Jodelgesang, Piano de Camping, Puccini und Alphorn

Anlässlich der Podiumsveranstaltung mit dem Titel: «Das Pflege- und Betreuungsgesetz auf dem Prüfstand» stand neben vielen Wortmeldungen auch willkommen Musikalisches. Das Jodelduett Ladina & Seraina besang jene heimelige, schöne Welt, die Bergblumen, zarte Liebe, Bergbäche, idyllische Alpen und viel Harmonisches zum Inhalt hat und die voll Herzlichkeit, leichter Wehmut und herzerwärmender Wohlklänge ist. Diese Gesangskultur ist geschätzt und willkommen. Die beiden jungen Frauen gestalteten das eigens ausgewählte Liedgut spürbar sorgsam aus. Sie durften ganz viel verdienten Applaus entgegennehmen.




Der Bündner Flurin Caviezel, Kabarettist und Musiker, reihte sich schon mal in die Gruppe 55 + ein. Er vermag es bestens, sich in Diskussionen reinzuhören, vor seinem Auftritt Wissenswertes nachzulesen, auf Bewährtes zurückzugreifen, zuweilen recht keck zu kommentieren und seine Ansichten auf charmante, gewitzte Art einzubringen. Offensichtlich hat er zu unserem Kanton ein speziell enges Verhältnis. Schon mehrmals habe er an solchen Veranstaltungen geweilt. Und die aufmerksam Betrachtenden haben sich gewiss an die knallroten Halbschuhe, das «Caviezel-Signet» und die roten Handzettel erinnert, auf denen so manches notiert ist, was Lacher auslöst.

Verdientermassen herzlich und anerkennend lote er die beiden Jodlerinnen und kam dann auf seinen Namen zu reden. Er wäre als Werbeträger eines Futtermittels durch die Welt gezogen, hätte ihn das Schicksal einst als Mädchen aufs Erdenrund gebracht. Fast nahtlos, in gemütlichem Tempo, ging es weiter. So kam der Match FC Sion gegen Linth ebenso kurz zur Sprache wie das Glarnerland als eigenständigen Kosmos mit einer leicht kritischen Grösse.  

Und da waren eben die roten «Spickzettel», die Caviezel konsultierte. Er zeigte elegant auf, was sich seit 2007 so alles geändert hat. Da gab es viel aufzuzählen. Caviezel ist ein beneidenswert vielseitiger Musikant. Weil auf der Bühne der Kanti-Aula kein Instrument auffindbar war, kramte er seine eigenen Kreationen hervor – um sie dem geneigten Publikum vorzustellen und dann so loszulegen, dass Staunen und Anteilnahme gleichermassen hoch waren. Was so ein Mini-Klavier, Marke «Piano du Camping» in sich birgt, muss man gesehen und gehört haben, da wurde verjazzt, das Wiegenlied vom Tod. Und Mozart-Kurzkompositionen zu Gehör gebracht.

Und nach weisen Worten war es wieder an ihm und seiner Geige samt Schalltrichter, zu seiner Sicht der Dinge, was das Glarnerland betraf, was das Kürzel «ALT» (= Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit bedeutete. Er wandte sich an Dr. Rolf Hanimann, der einst als Kantonschemiker geamtet hatte. Er flocht Lieder zu einem Potpourri, so richtig schön.

Er war es auch, der das Alphorn zum Tanzen brachte, hoch in der Luft, natürlich schwungvoll und majestätisch abgehoben – wie es sich für ein richtiges Alphorn gebührt. Puccini steuerte die Musik bei, Shakespeare wurde in leicht geänderter Form zitiert: «To Bed or not to Bed?» – es war Zeit für die Heimkehr.