbereich:

– Mehraufwand für die stationären Spitalbehandlungen: Die Gesundheitskosten stiegen von 40,6 Mio. auf 43,7 Mio. Franken, was einer Kostensteigerung gegenüber dem Vorjahr von 3,1 Mio. Franken bzw. 7,6 Prozent entspricht.

– Sozialwesen: Die wirtschaftliche Sozialhilfe erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. auf 11,1 Mio. Franken (+8,8%) und die Ergänzungsleistungen um 1 Mio. auf 13,6 Mio. Franken (+7,9%).

Diese Ausgaben können vom Kanton kaum gesteuert werden, da Bundesvorgaben zu beachten sind.

Bilanz

Die Bilanzsumme erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um über 12,2 Mio. auf 576,5 Mio. Franken. Auf der Aktivseite nimmt das Finanzvermögen um 9,3 Mio. auf 381,4 Mio. Franken und das Verwaltungsvermögen um 2,9 Mio. auf 195,1 Mio. Franken zu. Auf der Passivseite nimmt das Fremdkapital um 24,9 Mio. auf 165 Mio. Franken ab, das Eigenkapital wächst um 37,1 Mio. auf 411,5 Mio. Franken. Hierzu trug hauptsächlich die Einlage des Gewinns aus dem Börsengang der GLKB in der Höhe von 18,4 Mio. Franken in einen Fonds bei. Ein weiterer grosser Posten ist die Wertveränderung der Heimfallverzichtsabgeltung KLL in der Höhe von 11,1 Mio. Franken. Der Tilgungsbestand der Abschreibungen reduzierte sich um 3,1 Mio. auf 69,4 Mio. Franken, nachdem noch zusätzliche Abschreibungen von 5,5 Mio. Franken vorgenommen wurden.

Ausblick


Die finanzielle Lage des Kantons erweist sich auch diesmal als deutlich komfortabler als prognostiziert. Die mittelfristigen Finanzperspektiven mit einem prognostizierten strukturellen Defizit in der Höhe von 8 bis 10 Millionen Franken dürften sich hingegen kaum bestätigen. Der Jahresabschluss 2014 gibt berechtigte Hoffnung, dass das strukturelle Defizit weitaus kleiner ausfallen dürfte. Das wirtschaftliche Umfeld – Aufhebung des Euro-Mindestkurses – wird am Kanton Glarus nicht spurlos vorübergehen. Der Kanton ist für die Zukunft jedoch gut gerüstet. Das Programm zur Steigerung der Effizienz und Effektivität (Effizienzanalyse «light») befindet sich in der Umsetzung. Die erfolgreichen Jahresrechnungen der letzten Jahre erlaubten die Bildung von beachtlichen Rückstellungen in Form von Eigenkapital. Eine stabile Finanz- und Fiskalpolitik ist und bleibt jedoch eines der prioritären Ziele des Regierungsrates.