«Als Vermögensverwalter für institutionelle und Privatkunden ist der Begriff «Strategie» für die Belvédère Asset Management AG von zentraler Bedeutung», betonte Martin Landolt, Verwaltungsratspräsident, zum Auftakt der Podiumsdiskussion im Rahmen des 25-Jahr-Jubiläums des Unternehmens am letzten Donnerstag in der Markthalle Glarus. Diese lege man jeweils zusammen mit den Kunden fest, orientiert an den Wünschen und Zielen der jeweiligen Person. «Wichtig ist hier, dass man den Zaun passend für einzelnen Kunden absteckt; er soll nicht zu eng sein, aber auch nicht zu weit gefasst.» Dies kann zwar dann auch heissen, dass man kurzfristige Trends und Ausrichtungen nicht mitgeht, dafür aber am roten Faden festhält. «Man muss nicht immer alles mitmachen, sondern sich klar auf die eigenen Stärken fokussieren.»
Ähnlich ging es Mauro Caviezel als Skirennfahrer. «Klar hat man die anderen Sportler genau beobachtet.» Aber nur weil zum Beispiel ein Marco Odermatt oder Beat Feuz mit einer gewissen Technik oder Linie schnell ist, müsse das nicht heissen, dass dies auch für einen selbst gilt. «Klar kann man im Vergleich viel lernen, man soll aber seine eigenen Stärken nicht vergessen.» Dies habe er auch in seine Tätigkeit im Familienunternehmen Swissflex Eyewear mitgenommen. «Wir dürfen nicht vergessen, was uns auszeichnet oder gar abhebt und was unseren Erfolg in der Vergangenheit ausgemacht hat.» Mit Brillenfassungen sei man auch Teil der Modebranche und müsse so mehr auf neue Trends und den Zeitgeist eingehen. «Dabei darf man aber nicht das ganze Produkt oder gar das Unternehmen auf den Kopf stellen.» Und vielleicht macht es mehr Sinn, wenn man sich für ein Kundensegement klar positioniert.
Dies habe bereits sein Vater im Hotel Bellvue in Braunwald gemacht, hakte Patric Vogel ein. «Früher wollte man für alle Gäste das Beste bieten, musste aber irgendwann einsehen, dass es mit so unterschiedlichen Interessen einfach nicht gehe. «Wer es allen recht machen will, macht es für niemanden richtig.» Aus diesem Grund habe man sich immer klarer als Kinderhotel aufgestellt und für dieses Segment das Angebot verstärkt und erweitert. «Uns war da immer klar, dass wir gewisse Gäste so auch verlieren werden.» Diese wären aber wahrscheinlich sowieso nicht glücklich geworden. «Andere haben dafür genau das gefunden, was sie sich gewünscht haben; vielleicht auch mehr.» Der Auftakt der Erfolgsgeschichte in Braunwald war da eher zufällig. «Ein eher problematisches Mädchen konnte mein Vater beruhigen, dass er ihr jeden Abend ein Märchen erzählt, wenn sie ruhig ist.» Diese eigentlich einmalige Sache, habe sich zu einer Tradition entwickelt, da schon bald, Gäste genau nach dieser «Märlistunde» gefragt haben. «Und egal was die Zukunft bringt, auch in 50 Jahren und hoffentlich noch viel länger wird um 18.00 Uhr in unserem Hotel ein Märchen erzählt.»
Auch bei der Gründung der Belvédère Asset Management AG war der Faktor Zufall präsent. In Frankreich sprach ein Kunde Thérèse Meier an wegen einer Vermögensverwaltung, falls er mal gestorben sei. «Dieser Fall trat dann leider bereits wenige Wochen später ein», erzählte Landolt. So musste 2001 kurzfristig ein Unternehmen gegründet werden. Ein wichtiger Wachstumsschritt erfolgte 2017 mit der Fusion mit der Interesta AG, die von Thomas Fischli 2009 gegründet wurde. Daraufhin wurde der Sitz von Zürich nach Glarus verlegt. «Leider ist Thérèse Meier in diesem Jahr verstorben. Als Wertekompass, wertvoller Ratgeber und als ganz besonderer Mensch wird sie uns immer in Erinnerung und immer ein wichtiger Teil von Belédère bleiben», meinte Fischli zum Abschluss der von Florian Landolt mit wichtigen Inputs umsichtig geleiteten Diskussion. Auch er betonte nochmals die Wichtigkeit des persönlichen Austausches für sein Unternehmen. «Klar geht es am Schluss um Geld, aber bei uns steht immer der Mensch im Fokus.» Und deshalb hätten auch alle anwesenden Gäste ihren Anteil an der bisher 25-jährigen Geschichte der Belvédère Assent Management AG.























