Kaum mehr Äschen und Forellen im Linthkanal

Den Äschen und Forellen im Linthkanal geht es schlecht. Nur noch ein paar Dutzend der begehrten Edelfische wurden im Jahr 2023 gefangen. Verstärkte Schonmassnahmen sollen helfen, dass sich die bedrohten Bestände erholen können.



Um die besonders wertvollen Lebensräume und Fortpflanzungsgebiete wird die Fischerei am Linthkanal für drei Jahre eingeschränkt • (Foto: Hansjörg Dietiker/Magazin Petri-Heil)
Um die besonders wertvollen Lebensräume und Fortpflanzungsgebiete wird die Fischerei am Linthkanal für drei Jahre eingeschränkt • (Foto: Hansjörg Dietiker/Magazin Petri-Heil)

In den 1970er-Jahren wurden bis rund zehn Tonnen Äschen und Forellen im Linthkanal gefangen. Heute, knapp 50 Jahre später, ist es noch ein Bruchteil. Im Jahr 2023 wurden noch 60 Äschen (29 kg) und 27 Forellen (7 kg) gefangen. Seit vielen Jahren sind die Fänge auf tiefem Niveau weiter rückläufig. Der Fangrückgang bei der Äsche beträgt 95% in zehn Jahren. Die anhaltend negative Bestandssituation hat die Fischereikommission dazu bewogen, in Absprache mit den Fischereiverbänden die Fischerei auf rund zwei Fünftel des Linthkanals für drei Jahre ab dem 1. Januar 2025 einzuschränken. Der 6,4 km lange Abschnitt von der Brücke beim Sternen Benken bis zur Mündung in den Obersee darf weiterhin befischt werden. Die Strecke oberhalb wird ganzjährig gesperrt. Damit sollen die besonders wertvollen Lebensräume und Fortpflanzungsgebiete besser geschützt werden. Mittels Testfängen und Erhebungen zum Jungfischaufkommen ist zudem vorgesehen, genauere Daten zur Bestandssituation der Äschen und Forellen zu erheben. Parallel dazu ist geplant, den Lebensraum und insbesondere das Laichhabitat mit lokalen Strukturaufwertungen zu verbessern. Wie bisher wird der Kormoran weiterhin intensiv bejagt, um die fortpflanzungsfähigen Individuen vor zu starker Prädation zu schützen. Zudem soll eine Einschränkung des Bootsverkehrs auf dem Linthkanal zum Schutz der Fische vor zusätzlichen Störungen geprüft werden.

Fangrückgänge am Zürichsee und Walensee

Mit 189 Tonnen wurden am Zürich- und Obersee 16 Prozent weniger Fische gefangen als im Vorjahr. Der Rückgang betrifft vor allem die Fänge am Obersee (-30%) sowie die Felchen, die knapp 50 Prozent der Fänge ausmachten. Egli (16 Prozent am Gesamtfang) und Hechte (9 Prozent am Gesamtfang) wurden erfreulicherweise etwas mehr als im Vorjahr gefangen. Die Fänge gingen sowohl bei den Angel- wie auch Berufsfischern im Vergleich zum Vorjahr zurück.