Kampagne Brot für alle – Fastenopfer

«Weniger für uns – genug für alle» ist das Motto der diesjährigen Kampagne der kirchlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer. Zur Einführung in die Kampagne luden die beiden Landeskirchen ins Kirchgemeindehaus Glarus ein.



Neben den Informationen zu den verschiedenen Materialen, die für einen Suppentag oder den Religionsunterricht zur Verfügung stehen, stand das Referat von Armin Zimmermann, Theologe und Agrarwissenschaftler, zum Thema «Religiöse Zugänge zur Landwirtschaft am Beispiel Afrika» im Mittelpunkt. Armin Zimmermann beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Afrika. Er forschte und arbeitete insgesamt 8 Jahre in verschiedenen Ländern des Kontinentes. In Kamerun zum Beispiel leben über 60% der Bevölkerung im ländlichen Milieu. Sie betreiben im wesentlichen Landwirtschaft, die die Grundlage der Wirtschaft des Landes bildet. Trotz des fortgesetzten Zerfalls der Preise für landwirtschaftliche Produkte auf dem Weltmarkt, bleibt die Landwirtschaft auch heute noch die wichtigste wirtschaftliche Aktivität innerhalb des Landes und sorgt für 75% der Beschäftigung und 50% der Exporte. Dies trifft in gleicher oder ähnlicher Weise auf nahezu alle afrikanischen Länder zu. Das Leben und Arbeiten auf dem Land im Kontext der Landwirtschaft ist die dominierende Existenzform der afrikanischen Menschen. Es gibt wohl kein Volk, dessen wirtschaftliche Grundlage die Landwirtschaft ist, das nicht spezielle Agrar-Riten und -Feste entwickelt hat. Agrar-Feste gibt es auch bei uns. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an das reiche landwirtschaftliche Brauchtum, das oft mit Glaube und Aberglaube verknüpft war. Die Erntedankfeste, die in unseren Kirchen gefeiert werden, sind ein kleiner Rest dieser Bräuche. In den afrikanischen Ländern ist der Schutz der Felder und des Viehs von bösen Mächten und Geistern eine wichtige Funktion der traditionellen Religion. Dem Schutz der Felder und dem ungestörten Wachstum und Gedeihen der Pflanzen dient auch die Einhaltung verschiedener Tabus. Zum Beispiel darf nach Morgenregen oder Hagelschauer keine Feldarbeit verrichtet werden. Während der Arbeit darf man nicht pfeifen, um nicht die Geister zu rufen und damit den Erfolg der Ernte zu gefährden. Armin Zimmermann weisst zum Schluss seiner Ausführungen darauf hin, dass auch in der Schweiz und im europäischen Kontext allgemein dafür Sorge getragen werden muss, dass das Wissen und die Zusammenhänge, wie Nahrung entsteht, nicht vergessen geht. Man sollte nicht müde werden darauf hinzuweisen, dass bei der hocheffizienten und technisierten Landwirtschaft letztlich Gottes Segen das Entscheidende ist und dass es sich bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen um seine Gaben handelt, mit denen man sorgsam umgehen soll, damit am Ende alle genug haben.

Mit dem Schlussknall der Fasnacht beginnt die Fastenzeit und damit die Zeit der ökumenischen Kampagne «Weniger für uns – genug für alle». Dafür werden an den kommenden Wochenenden in den meisten Kirchgemeinden Gottesdienste gefeiert. Im Anschluss an die Feiern sind alle eingeladen, bei Speis und Trank gemütlich beisammenzusitzen, denn mit dem Erlös der «Suppentage» werden Projekte von Brot für alle und Fastenopfer unterstützt. Artikel