Johann Melchior Kubli, Wegbereiter der Menschenrechte

Ohne grosses Brimborium feierte die Anna-Göldi-Stiftung vergangenen Samstagvormittag im Hotel Glarnerhof in Glarus ihr zehnjähriges Bestehen. Im Zentrum der Feier standen Vorträge von Nicole Lieberherr, Autorin der Biografie von Johann Melchior Kubli, und von Walter Hauser, Präsident der Anna-Göldi-Stiftung, welcher umfassende Recherchen zum Justizmord veröffentlichte.




Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus! Am kommenden 20. August soll das neue Anna-Göldi-Museum im Hänggiturm in Ennenda offiziell und feierlich seiner Zweckbestimmung übergeben werden. Das neue, modern konzipierte Museum von nationaler Bedeutung hat absolut das Potenzial, zu einem Mekka geschichtsinteressierter Personen zu werden. Mit grosser Vorfreude auf den epochalen Moment der Eröffnung darf die Anna-Göldi-Stiftung schon jetzt auf viel Erreichtes zurückblicken. Der vergangene Samstag war einerseits Anlass, das zehnjährige Bestehen der Stiftung zu feiern, andererseits den Todestag von Anna Göldi, dem Glarner Landschreiber und Johann Melchior Kubli zu widmen. Kubli war es, der als Protokollführer den unglaublichen Verlauf des Prozesses akribisch festhielt und das grausame Vorgehen der damaligen Gerichte und den schrecklichen Justizmord an Anna Göldi als Whistleblower zum Entsetzen der damaligen Glarner Regierung und der Justiz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte.

Fridolin Elmer, Moderator und Leiter des neuen Anna-Göldi-Museums, freute sich bei seiner Begrüssung über die Teilnahme zahlreicher Freunde und Gäste, die der Einladung Folge leisteten. Er liess die vergangen zehn Jahre nochmals in Revue passieren. Viel hat die Stiftung in diesen vergangenen Jahren erreicht, vieles steht aber auch noch bevor und wird dem Stiftungsrat auch in den kommenden Jahren ein gerütteltes Mass an Arbeit erbringen. Finanziell freuen sich Stiftungsrat und Museumsleiter auf den grosszügigen Beitrag von Pro Helvetia und hoffen mit Zuversicht weiterhin auf grosszügige Unterstützung der öffentlichen Hand, Sponsoren und Gönnern.

Viel beachtete Referate


Mit Spannung erwarteten die Gäste die Referate von Nicole Lieberherr, welche über Kubli eine viel beachtete Biografie schrieb sowie Walter Hauser, Präsident der Stiftung, Buchautor und Initiant der Rehabilitierung der glücklosen Magd aus Sennwald. Beide Referate stiessen bei den Anwesenden auf grosse Beachtung, wobei das erste Referat von Biografin Lieberherr ganz im Zeichen von Melchior Kubli, seinem Leben und Wirken stand. Hauser äusserte ich über seine spannenden und erkenntnisreichen Recherchen zum Justizmord an Anna Göldi und die Rehabilitierung der glücklosen Magd aus Sennwald, die er mit viel Aufwand und Herzblut initiierte.

Die anschliessende Diskussion wurde von den Teilnehmern eifrig und engagiert benutzt. Ein abschliessender Apéro im Garten des Hotels Glarnerhof war der krönende Abschluss einer in jeder Beziehung gelungenen Jubiläumsfeier.