Kerenzerbergrennen gestern und heute

Rauchende Motoren, quietschende Pneus und der Gestank oder besser gesagt der Duft von Benzin – das ist das besondere Feeling für Millionen von Automobil- und Motorradrennsport-Freaks auf der ganzen Welt. Zwar nicht Millionen, aber immerhin rund 100 Personen folgten der Einladung des Kulturforums Brandluft Glarus Nord in den Panoramasaal des Seminarhotels Lihn in Filzbach.




Herzlich begrüsst von der Initiantin Gret Menzi vom Kulturforum Brandluft Glarus Nord warteten über 100 Motorsportfans im bis auf den letzten Platz besetzten Panoramasaal des Seminarhotels Lihn in Filzbach gespannt auf die Filmvorführungen von Kerenzerbergrennen aus den Jahren 1967–1970. Professionell zusammengeschnitten und vertont wurden die einmaligen Filmdokumente vom Franz Leupi aus Obstalden. Leupis sprichwörtliche Begeisterung und Leidenschaft für den Motorrennsport kommen in seinen Filmen und Fotos deutlich zum Ausdruck. Unter dem Motto «Faszination Autorennsport – Kerenzerbergrennen gestern und heute» erlebte das zahlreich anwesende Publikum nostalgische und magische Momente von den Anfängen bis heute. Auf dem Programm stand nebst den Filmvorführungen eine vielbeachtete Sonderausstellung mit Motorsport-Utensilien aus dem Privatmuseum von Franz Leupi. Diese zusätzlich präsentierte kleine, aber feine Ausstellung über den Motorrennsport liess die Anwesenden über die Vielfalt der Exponate staunen und ihre Herzen höherschlagen.

Im Rausch der Geschwindigkeit

Die Liebe zum Rennsport ist ein weltweit zu beobachtendes Phänomen. Sie kennt keine Grenzen. Der Kult um das Auto und den Rennsport wird in fast allen Ländern des Globus gepflegt und nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. So auch das Rennen am Kerenzerberg. Dieses Bergrennen ist zweifellos einer der Klassiker und zugleich Mythos für viele Rennfahrer-Generationen, die den anspruchsvollen Parcours mit seinen vier Spitzkehren vom Start beim Restaurant Waid in Mollis bis zum Weiler «Fohrenwald» rennmässig befahren und dem Rausch der Geschwindigkeit erliegen. Das Kerenzerbergrennen war in den Jahren 1967 bis 1970 eines der schönsten Rennevents. National und international bekannte Rennfahrer liessen es sich nicht nehmen, am Kerenzerberg zu starten. Rennfahrer wie Silvio Moser, Xavier Perrot, Peter Sauber, Roland Salomon, Fredy Lienhard, Jo Vonlanthen, Dieter Spoerry, Gody Naef, um nur einige zu nennen, fuhren erfolgreich die engen Serpentinen des Kerenzerberg hoch und hinterliessen dabei Spuren nicht nur auf der Strasse, sondern auch in den Herzen der vielen Tausend Zuschauer.

Ein Leben für den Motorrennsport

«Ich war schon als kleiner Junge fasziniert vom Autorennsport», bekennt sich der Obstaldener Franz Leupi offen zu seiner grossen Liebe. Leupi sammelt seit bald 50 Jahren alles, was mit dem Formel-Rennsport zu tun hat. Automodelle, Fotos, Bücher, Autogramme von insgesamt 450 Fahrern und Utensilien wie Steuerräder, Handschuhe oder Helme und weitere Motorsport-Utensilien. Er besitzt unter anderem das grösste Archiv des Kerenzerbergrennens und ist als Fotograf an Rennveranstaltungen unterwegs. Sein kleines, aber feines Privatmuseum mit Exponaten von äusserster Seltenheit findet grosse Beachtung. Erwähnenswert ist der Originalanzug von Formel 1-Legende Niki Lauda, den er bei seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring am 1. August 1976 hat. Die Brandspuren an diesem Anzug sind immer noch sichtbar.