Kantonsschule – neue Stundentafel für die Mittel- und Oberstufe

Der Regierungsrat verabschiedete und genehmigte heute die neue Stundentafel für die Mittel- und Oberstufe der Kantonsschule Diese wird auf das Schuljahr 2011/12 in Kraft gesetzt.



Die neue Stundentafel für die Mittel- und Oberstufe der Kantonsschule wurde vom Regierungsrat heute genehmigt.
Die neue Stundentafel für die Mittel- und Oberstufe der Kantonsschule wurde vom Regierungsrat heute genehmigt.

Mit der Revision «Kanti 2010» soll Lernenden der Kantonsschule Glarus weiterhin eine Matura angeboten werden, die den Zugang zu allen universitären Ausbildungsgängen sicherstellt und die Anforderungen der Universitäten erfüllt. Gleichzeitig sollen eine breite Allgemeinbildung im Sinne des klassischen humanistischen Gymnasiums vermittelt und die Entwicklung zu mündigen Bürgern unterstützt werden. Zudem sind die Anforderungen des Maturitätsanerkennungsreglements (MAR) zu erfüllen. Die Fachmittelschule ist nicht Gegenstand der Revision, die neue Stundentafel soll kostenneutral umgesetzt werden.

Bei den Grundlagenfächern wird neu das Fach «Methodenunterricht» eingeführt. Damit sollen Fähigkeiten vermittelt werden, die für die Erstellung der Maturaarbeit notwendig sind, zum Beispiel Statistik mit Excel, Präsentationstechnik und Rhetorik.

- «Chemie» beginnt erst ab der vierten Klasse und wird dafür bis zur Matura geführt; zusätzlich gestärkt werden die Naturwissenschaften mit einer zusätzlichen Lektion im letzten Semester.

- «Wirtschaft und Recht» wird um eine Semesterlektion erhöht und beginnt neu schon ab der dritten Klasse.

- «Latein» wird nicht mehr als Schwerpunktfach, sondern als alternatives Grundlagenfach (anstelle von Griechisch) geführt. Wer jedoch Latein belegt, muss zwingend auch den Englischunterricht besuchen, der jedoch nicht promotionswirksam ist. Damit kann man an der Kantonschule das «Kleine Latinum» absolvieren, was für gewisse Studien nach wie vor eine wesentliche Grundlage ist.

- Neu wird «Staatskunde» in der vierten Klasse als gemeinsamer Block mit «Geschichte» eingeführt, und den Gegebenheiten unseres Landsgemeindekantons mit Stimmrechtalter 16 Rechnung getragen.

- Bei den Schwerpunktfächern wird «Spanisch» wieder aufgenommen, da das Fach gegenüber «Italienisch» stark aufgeholt hat. Bei den Ergänzungsfächern kommt «Informatik» neu dazu.

- Das Wahlfach, das wie bisher als Integrationsfach in der sechsten Klasse stattfindet, muss neu als «Integrationsfach», das heisst fächerübergreifend unterrichtet werden.

Die «neue» dritte Klasse ist eine Art von Orientierungsstufe. Sie dient dazu, bisherigen Gymnasiasten den Entscheid zu erleichtern, ob sie die gymnasiale Karriere fortsetzen wollen oder allenfalls einen Übertritt in die Fachmittelschule oder eine Berufslehre anstreben. Sie dient ebenfalls der Integration der eintretenden Sekundarschüler. In der dritten Klasse werden Basiskompetenzen (Deutsch, Mathematik, Methoden) vermittelt und sichergestellt, dass diese gefestigt werden. In einigen Fächern wird auch die Rechtschreibung bei Prüfungen bewertet. Erst ein Jahr später müssen dann von den Lernenden die Schwerpunktfächer gewählt werden.