Kaspar Mettler, Robert Eberle und André Eberhard holen sich Diplom

An den Schweizermeisterschaften in Thun traf sich in der vergangenen Woche die Schweizer Schützenelite, um ihre Meister zu küren. Insgesamt 42 Wettkämpfe in 8 Tagen, 44 Medaillensätze, rund 1100 Starts mit der Pistole auf 25 und 50 m, mit den Sportgewehren Kleinkaliber auf 50 m, oder mit den Sport- und Armeegewehren auf 300 m wurden durchgeführt.




Erfreulich aus Glarner Sicht sind sicherlich die 3 Diplomränge von Kaspar Mettler im 4. Rang mit dem Sturmgewehr 90. Robert Eberle mit der kleinkalibrigen Sportpistole im olympischen Schnellfeuer im Final als Vierter und André Eberhard mit dem Kleinkalibergewehr im Dreistellungsmatch im Final als Achter.

300 m Liegend Armeegewehre

Bei seinem dritten Einsatz im Liegendmatch mit dem Sturmgewehr 90 auf 300 m lag eine Überraschung durchaus drin und tatsächlich erzielte Kaspar Mettler mit 565 Punkten ein Topresultat. Mit den Passen 93/97/98/96/91/93 Punkten holte er sich den sehr guten 4. Rang und gewinnt ein Diplom. Er absolvierte sein Programm mit einem hohen Rhythmus und legte dabei eine Serie von 41 Schüssen hin mit lauter 10er und 9er! Dann wurde die Serie unterbrochen, was ihn am Ende den entscheidenden Punkt und wohl eine Medaille gekostet hat. Er hat sich nun von Jahr zu Jahr gesteigert und kann mit seiner Leistung sehr zufrieden sein. Hingegen starteten René Zwicky und Patrick Thomann eher verhalten und beide Schützen bauten in der zweiten Hälfte ab. René klassierte sich schlussendlich auf dem 42. Rang mit 544 Punkten und Patrick mit 541 Punkten ist auf dem 47. Rang. Den Wettkampf gewann mit dem egalisierten Schweizerrekord von 572 Punkten Roger Weissbrodt aus Steg VS.

Beim Liegendmatch mit dem Sturmgewehr 57 waren gleich vier Glarner Schützen im Einsatz. Gespannt war man auf das Abschneiden der Mitfavoriten Martin Hürlimann und Ruedi Feldmann. Martin Hürlimann hat sich wohl mehr erhofft und mit 95/96/89/94/94/96 und 564 Punkten lag er nur 4 Punkte hinter seinem Ziel auf den Diplomrang im 14. Rang. Ruedi Feldmann enttäuschte noch mehr nach seinen brillanten Resultaten in der jüngeren Vergangenheit. Er fand nie den Rhythmus und die Sicherheit und er versuchte es zu gut zu machen. Am Schluss fand er sich mit 93/95/93/89/95/93 mit 558 Punkten auf dem 35. Rang in der Rangliste. Röbi Eberle erzielte ein gutes Ergebnis im Rahmen seiner momentanen Möglichkeiten in dieser Disziplin mit 94/92/97/91/92/92 mit ebenfalls 558 Punkten. Ernst Hürlimann qualifizierte sich das erste Mal für die Schweizer Meisterschaften und er musste den hohen Anforderungen etwas Tribut zollen. Mit den Passen 95/92/89/85/88/94 und dem Total von 543 Punkten klassierte er sich auf dem 57. Rang. Den Wettkampf gewann mit 578 Punkten Guido Berger aus Bachenbülach ZH.

300 m Liegend Sportgewehr Damen

Im Liegendmatch der Frauen erwartete Monika Däster starke Konkurrenz. Mit einer Topleistung kann man aber einen Top-Ten-Platz erreichen. Doch ihr misslang der Start komplett. Mit den Passen 93/92/94 Punkten handelte sie sich einen grossen Rückstand ein. Die zweite Hälfte war dann besser. Mit 96/97/95 Punkten und dem Total von 567 Punkten belegte sie den 19. Rang. Den Wettkampf gewann nicht unerwartet die WM-Teilnehmerin Silvia Guignard-Schnyder aus Zürich mit 598 Punkten.

300 m Liegend Sportgewehr Elite und Senioren

Im Liegendmatch Gewehr Elite konnte Silvio Freitag nicht sein ganzes Können zeigen. Mit 96/98/98 verlor er bereits am Anfang entscheidende Punkte und auch die zweite Hälfte war identisch mit den Passen 96/98/98 und das Gesamttotal mit 584 Punkte reichte nur zum 22. Rang. Auch hier gewann ein WM-Teilnehmer, nämlich Gilles Dufaux aus Granges-Paccot FR mit 596 Punkten.

Bei den Senioren lagen die Hoffnungen auf Christoph Kamber und Fredi Ronner. Beide konnten lange gut mithalten. Am Ende büssten sie aber einige Punkte zu viel ein, um an der Spitze dabei zu bleiben. Christoph Kamber erzielte 587 Punkte mit den Passen 99/97/98/97/98/98 und damit klassierte er sich im 10. Rang. Es fehlte nur ein Punkt auf Rang 8 und das Diplom. Er hat eine gute Leistung gezeigt und bestätigte seine bis dahin sehr gute Saison. Mit 584 Punkten erzielte er ein gutes Ergebnis mit den Passen von 99/97/99/95/96/98, leider wurden die guten Phasen immer wieder unterbrochen von Momenten, wo gleich 2 bis 3 Punkte verloren gingen. Mit dem 18. Rang blieb er ausserhalb der Reichweite von einem Diplom. Gewonnen wurde der Wettkampf von Kurt Maag, Höri ZH mit 595 Punkten.

300 m Karabiner, Sturmgewehr 57-03 und Standardgewehr 2 x 30

Mit viel Mühe begann Jürg Frei mit dem Karabiner im Liegendteil und die Passen 89/88/93 entsprachen nicht seinen Erwartungen. Der Kniendteil mit 76/79/79 und dem Total von 504 Punkten zeigte einmal mehr wo seine Schwächen sind. Mit dem 22. Rang war ihm seine Enttäuschung auch anzusehen. Es gewann Fritz Rohrbach aus Niedermuhlern BE mit 549 Punkten. Auf das Abschneiden von Ruedi Feldmann waren alle mitgereisten Glarner Fans gespannt, zählte er doch zum Favoritenkreis. Mit 94/92/93 im Liegendteil bekundete er etwelche Mühe. Seine Stärke im Kniendabschnitt versprach aber noch eine Aufholjagd, aber auch hier kam er nicht auf Touren und alle mitgereisten Fans waren sehr enttäuscht. Er realisierte mit 84/89/84 und dem Total von 536 Punkten nur den 17. Rang und dies war das schlechteste Ergebnis im laufenden Jahr. Gewonnen wurde der Wettkampf mit 547 Punkten von Daniel Reichenbach aus Feutersoy BE.

Bei der Elite mit dem Standardgewehr 2-Stellung startete Silvio Freitag, Schweizermeister aus dem Jahr 2015, sehr vielversprechend mit 98/99/98 und er konnte sich bei der Halbzeit in der Spitze behaupten. Leider platzierte er in der ersten Kniendpasse einen Schuss auf die falsche Scheibe. Somit war seine Motivation sichtlich geschockt. Mit 84/92/89 und dem Total von 561 Punkten klassierte er sich schlussendlich auf Rang 30. Der Schweizermeister aus dem Jahr 2012, Fredi Ronner, startete fulminant mit 3 x 99 Punkten im Liegendteil. Das Zwischentotal von 297 Punkten brachte ihn auf den 2. Rang. Kniend gelang leider nicht alles nach Wunsch. Mit 93/94/92 erreichte er ein Total von 576 Punkten. Damit belegte er den guten 11. Rang und zum Diplom und Rang 8 fehlte ihm nur ein Punkt. Gewonnen wurde der Wettkampf von Thomas Kohler, Münchenstein BL mit 586 Punkten.

Kleinkaliber-Gewehr 50 m

Beim olympischen 3-Stellungswettkampf 3 x 40 der Männer startete André Eberhard kniend mit 99/94/98/95 sehr gut. Liegend mit 97/99/99/97 verlor er den einen oder anderen Punkt, aber er behauptete sich nach wie vor auf dem geforderten Finalplatz. Im Stehendteil mit 93/89/93/94 bekundete er etwelche Mühe und mit 1147 konnte er sich nur dank 47 Innenzehnern gegenüber 37 in den Final retten. Auch im Final bekundete er beim Stehendteil am meisten Mühe und leider schied er bereits im 8. Rang als Erster aus. Schweizermeister wurde Manuel Lüscher, Stans NW mit 454,8 Punkten.

Die talentierte, 18-jährige Netstalerin Melanie Ricci kämpfte beherzt beim Liegendmatch der Juniorinnen U19-21, kam jedoch mit 599,8 Punkten nicht über den 29. Rang hinaus. Schweizermeisterin wurde Sandra Meier aus Eschenbach SG mit 621,6 Punkten.

Pistole 25 m

Am Dienstag stand Röbi dann mit der kleinkalibrigen Sportpistole auf 25 m im olympischen Schnellfeuer im Einsatz. In der Qualifikation musste er mindestens den 6. Rang erreichen für die Finalteilnahme. Gegen die arrivierten Nationalmannschaftsmitglieder war dies aber ein schwieriges Unterfangen, aber mit den zwei 8-Sekunden-Serien erzielte er 97 und in den zwei 6-Sekunden-Serien erzielte er 95 Punkte. Dann aber in der schwierigen 4-Sekunden-Serie erzielte er nur 84 Punkte und der 2. Programmteil am Nachmittag musste über die Finalteilnahme entscheiden. Mit 96 im 8 Sekunden- und 94 im 6 Sekunden-, sowie 86 im 4-Sekunden-Teil und dem Gesamttotal von 552 Punkten erreichte er den erforderlichen 6. Finalplatz. Im Final konnte er sich noch vorarbeiten, aber die drei ersten Schützen waren zu überlegen und somit erreichte er den undankbaren 4. Rang und ein Diplom. Es gewann Christian Klauenbösch (der überragende Pistolenschütze an diesen Schweizermeisterschaften mit 4 x Gold und 1 x Silber). Am Mittwoch absolvierte Röbi mit der grosskalibrigen Sportpistole in der Disziplin Zentralfeuer und CISM Schnellfeuer gleich zwei Programme. Nach einem Waffendefekt und der kompletten Neueinstellung des Abzugssystems schien er aber verunsichert und konnte seine Normalleistung nicht sofort abrufen. Er startete in der Präzision mit 96/92/87 und beendete den Schnellfeuerteil mit 94/95/97 total 561 Punkte und dies ergab den 11. Rang. Marc Wirth, Niederweningen ZH gewann mit 573 Punkten. Auch im CISM Schnellfeuer konnte er, als Schweizermeister 2015, nie mit der Spitze mithalten. Mit dem 9. Rang mit 550 Punkten war er sichtlich enttäuscht und unzufrieden mit sich selber. Es gewann Christian Klauenbösch mit 586 Punkten. Am Donnerstag startete Röbi mit der Sportpistole Kleinkaliber das 25-m-Programm mit Präzision und Schnellfeuer. Mit 93/93/92 in der Präzision begann er mässig, drehte aber im Schnellfeuer mächtig auf und mit 97/98/94, dem Total von 567, erreichte er den 11. Rang. Auch da gewann Christian Klauenbösch mit 580 Punkten. Zum Abschluss am Freitag mit der Sportpistole im Standardprogramm wurde Röbi dann noch mit bescheidenen 538 Punkten im 18. Rang klassiert. Gewonnen wurde der Wettkampf mit 565 Punkten von Renato Kissling, Niederhasli ZH.   

Sämtliche Ranglisten sind ersichtlich auf der Homepage www.swissshooting.ch/resultate.