Jazz Point in Schwanden

Jazz Point ist Garant und Beweis für vielseitiges Repertoire, Ausgestaltung auf hohem Niveau, professionelle Auftritte, hervorragende Abgestimmtheit, spürbare gegenseitige Wertschätzung, charmanten Einbezug des Publikums, gepflegtes und beseeltes Interpretieren von absolut gern Gehörtem.




Und wohl aus diesen Gründen fand sich auf Einladung des Kulturvereins Glarus Süd eine Vielzahl an Liebhabern von «kernigem New Orleans- bis hin zum swingenden Chigao – Sti» – mit diesen Worten in der Vorschau angekündigt – im Gemeindezentrum Schwanden ein.

Vor Konzertbeginn wurden Gäste kulinarisch bestens verwöhnt, Die kreativ tätigen Kochkünstler stammten aus den Reihen der Männerriege Schwanden, es blieben kaum Wünsche offen. In gar netter Art nahmen die Mitglieder des Frauenturnvereins Schwanden alle Wünsche entgegen und servierten das Angeforderte umgehend.

Und was dann nach der gewohnt herzlichen und kurzen Begrüssung von Ruth Tüscher, Präsidentin des Kulturvereins, abging, war echt hochklassig. Die aus sechs Personen bestehende Formation ist für alle, die diese Musik schätzen, sich alles gerne und ausdauernd anhören, eine echte Trouvaille. This Jenny (Posaune und Gesang), ist Bandleader, charmanter Ansager, Manager und Gründer der seit 1991 bestehenden Band. Er hält sich zur Hauptsache in Schwanden und Horgen auf.

Im Verlaufe der bald drei Jahrzehnte sind Markus Hächler (Trompete und Gesang) aus Schafisheim; der Ennendaner Edy Kieser (Banjo); Richard Lipiec aus Langenthal (Klarinette, Saxophon); Hans Brunner, Mollis (Schlagzeug) und der Krienser Jimmy Wettach (Bass und Tuba) zur Band gestossen. Einzelne sind seit dem Gründungsjahr dabei.

Eines haben sie gemeinsam – es sind die hohe Professionalität, die Freude am attraktiven, kunstvollen Ausgestalten und die spürbare Anerkennung, die gegenseitig besteht. Beim jeweiligen Soli gewährt man dem Interpreten Raum, hört aufmerksam und wohl auch leicht kritisch zu, spendet Beifall, fügt sich wieder ins gemeinsame Spiel ein. Und diese Melodien sind so wohltuend gefühlvoll, rassig, dann wieder beseelt, zeugen von Sehnsucht, Verweilen, Bewegungsreichtum. Alles ist spürbar kurzweilig, wechselvoll. Einzelne Leistungen hervorzuheben ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, würde anderes, mit ebenfalls herzlichem Beifall Honoriertes ein klein wenig in den unverdienten Schatten stellen. Alle sind sie gleichermassen exzellente Musiker, die nicht einfach auf Bewährtem verharren, sondern sich auch neuen Kompositionen widmen. Und die Fülle, die so zusammengekommen ist, begeistert. Mühelos, ohne Anzeichen der geringsten Müdigkeit wird angesagt, gespielt, und dies nicht einfach als Pflichtaufgabe routiniert «runtergespult», sondern mit viel Beseeltheit und ansteckender Begeisterung ausgedrückt.

Und wer nicht bloss zuhören wollte, begann zu tanzen. Zwei Pausen waren in dieser Vielfalt willkommen. Das gesamte musikalische «Verwöhnpaket» nahm leicht mehr als drei Stunden in Anspruch und endete mit «Route 66» und der Voranzeige auf den 1. Februar des kommenden Jahres mit dem insgesamt 29. Auftritt in Schwanden.