Jungschar hat das Geheimnis der Sanduhr gelüftet

In diesem Sommer fand das Schweizertreffen der Jungschar der Evangelisch-methodistischen Kirche mit rund 1200 Kinder und Jugendlichen in Walliswil bei Wangen, Bern statt. Unter den rund 750 Helfern befanden sich dabei auch neun Helfer aus dem Kanton Glarus, einer davon Stefan Gurtner, OK-Präsident des Grossanlasses.



Ruhig ist es, als Stefan Gurtner am 30. Juli den Lagerplatz in Walliswil zeigte. Von den rund 1200 Kindern und Jugendlichen, die am diesjährigen Schweizertreffen der Jungschar teilnehmen, ist nur von Weitem ab und zu etwas zu hören. «Heute ist der heisseste Tag des ganzen Lagers. Da müssen wir auf die Teilnehmer besonders achten.» Aus diesem Grund sind die einzelnen Gruppen rund um den Zeltplatz unterwegs, vor allem im Wald, wo es deutlich kühler ist. Nun steht der OK-Präsident des Grossanlasses vor dem Zentrum des diesjährigen Treffens der Jungscharen aus der ganzen Schweiz: der grossen Sanduhr. «Dieses Mal haben wir eine ganz eigene Geschichte rund um das ganze Lager.» Hier geht es darum, dass im von der gesamten Welt abgeschiedenen Dorf Kunabulo plötzlich eine Sanduhr auftaucht. Um das Geheimnis hinter der Uhr zu lüften, bitten die Dorfbewohner die Jungschar um Hilfe. «Das Ganze ist dabei bei Weitem nicht nur eine Geschichte.» Die einzelnen Regionen haben die Behausungen teilweise zweistöckig aufgebaut; Schauspieler schlüpfen in die Rollen der einzelnen Dorfbewohner. «Vor allem die kleineren Teilnehmer tauchen hier ganz in die Lagerwelt ein.» Für die Jugendlichen werde dafür anderes wie zum Beispiel ein Konzert geboten.


Während das Lager selber zehn Tage dauert, sind die Helfer für den Auf- und Abbau insgesamt rund drei Wochen auf dem Platz. «Hier ist es wichtig, dass sie sich auch Zeit für sich nehmen und sich erholen können.» Hier sieht Gurtner aktuell seine Aufgabe, zu Artikelschauen, dass es den Helfern, aber auch den Kindern und Jugendlichen gut geht. Aus diesem Grund besucht er regelmässig die einzelnen Regionen, isst mit ihnen zu Mittag oder am Abend, und nimmt sich im Restaurant Zeit für die Anliegen der Helfer. «Seit dem Beginn der Planung 2012 hat sich meine Rolle immer wieder gewandelt.» Zu Beginn habe er als OK-Präsident zuerst die Bildung des Teams ins Zentrum gesetzt, dann sei es darum gegangen, die Stossrichtung festzulegen, in einer späteren Phase die Übersicht über die Arbeiten in den einzelnen Ressorts zu behalten. «Und nun geht es eben vor allem um die Betreuung, und bereit zu sein, wenn es zu grösseren Ereignissen kommen sollte.»

Ausser einem stärkeren Regenguss bleibt das Treffen davon zum Glück verschont, die Vorbereitung darauf habe aber viel Zeit in Anspruch genommen. Auf rund 200 Seiten habe man sich auf so gut wie jedes Szenario vorbereitet und Abläufe und Zuständigkeiten festgesetzt. Diese Arbeit und vor allem das Planen im grossen Rahmen habe den Berufsschullehrer damals gereizt, die Führung des Anlasses zu übernehmen. «Bei der Austragung 2011 hatte ich schon das Sponsoring unter mir. Danach wollte ich unbedingt nochmals dabei sein, aber noch mehr Verantwortung übernehmen.»

Zwar habe ihn das Amt in den letzten vier Jahren immer wieder stark gefordert, die Erfahrungen und den intensiven Austausch im Team möchte der 35-Jährige aber nicht missen. «Es war eine Gelegenheit, die man wohl nur einmal im Leben bekommt. Und dafür bin ich sehr dankbar.» Aber auch, dass am Schluss alle Kinder und Jugendlichen nach den zehn Tagen wohlbehalten und mit wunderschönen Erinnerungen zurück nach Hause gekommen sind.