Kantonspolizei – Kriminalstatistik 2006

Die Gewaltdelikte im Glarnerland haben leider markant zugenommen. Dabei weist der Kanton Glarus, im Gegensatz zum schweizerischen Trend, eine geringe Jugendkriminalität auf.



von links: Obtl. Kurz Feuz
von links: Obtl. Kurz Feuz

Die statistisch erfassten Delikte sind im Jahr 2006 um 149 Delikte auf gesamthaft 1170 gesunken. Gegenüber 2005 bedeutet dies eine Abnahme um etwas über elf Prozent. „Der Kanton Glarus liegt bei der hohen Ausländerkriminalität bei den Delikten gegen Leib und Leben, sowie bei den Vermögensdelikten im Rahmen der schweizerischen Tendenz. Insgesamt hat sich die Delinquenz 2006 im Kanton Glarus dem Mittel der letzten zehn Jahre angenähert.“ Dies das Fazit von Christoph Eggel, Chef der Kriminalpolizei des Kantons Glarus.

Wichtige Erkenntnisse

Anschliessend informierte Eggel im Detail über die verschiedenen Delikte und deren Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Es musste ein Tötungsdelikt gegen Leib und Seele rapportiert werden, wobei es sich um einen Tötungsversuch handelte. Bei den strafbaren Handlungen ist die Gesamtzahl gleichbleibend, obwohl zum Teil recht grosse Schwankungen festzustellen sind. Während bei den Fahrzeugdiebstählen ein Anstieg von 22 Prozent, ist dagegen eine markante Abnahme bei den Einbruch- und Einschleichdiebstählen zu verzeichnen. Die Anzahl der Raubdelikte hat gegenüber dem Vorjahr von zwei auf drei Tatbestände zugenommen. Dagegen ist bei den strafbaren Handlungen gegen die Freiheit ein starker Rückgang von 32 Prozent zu verzeichnen. Die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Integrität sind im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. Der massive Rückgang der statistisch ausgewiesenen Betäubungsmitteldelinquenz ist primär darauf zurückzuführen, dass zum einen – im Gegensatz zum Vorjahr – keine Grosskontrollen mit Schwerpunkt Betäubungsmittel durchgeführt worden sind, zum andern waren die Polizeifunktionäre stark durch andere Tätigkeitsfelder absorbiert.

Gesamtbeurteilung und Zielssetzung

„Die Gesamtbeurteilung der Kriminalitätslage im Kanton Glarus darf als nicht besorgniserregend eingestuft werden. Schwerere Delikte bilden glücklicherweise die Ausnahme. Die Zielsetzung vom letzten Jahr, die Kriminalitätslage zu verbessern, darf als erreicht betrachtet werden. Eine stabile Lage muss trotzdem auch weiterhin ein wichtiges Ziel bleiben. Eine Abnahme der statistisch erfassten Delinquenz bedeutet keineswegs einen Rückgang des Aufwandes. Das Ermitteln von Straftätern muss ein Schwerpunkt bilden, ohne dass dabei die Prävention vernachlässigt wird. Dies zu erreichen wird gegenwärtig mit der neuen Struktur der Kantonspolizei Glarus versucht.“ Weiter betonte Eggel, dass die Aufklärungsrate der verschiedenen Delikten heute bei über zwei Dritteln liegt, was von einer guten Leistung der Kapo spricht. Vor allem die Einbruchdiebstähle stehen immer stark im Foccus der Öffentlichkeit. Mit dem Aufruf an die Bevölkerung, lieber einmal zu viel als einmal zu wenig der Polizei bei einem möglich Verdacht anzurufen, schloss der Chef der Kriminalpolizei seine interessanten und sehr aufschlussreiche Orientierung.