Kanton Glarus will Potenzial an Informatik-Fachkräften besser ausschöpfen

Mit einem Strauss an Initiativen will der Kanton Glarus dem Fachkräftemangel im Bereich Informatik entgegenwirken. Gemäss Legislaturziel des Regierungsrates sollen die Massnahmen in der beruflichen Grundbildung, aber auch auf Stufe Höhere Fachschule zum Tragen kommen.



Eine Studie des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) vom November 2019 zeigt auf, dass gerade die Ausbildung von Informatikern mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) für die Betriebe im Vergleich mit anderen Lehrberufen am aufwändigsten ist. Es handelt sich um einen neuen Beruf. Die Ausbildungsplätze sind nach wie vor rar. Im Kanton Glarus besteht gemäss einer Erhebung des Departementes Bildung und Kultur ein Potenzial, allerdings ist seitens des Kantons vorübergehend ein verstärktes Engagement vonnöten.

Impulsprogramm ICT-Bildung 2021–2025

Das erste Massmahmenpaket «Impulsprogramm ICT-Bildung» sieht folgende Schwerpunkte vor:

Information an der Volksschule über ICT-Lehrberufe

Schnupperlehren sind sehr aufwendig für Lehrbetriebe und werden sinnvollerweise mit Berufswahlinformationen an der Volksschule kombiniert. Eine kantonale Anschubfinanzierung privater Initativen durch den Kanton ist sinnvoll.

ICT-Lehrstellenförderung

Ein Basissupport insbesondere neuer Lehr- und Ausbildungsbetriebe soll für diese kostenlos sein, zusätzlicher gewünschter Support sollte aber anteilsmässig oder vollständig von den Betrieben getragen werden.

Praktikumsbetriebe vernetzen

Ein Netzwerk für Praktikumsstellen soll aufgebaut werden. Neben dem Kanton wird sich auch die ibw Höhere Fachschule Südostschweiz in zumindest demselben Umfang an diesem Mandat beteiligen, da auch ausserkantonale Studierende und Betriebe für die Bildung einer Klasse in Ziegelbrücke relevant sind.

Impulsbeiträge

Durch einen Beitrag an Betriebe, welche ihre Mitarbeitenden/Praktikanten in eine Ausbildung in HF Informatik oder Wirtschaftsinformatik in Ziegelbrücke schicken, soll der Kanton einen Teil des Arbeitsausfalls aufgrund der Ausbildung mittragen. Um eine Fehlsteuerung zu vermeiden, ist naheliegend, dass sich Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Kanton den Arbeitsausfall, welcher für die Ausbildung notwendig ist, aufteilen.

Teilweise Schulgeldübernahme

Als Impulsmassnahme wird für Glarnerinnen und Glarner, welche technische HF Bildungsgänge in Ziegelbrücke besuchen, die Hälfte des über den in der interkantonalen Vereinbarung über die Mitfinanzierung der Höheren Fachschulen (HFSV) festgelegten Beitrag hinausgehenden Schulgelds – nach vollständig absolviertem Studienjahr –rückerstattet. Die Dauer dieser Massnahme beschränkt sich auf die Bildungsgänge, die bis und mit 2024 starten.

Förderung der ICT-Kompetenzen kantonalen Berufsschulen

Es wird für Ausbildungsbeginn 2021–2024 ein zusätzlicher Kantonsbeitrag an Zentren für überbetriebliche Kurse oder ähnliche Institutionen von 50 Franken pro Glarner Lernendem der Beruflichen Grundbildung und Tag für maximal zwei zusätzliche Kurstage pro Jahr ausgerichtet, sofern dort zusätzlicher ICT-Stoff, der über den eigentlichen Lehrplan des Berufes hinausgeht, vermittelt wird.

Infoabend zur Weiterbildungen am 3. November 2020 in Ziegelbrücke

Sind Sie interessiert an einer Ausbildung auf Stufe Höhere Fachschule in Informatik oder Wirtschaftsinformatik? Oder an einer anderen beruflichen Weiterbildung, die Sie in der Nähe absolvieren können? Am 3. November um 19 Uhr findet an der Berufsschule in Ziegelbrücke ein Infoabend der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz statt. Die ibW bietet im Auftrag des Kantons Glarus verschiedene Lehrgänge der beruflichen Weiterbildung am Standort Ziegelbrücke an. Am Infoanlass können Sie sich einen Überblick über Ihre Möglichkeiten verschaffen und sich von den Fachvorsteherinnen und Fachvorstehern über die einzelnen Lehrgänge beraten lassen.

Weitere Informationen zum Infoabend und das Anmeldeformular finden Sie auf dieser Website