Junge Musiktalente proben mit dem Glarner Kammerorchester für den grossen Auftritt

Klassik, Klezmer, Pop und Jazz – mit einem virtuosen Ritt durch Zeiten und Stile treten am 13. Juni um 20 Uhr neun junge Solistinnen und Solisten der Glarner Musikschule und das Glarner Kammerorchester in der Aula Glarus unter Leitung von Reto Cuonz auf.



Junge Musiktalente proben mit dem Glarner Kammerorchester für den grossen Auftritt

Es ist heiss an diesem Probensamstag zwei Wochen vom Konzert. Nicht nur bei der Raumtemperatur – auch die komplexen Rhythmen mancher zeitgenössischen Stücke bringen das eher klassisch geprägte Glarner Kammerorchester und die jungen Musiktalente ordentlich ins Schwitzen. Aber nach sechs Stunden intensiver Proben mit neun jungen Solistinnen und Solisten vom Jahrgang 2006 bis 2015 loben Dirigent Reto Cuonz und die anwesenden Musik-Lehrpersonen der Glarner Musikschule: «Das ist wirklich anspruchsvoll, aber ihr macht es super! Wir dürfen uns auf ein sehr spannendes Programm mit tollen jungen Musikerpersönlichkeiten freuen.» Ihnen spürt man die Ernsthaftigkeit und Hingabe an ihr jeweiliges Solo-Werk an – und sie bringen auch eigene Ideen für die Gestaltung mit ein.

Die erst elfjährige Sologeigerin Caline Wenk, welche zusammen mit ihrer Schwester Leticia am Klavier das epische, an Filmmusik erinnernde «Invicta» spielt, hat sich für heute vorgenommen, alles auswendig zu spielen und probiert dies zum ersten Mal mit dem Orchester. Beim jungen Pianisten Christopher Nydegger, der Hellbachs packendes Pop-Concerto interpretiert, steht so lange Reihe von Notenblättern auf dem Pult, dass Klavierlehrerin Vilma Zbinden beim Blättern hilft. Für das Marimba-Stück müssen die einzelnen Teile des Instruments – es ist so gross wie ein Konzertflügel – die Treppe hinaufgeschleppt werden. Hier ist Mattia Zentner der Solist (s.u.). Auch kein Leichtgewicht ist die Tuba von Jason Künzle, der diesem massiven Instrument virtuos schnelle Läufe entlockt, aber auch lyrische Melodien. Für das Konzert von Camille Saint-Saëns hat sein Lehrer Lorenz Stöckli eigens eine Version für Tuba, Streichorchester und Bläserregister arrangiert. Bei den zwei Solo-Cellistinnen Lotte Baumgartner und Enya Grüninger geht es mit einem Vivaldi-Concerto in barocke Klangwelten. Ein komplexes, jazzig angehauchtes Saxofon-Werk lässt Kian Bantli erklingen. Mit dem virtuosen Klezmerstück «Juli» bezaubert Akkordeonist Elijah Wüthrich. In der Partitur hat es auch fürs Orchester immer wieder spannende Stellen – darunter einige schöne Geigensoli für die Konzertmeisterin Marianne Schönbächler.

Die etwa alle vier Jahre stattfindenden Konzerte des Glarner Kammerorchesters mit jungen Talenten der Glarner Musikschule sind ein Erfolgsformat, erfordern aber jeweils eine aufwändige Organisation. Doch die Nachwuchsförderung ist dem 2025 mit dem Glarner Kulturpreis ausgezeichneten Orchester sehr wichtig. Die Solo-Instrumente können ganz unterschiedlich sein, die stilistische Breite hat immer mehr zugenommen. Eintritt frei, Kollekte. Mehr: gko.ch

«Das gefällt mir an meinem Instrument» - zwei junge Musiker erzählen

Jason Künzle, Tuba: «Ich wollte schon mit 6 Jahren Tuba spielen, das war mein Traum. Doch sie ist schon sehr gross, also habe ich erstmal mit dem S-Horn in der Jugendmusik Schwanden begonnen und konnte dann 2020 zur Tuba wechseln. Den Bass zu spielen, fühlt sich einfach cool an und der ist auch wichtig in einer Gruppe. Mir gefällt, dass ich von Bigband bis zu Klassik ganz unterschiedliche Stile spielen kann. Mein Stück habe ich mit Lorenz Stöckli zusammen ausgewählt, ich nehme es auch fürs Matura-Vorspiel.»

Mattia Zentner, Marimba: «Ich hatte schon ab der ersten Klasse Unterricht in Schlagzeug, und spielte später bei meinem Lehrer Michael Juen in einem Ensemble. So bin ich auf die Marimba gekommen. Es gibt dieses Instrument in verschiedenen Grössen, in C und A, für das Konzertstück jetzt brauche ich eine grosse Marimba. Für das Concertino von Zalupe habe ich etwa ein halbes Jahr intensiv geübt. Es gibt sehr unterschiedliche Rhythmen, aber genau diese Herausforderung gefällt mir.»